Corona-Daten-Newsletter | Mittwoch, 3. März 2021 Bund und Länder beraten

Julia Heundorf
Bildrechte: MDR/Kevin Poweska

Heute im multimedialen Corona-Daten-Update: Bund und Länder beraten über den weiteren Umgang mit der Pandemie. Es geht um Öffnungen; Zoos, Museen und Geschäfte sollen unter besonderen Bedingungen wieder öffnen. Auch kostenlose Schnelltests für alle sind weiterhin geplant.

Das Kanzleramt in Berlin.
Die Länder haben schon vor dem Gipfel Forderungen formuliert. Am Mittwoch wurde darüber mit dem Bund diskutiert. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Guten Abend liebe Abonnentinnen und Abonnenten,

ich hoffe, dass Sie heute alle wie gewohnt diesen Newsletter in Ihrem Postfach finden, denn gestern hat es scheinbar Probleme beim Versand gegeben. Technische Ursachen konnten wir bisher nicht entdecken. Hier können Sie die Ausgabe von gestern nachlesen.

Heute beraten Bund und Länder über das weitere Vorgehen im Umgang mit der Pandemie. Wir werfen schon mal einen ersten Blick auf die Möglichkeiten, die auf dem Tisch liegen. 

MDR AKTUELL hat vor dem Treffen Stimmen eingefangen, etwa von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU): Es geht um Öffnungsstrategien, Test- und Impfkonzepte. Viele Vorhaben sollen von jeweils aktuellen Bedingungen abhängig gemacht werden, also von Inzidenzzahlen etwa. Die aktuellen Zahlen finden Sie im Folgenden.

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Auf einen Blick: Die aktuellen Zahlen

Es ist Mittwoch, die Fallzahlen liegen erwartungsgemäß höher als in den Tagen nach dem Wochenende: Dem Robert Koch-Institut (RKI) wurden 9.019 neue Corona-Fälle aus ganz Deutschland gemeldet, gestern waren es knapp 4.000, vor einer Woche waren es gut 8.000.

In drei Ländern ist die Zahl der Neuinfizierten vierstellig: Nordrhein-Westfalen (1.867), Bayern (1.696) und Baden-Württemberg (1.085).

Die Inzidenz liegt für ganz Deutschland bei 64. Auf Länderebene gab es in Thüringen in den vergangenen sieben Tagen die meisten Fälle pro 100.000 Einwohnern: 124. In Sachsen-Anhalt ist der Inzidenzwert weiterhin am zweithöchsten mit 86, gefolgt von Bremen (75). Im Vergleich zur Vorwoche ist die Inzidenz in Thüringen und Sachsen-Anhalt um fünf gestiegen.

Insgesamt sind deutschlandweit bisher 70.881 Menschen im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion gestorben. Zum Vergleich: Das sind mehr Menschen als etwa in Plauen oder Weimar leben.

Trotz hoher Inzidenzwerte fordert der Präsident des Verbandes der Wirtschaft, Hartmut Koch, Öffnungen. Man dürfe sich nicht nur auf den Inzidenzwert konzentrieren.

Hier nun die Zahlen aus unseren drei Bundesländern nach Angaben der Sozialministerien. (Die Werte weichen in der Regel von denen des RKI ab, da sie etwas aktueller sind.)

Sachsen

  • Aktive Fälle: 7.572 ↗ (+204 zum Vortag)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 198 (+5), davon 102 beatmet (+5)
  • Intensivbetten: 1.151 belegt, 362 frei
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 7.967 (+51)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 181.050 (+600)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 196.589 (+855)

Thüringen

  • Aktive Fälle: 5.534 ↗ (+5 zum Vortag)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 133 (-7), davon 74 beatmet (-3)
  • Intensivbetten: 633 belegt, 81 frei
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 2.977 (+23)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 69.388 (+573)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 77.899 (+601)

Sachsen-Anhalt

  • Aktive Fälle: 3.693 ↗ (+73 zum Vortag)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 92 (+7), davon 48 beatmet (+3)
  • Intensivbetten: 716 belegt, 115 frei
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 2.491 (+16)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 55.504 (+320)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 61.688 (+409)

Alle Grafiken und weiteren Zahlen finden Sie hier in den Übersichten der Kolleginnen und Kollegen.

Pläne der Länder vor dem Bund-Länder-Treffen

  • Sachsen-Anhalt: Schon in der kommenden Woche sollen – so der Plan aktuell – Kontaktbeschränkungen in Sachsen-anhalt aufgeweicht werden, Fußpflegebetriebe öffnen dürfen. Zu Ostern soll es eine Perspektive für die Außengastronomie geben und einzelne Hausstände sollen Ferienwohnungen besuchen und Camping machen dürfen.
  • Sachsen: Der sächsische Landtag hat heute den Corona-Toten gedacht. Ministerpräsident Kretschmer sprach sich erneut gegen weitgehende Lockerungen aus. Lockerungen müssten maßvoll sein. Sonst mache man alles kaputt, was unter vielen Zumutungen bisher erreicht worden sei.

Was soll geöffnet werden? Das werden Bund und Länder heute besprechen und ich werde Ihnen morgen eine konkrete Übersicht geben. 

Im Moment ist die 100 als Inzidenz-Marke für Öffnungsmöglichkeiten im Gespräch: Zoos, Museen und Einkaufsmöglichkeiten sollen etwa öffnen dürfen, wenn die Inzidenz die 100er-Marke unterschreitet. Zudem sollen Kinder unter 14 Jahren in Gruppen bis zu zehn Personen Sport treiben dürfen. Außerdem sollen sich wieder fünf Personen aus zwei Haushalten treffen dürfen. Das geht aus der Beschlussvorlage für das Treffen hervor. 

  • Die Voraussetzung: Die 7-Tage-Inzidenz von 100 muss stabil unterschritten werden. 
  • Die Umsetzung: Terminbuchung. Sie brauchen ein neues Kleid? Sie können einen Termin für den Ladenbesuch machen. Sie wollen den Sonntag im Museum verbringen? Buchen Sie einen Termin. Damit soll sichergestellt werden, dass Kontakte nachverfolgt werden können. 

Auch Galerien, botanische Gärten und Gedenkstätten sollen unter diesen Bedingungen öffnen können. 

Öffnen dürfen ab Montag deutschlandweit – und das steht fest: Buch- und Blumenläden, Gartenmärkte, Kosmetikstudios und Fahr- und Flugschulen. Die Geschäfte müssen Hygienekonzepte vorlegen, bei Dienstleistern müssen Kundinnen und Kunden einen tagesaktuellen Coronaschnelltest vorlegen. In einigen Ländern sind diese Betriebe ja bereits geöffnet.

Kostenloser Schnelltest pro Woche für jeden

Mitte Februar hieß es, ab März sollten kostenlose Schnelltests für alle möglich sein, etwa in Apotheken oder Testzentren, finanziert vom Bund. Es ist März und wir können uns noch nicht kostenlos testen lassen, zumindest nicht überall. Teil der Beschlussvorlage für Bund und Länder ist aber, dass allen Menschen in Deutschland ein kostenloser Schnell- oder Selbsttest pro Woche ermöglicht werden soll. Mindestens.

MDR SACHSENSPIEGEL hat mit Apotheker Sebastian Michael über die Vor- und Nachteile von Selbsttests gesprochen. Er erklärt etwa, welche Fehler man bei bestimmten Tests vermeiden muss: Vor einem Gurgeltest Zähneputzen, Essen, Trinken oder Mundspülen kann beispielsweise dazu führen, dass das Virus mit dem Tests nicht nachgewiesen werden kann. Aber: Studien haben gezeigt, dass selbst vergleichsweise ungenaue Tests besser sind als keine.

Apotheker würden gern exklusiv Selbsttests verkaufen, um entsprechende Nutzungshinweise geben zu können. Sie sollen aber auch über andere Händler, zum Beispiel Supermärkte vertrieben werden. 

Podcast: Kekulés Corona-Kompass #154

Was außerdem los war

  • Die Partei Alternative für Deutschland wird nun bundesweit vom Verfassungsschutz beobachtet. Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat die AfD als rechtsextremistischen Verdachtsfall eingestuft. Die Behörde hat diese Information noch nicht offiziell bestätigt.
  • In Leipzig sollen bald mehr Straßenbahnen fahren: Die Verkehrsbetriebe planen umfangreiche Investitionen.
  • Schauspielerin Jutta Hoffmann ist 80 Jahre alt geworden. 

Zum Schluss

Gutes tun für sich selbst und andere: Der Inline Skate Club Halle hat die Rollschuhe gegen Heimtrainer und Fahrrad getauscht und ist für den guten Zweck losgeradelt. Die Mitglieder, Familien und Freunde haben sich virtuell zusammengeschaltet für das wohltätige Rennen und konnten mit Startgebühren und Spenden 500 Euro sammeln. Von dem Geld wurde Essen beim griechischen Restaurant bestellt, das es an Pflegerinnen und Pfleger auf Covid-Stationen im Elisabeth-Krankenhaus geliefert hat. Der Inline Skate Club hat damit Gastronomen und medizinisches Personal gelichzeitig unterstützt. Das Video dazu inspiriert. 

Ich verabschiede mich noch bevor das Video kommt: Bleiben Sie gesund. Bis morgen. 
Julia Heundorf

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 02. März 2021 | 19:00 Uhr

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