Nachrichten & Themen
Mediathek & TV
Audio & Radio
SachsenSachsen-AnhaltThüringenDeutschlandWeltLeben
Über die Kitas stellt das Sozialministerium Corona-Tests zur Verfügung. Empfohlen werden drei Tests pro Woche. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Corona-RegelungenIn Kitas gibt's jetzt drei Schnelltests pro Woche

von MDR SACHSEN-ANHALT

Stand: 22. Februar 2022, 04:49 Uhr

Wie viele Schnelltests stellen Kitas Eltern zur Verfügung? Was kann ich tun, wenn meine Einrichtung die Öffnungszeiten verkürzt und ich keine Betreuung für mein Kind finde? MDR SACHSEN-ANHALT gibt Antworten auf aktuelle Fragen zum Thema Kitas und Corona.

Wie sehen die aktuellen Corona-Regelungen in Kitas rund um Schnelltests und Öffnungszeiten aus? MDR SACHSEN-ANHALT beantwortet die wichtigsten Fragen.

Wie viele Schnelltests erhalten Eltern in der Kita?

Drei Tests pro Woche werden neuerdings empfohlen und den Eltern über die Kitas zur Verfügung gestellt. Das teilte Sachsen-Anhalts Sozialministerium auf Anfrage von MDR SACHSEN-ANHALT mit. Bis vor kurzem waren es noch zwei Tests pro Woche. Wenn wegen der neuen Quarantäne-Regeln weitere Schnelltests benötigt werden, stellt das Ministerium diese über die Kitas ebenfalls zur Verfügung. Den Bedarf erfassen regelmäßig die Jugendämter.

Wie lange muss eine Kita-Gruppe getestet werden, wenn ein Kind oder ein Erzieher Corona hat?

Hat ein Kind Corona, müssen die Kinder und Erzieher an fünf aufeinanderfolgenden Tagen Schnelltests durchführen. Die Tests werden von den Kitas zur Verfügung gestellt. Eltern müssen die negativen Testergebnisse jeden Tag schriftlich bestätigen. Will jemand sein Kind nicht testen lassen, wird das Gesundheitsamt informiert. Bei engem Kontakt mit der infizierten Person muss das Kind für fünf Tage in Quarantäne, vor der Rückkehr in die Kita muss ein negativer Schnelltest vorgelegt und von den Eltern bestätigt werden. Wer innerhalb von sieben Tagen nach einem Corona-Fall in der Kita Erkältungssymptome entwickelt, muss einmalig einen zertifizierten negativen Antigentest oder PCR-Test vorweisen.

Wie sicher sind die Schnelltests?

In Kitas wird derzeit der AllTest SARS-CoV-2 Antigen Rapid Test (Nasal Swab) des Herstellers Hangzhou AllTest Biotech verwendet. Das Sozialministerium geht grundlegend von einer hohen Aussagekraft aus und verweist dabei unter anderem auf die postitive Bewertung durch das Paul-Ehrlich-Institut. Der Test weist bei einer sehr hohen Viruslast eine 90-prozentige Sensitivität auf. Über alle Viruslasten erkennt der Test 44 Prozent der Infizierten.

Was sagen Kinderärzte zum Testen in Kitas?

Viele sehen das Testen von Kindern ohne Symptome kritisch. Dr. Ludwig Patzer, stellvertretender Landesvorsitzender des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte Sachsen-Anhalt, erklärt: "Wenn man symptomfreie Kinder testet und in Quarantäne schickt, richtet das mehr Kollateralschäden an, als dass es Gutes tut. Denn wir sehen wenige Kinder, die schlimm erkranken." So schätzt es auch Dr. Axel Schobeß vom Verband Leitender Kinder- und Jugendärzte und Kinderchirurgen ein, der die Chefärzte in den Kinderkliniken im Land vertritt: "Kinderärzte sehen, dass neben Corona-Infektionen Probleme anderer Art zunehmen, zum Beispiel psychische Erkrankungen." Bundesweit haben sich kürzlich vier Fachverbände der Kinder- und Jugendärzte in einer Stellungnahme gegen anlasslose Coronatests in Kitas und Schulen ausgesprochen.

Wie weit dürfen die Kitas ihre Öffnungszeiten wegen Personalengpässen einschränken?

Ob und wie weit eine Kita ihre Öffnungszeiten einschränkt, stimmt immer der Träger der Kita mit dem Jugendamt ab. Sollte es nicht ausreichen, die Öffnungszeiten zu verkürzen, muss über eine Notbetreuung entschieden werden. Hier empfiehlt das Land, die Betreuung vor allem für die Kinder sicherzustellen, deren Elternteile beide in der kritischen Infrastruktur arbeiten, also zum Beispiel im Krankenhaus oder bei der Polizei. Bei Alleinerziehenden genügt ein Elternteil. Voraussetzung sei immer, dass die Kinder nicht anderweitig betreut werden könnten. Auch Kinder mit sonderpädagogischem Hilfebedarf und Pflegekinder sollen den Empfehlungen zufolge weiter die Kita besuchen dürfen.

Wie viele Kita-Träger nutzen die Möglichkeit der verkürzten Öffnungszeiten?

Das Sozialministerium fragt das nicht gesondert ab. Die Jugendämter melden dem Ministerium aber wöchentlich aus den Kitas die Zahl der positiven Coronatests und die Zahl der betreuten Kinder. Dabei geben einige Jugendämter von sich aus mit an, inwiefern ihr Landkreis von (Teil-) Schließungen betroffen ist. In der jüngsten Abfrage berichteten fünf Landkreise von Teilschließungen. Zwei davon gaben auch Zahlen an. Demnach waren einmal 35 und einmal 20 Kitas betroffen.

Was mache ich bei verkürzter Öffnungszeit, wenn ich keine Betreuung für mein Kind finde?

Schränkt eine Kita die Öffnungszeiten ein, gilt das grundsätzlich für alle Kinder. Wer massive Probleme hat, für die wegfallenden Stunden eine Betreuung zu finden, kann erst einmal bei der Kita nach einer individuellen Lösung fragen. Kann die nicht gefunden werden, besteht die Möglichkeit, sich beim Jugendamt zu erkundigen, ob es die Möglichkeit gibt, sein Kind für den entsprechenden Zeitraum in einer anderen Einrichtung betreuen zu lassen. Ein Recht darauf gibt es aber nicht.

Mehr zum Thema Coronavirus in Sachsen-Anhalt

Mehr zum Thema Corona-Tests an Schulen

MDR (Elisa Sowieja-Stoffregen, Hannes Leonard)

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 22. Februar 2022 | 05:00 Uhr