Terminvergabe für Impfzentren Kreise wollen Impf-Hilfe für Senioren leisten

Online oder am Telefon: Gerade ältere Menschen haben oft Probleme damit, sich einen Impftermin zu besorgen. Mehrere Landkreise in Sachsen-Anhalt wollen deshalb ältere Bewohner bei den Corona-Impfungen unterstützen. Das haben Nachfragen von MDR SACHSEN-ANHALT ergeben. Sie wollen die Seniorinnen und Senioren nun persönlich kontaktieren.

Die Bundeswehr hilft im Impfzentrum Wolfen aus.
Eine Seniorin im Impfzentrum Wolfen. Bildrechte: MDR/Martin Krause

Mehrere Landkreise in Sachsen-Anhalt wollen ältere Bewohner bei den Corona-Impfungen unterstützen. Das haben Nachfragen von MDR SACHSEN-ANHALT ergeben. Ein Sprecher des Landkreises Börde sagte MDR SACHSEN-ANHALT am Donnerstag, derzeit würden zwei Test-Gemeinden ausgewählt, bei denen ältere Einwohner angeschrieben und über ein mögliches Impfangebot informiert werden sollen. Alles hänge aber davon ab, wann genügend Impfstoff bereitstehe. Ziel sei auch, in den Gemeinden Räumlichkeiten zu finden, in denen mobile Impfteams die Menschen versorgen könnten, da der Weg in das Impfzentrum nach Haldensleben für viele sehr weit sei.

Info-Briefe auch im Jerichower Land

Menschen warten in einem Impfzentrum
Menschen warten in einem Impfzentrum. (Symbolbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Auch im Jerichower Land sollen Menschen über 80 Jahre wegen der Corona-Impfungen einen Info-Brief bekommen. Das teilte die Kreisverwaltung in Burg mit. In dem Schreiben würdem die Betroffenen darüber informiert, wenn es für sie Impftermine gebe. Auch hier sei Voraussetzung, dass genügend Impfstoff bereit stehe. Auch der Landkreis Jerichower Land kündigte an, in den Einheitsgemeinden vorübergehend Impfstationen einzurichten.

In der Landeshauptstadt Magdeburg wartet man weiter ab. Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) sagte MDR SACHSEN-ANHALT, erst einmal mal brauche man Impfstoff. Bevor der nicht da sei, gebe er keine halbseidenen Informationen an die Bürger. "Die würden ja sonst völlig irre", so Trümper. Er betonte, erst wenn klar sei, wieviel Impfstoff in den nächsten Wochen komme, würden Impftermine vergeben. Über ein eigenes System der Kontaktaufnahme werde aber nachgedacht.

Im Landkreis Mansfeld-Südharz ist ein Angebot über die Warnapp "Biwapp" im Gespräch. Dort soll es Hilfe bei der Buchung von Impfterminen durch den Kreis-, Kinder- und Jugendring MSH e.V. geben. Impfberechtigten Senioren aus den Städten Hettstedt und Mansfeld, die keine Möglichkeit einer Online-Buchung haben, helfe der Verein. Er nehme Daten auf und versuche, online einen Impftermin zu buchen. Ist das gelungen, nähmen sie telefonisch Kontakt zu den Betroffenen auf und übermittelten den Termin.

Auch im Burgenlandkreis ist der Aufbau dezentraler Impfstationen geplant, sobald genügend Impfstoff vorhanden ist. Dort hieß es, dass dafür z.B Gemeindezentren genutzt werden sollen. Einen genauen Zeitplan dafür gebe es aber noch nicht.

Auch Kommunen werden aktiv

Neben den Landkreisen nehmen verschiedene Gemeinden die Sache aber auch selbst in die Hand. Der Bürgermeister der Stadt Aken im Kreis Anhalt-Bitterfeld, Jan-Hendrik Bahn, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, am Donnerstag würden mehr als 800 Senioren angeschrieben, um mit einem Fragebogen eine mögliche Hilfsbedürftigkeit direkt abzugleichen.

Hintergründe und Aktuelles zum Coronavirus – unser Newsletter

In unserem Newsletter zur Corona-Lage in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen fassen wir für Sie zusammen, was am Tag wichtig war und was für Sie morgen wichtig wird.

Das Corona-Daten-Update – montags bis freitags um 20 Uhr per Mail in Ihrem Postfach. Hier können Sie den Newsletter abonnieren.

Quelle: MDR/kö

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 14. Januar 2021 | 15:00 Uhr

2 Kommentare

ElBuffo vor 13 Wochen

Das liegt u. a. möglicherweise daran, dass man in den Hausarztpraxen nicjt nur den ganzen Tag Däumchen dreht, sondern vielmehr schon so ganz gut ausgelastet ist. Die wären glatt einen ganzen Monat nur mit Coronaimpfungen voll ausgelastet, wenn da alle Patienten der Praxis dran kommen wollen. Davon abgesehen, scheitert es auf absehbare Zeit weniger am Personal, sondern am Impfstoff. Und dann noch die ganzen Heimbewohner und bettlägerigen Patienten aufsuchen. Nö, da ergeben mobile Teams schon eher Sinn.

elias vor 13 Wochen

soso. die kommunen suchen jetzt ihre betagten. kleiner hinweis: beim hausarzt sind die daten alle vorhanden. dort gibt es auch impffähiges personal und etablierte abläufe. der bnt-impfstoff hält sich 5 tage bei 5-8°c im kühlschrank. weshalb also nun der gigantische aufwand mit impfzentren, mobilen impfteams und personalakquise ? es gibt ein etabliertes, funktionierendes und effektives impfsystem in deutschland. warum wird das nicht mal gefragt?

Mehr aus Sachsen-Anhalt