Mehr als 40.000 Schnelltests verschickt Beschäftigte von Schulen und Kitas sollen sich selbst auf Corona testen können

Noch ist unklar, wie genau es nach den Weihnachtsferien in Schulen und Kitas weitergeht. Fest steht dagegen: Die Beschäftigten in Schulen und Kitas – insgesamt mehr als 40.000 – sollen sich ab der ersten Januarwoche selbst auf das Coronavirus testen können. Dafür wurden zehntausende Schnelltests in Sachsen-Anhalt verteilt.

Ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes hält einen positiven Corona-Schnelltest in der Hand.
Ein schneller Test für mehr Sicherheit: Die Beschäftigten von Schulen und Kitas in Sachsen-Anhalt sollen sich ab kommender Woche selbst auf das Coronavirus testen können. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

In Sachsen-Anhalt können sich Erzieherinnen und Lehrkräfte ab der ersten Januarwoche per Schnelltest selbst auf eine Infektion mit dem Coronavirus testen. Das hat das Sozialministerium mitgeteilt. Auf Twitter hieß es, in den vergangenen Wochen seien mehr als 40.000 Schnelltests verteilt worden. Für die Beschäftigten sind die Tests demnach kostenlos. Ziel der freiwilligen Aktion ist, dass der Betrieb in Schulen und Kitas auch nach Ende der Ferien abgesichert ist. Noch ist aber unklar, wie Unterricht und Betreuung nach Ende der Ferien überhaupt aussehen werden.

Video soll beim eigenen Abstrich helfen

Angedacht ist, dass Beschäftigte in Schulen sich am 7. oder 8. Januar auf eine Infektion testen. In den Kitas soll das im Laufe der kommenden Woche passieren. An welchen Tagen sich die Erzieherinnen und Erzieher dort testen, kann laut Sozialministerium die jeweilige Leitung der Kita entscheiden. Unabhängig davon hat das Ministerium ein Anleitungsvideo veröffentlicht, das Hilfe beim Abstreichen geben soll.

Bereits im Dezember hatte das Bildungsministerium mitgeteilt, dass sich die Beschäftigten aller knapp 1.000 öffentlichen und freien Schulen selbst auf eine Infektion mit dem Virus werden testen können. Das Angebot richte sich dabei nicht nur an Lehrkräfte, sondern auch an pädagogische Angestellte, Beschäftigte in den Sekretariaten oder Hausmeister, hieß es. Insgesamt stehen die Tests an Schulen demnach für rund 27.000 Frauen und Männer zur Verfügung. Tests stehen auch für die rund 21.000 Beschäftigten in Kitas bereit.

Keine Tests für Schülerinnen und Schüler

Schülerinnen und Schüler sollen sich dagegen nicht testen können. Zur Begründung hatte das Bildungsministerium im Dezember in der Mitteldeutschen Zeitung argumentiert, zur Risikogruppe gehöre die Lehrerschaft, nicht die Schülerinnen und Schüler. Das Durchschnittsalter von Lehrkräften liege bei 50 Jahren. Viele Pädagogen seien aber schon älter als 60 Jahre und damit gefährdeter für einen schweren Verlauf.

Entscheidung über Schulen und Kitas kommende Woche

Noch ist indes unklar, wie genau der Betrieb in den Schulen und Kitas nach Ende der Weihnachtsferien in der kommenden Woche weitergehen wird. Die Kultusministerkonferenz will darüber am Montag beraten. Im Vorfeld waren die Standpunkte durchaus verschieden: Während etwa die baden-württembergische Bildungsministerin Susanne Eisenmann dafür plädiert hatte, Schülerinnen und Schüler ab 11. Januar zurück in die Klassen zu schicken, waren von Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner (CDU) zuletzt zurückhaltendere Töne zu hören.

Bei MDR SACHSEN-ANHALT hatte Tullner gesagt, er gehe davon aus, dass das Wechselmodell aus Distanz- und Präsenzunterricht bis zu den Winterferien im Februar beibehalten werde. Bund und Länder wollen zudem am kommenden Dienstag über eine Verlängerung des Shutdowns über den 10. Januar hinaus beraten. Zuletzt hatten Verantwortliche mehrerer Länder sich dafür ausgesprochen, die Beschränkungen zu verlängern. Als Grund wurden die weiterhin zu hohen Infektionszahlen genannt.

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Quelle: MDR/ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 03. Januar 2021 | 15:00 Uhr

23 Kommentare

Querdenker vor 29 Wochen

Zitat: "Keine Tests für Schülerinnen und Schüler"

Dann kann man das politische Märchen weiter erzählen, dass die Schüler kaum eine Rolle in der Pandemie spielen.

siehe „tagesspiegel Einzelne Person löste Masseninfektion an Hamburger Schule aus“

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Zitat: „Zur Begründung hatte das Bildungsministerium im Dezember in der Mitteldeutschen Zeitung argumentiert, zur Risikogruppe gehöre die Lehrerschaft, nicht die Schülerinnen und Schüler.“

Wer dachte, dass es darum geht, dass die Risikogruppe sich nicht an den meist symptomlosen jüngeren Menschen ansteckt, der wird eines Besseren belehrt. Stattdessen versucht man die „Opfer“ herauszufischen?

Man merkt, dass politische Ideologen am Werk sind.

maheba vor 29 Wochen

Ich verstehe es einfach nicht warum die Schnelltests von den öff.- rechtl. Medien immer als unsicher, falsch interpretierbar, gefährlich für Laien, ..... dargestellt werden. Soll hier absichtlich deren Tauglichkeit in Frage gestellt werden?
Sportler, Lehrer, Besucher in Kliniken und Betreuungseinrichtungen,Flugpassagiere, .... werden ja auch durch Schnelltests getestet. Übrigens ist der Schnelltest weltweit das Mittel der ersten Wahl um schnell Klarheit zu schaffen. "Schnell"test - alles klar.
Der ersetzt zwar nicht den klassischen PCR-Test hinsichtlich der Genauigkeit aber in Zeiten der Pandemie mit nicht "normalen" und beherrschbaren Krankheitsverläufen sollte man sich an jeden Strohhalm klammern der gereicht werden kann. Jede, auch wenn nur zufällig erkannte Infektion, wird Leben retten.

maheba vor 29 Wochen

Ich kann es eben selbst. Hab es unter Anleitung gelernt, wie so manches Unangenehme. Vielleicht ist es nicht jedermanns Sache aber man kann alles wenn man muss.

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