Maskenpflicht und Schließungen Kontrollen gegen Corona-Verstöße: Halle und Magdeburg kassieren sechsstellige Beträge

Bei Kontrollen von Maskenpflicht und Ausgangssperren haben Sachsen-Anhalts Großstädte in der Coronazeit Strafen über hundertausende Euro ausgesprochen. Doch gezahlt wurde längst noch nicht die gesamte Summe. Die Polizei musste außerdem bei hunderten Verstößen gegen die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr eingreifen.

Kontrolle Maskenpflicht Nahverkehr, Straßenbahn, Bus
Bei der Kontrolle von Coronaregeln haben Halle und Magdeburg Strafen über hunderttausende Euro verhängt. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Verstöße gegen die Corona-Regeln haben Halle und Magdeburg zusätzliche Einnahmen beschert. Das ergaben Recherchen von MDR SACHSEN-ANHALT in den Stadtverwaltungen. Demnach wurden in Magdeburg Bußgelder in Höhe von mehr als 114.000 Euro für Corona-Ordnungswidrigkeiten ausgesprochen. Erst etwa die Hälfte davon wurde bisher bezahlt.

Halle konsequent – Dessau weist Corona-Bußgelder nicht gesondert aus

Halle verbuchte Einnahmen von 187.000 Euro. In der Stadt galten schon sehr früh umfangreiche Schutzmaßnahmen. So wurde konsequent kontrolliert, ob der erste Lockdown im vergangenen Jahr eingehalten wurde.

Der Sprecher von Dessau-Roßlau, Carsten Sauer, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, in der Doppelstadt würden die coronabedingten Bußgelder nicht gesondert erfasst. Oftmals reichten Ermahnungen und Gespräche.

Millioneneinnahmen für bayerische Städte

Zum Vergleich: In Bayern haben Städte zum Teil Millionenbeträge mit der Kontrolle von Corona-Verstößen eingenommen. Wie der Bayerische Rundfunk meldete, hat sich das Bußgeldaufkommen allein in der Landeshauptstadt München auf fast 2,1 Millionen Euro summiert. Darüber habe das das Kreisverwaltungsreferat informiert.

In Nürnberg wurden Geldstrafen in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro verhängt. Wie viel davon tatsächlich gezahlt wurde, konnte das Gesundheitsamt allerdings nicht sagen.

Polizei ahndet hunderte Maskenverstöße

Die Polizei in Sachsen-Anhalt hat seit September vergangenen Jahres wegen Nichtbeachtung der Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln außerdem rund 250 Mal eingreifen müssen. Es seien 240 Identitätsfestellungen durchgeführt worden, teilte ein Sprecher des Innenministeriums mit. Sechs Platzverweise wurden erteilt.

Der Sprecher betonte, dass die Zahl nicht die Gesamtmenge der sanktionierten Verstöße im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Sachsen-Anhalt sei. Täglich fänden landesweit Kontrollen durch Mitarbeiter der ÖPNV-Unternehmen ohne Beteiligung der Landespolizei statt. Diese seien befugt, die Fahrgäste bei entsprechenden Verstößen von der Fahrt auszuschließen. Die Anzahl der geahndeten Verstöße durch die ÖPNV-Unternehmen werde nicht zentral erfasst.

Die Bundespolizei kontrolliert am Flughafen Frankfurt Reisende, die nach Deutschland zurückkehren.
Die Polizei musste wegen Nichtbeachtung der Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln rund 250 Mal eingreifen. (Symbolbild) Bildrechte: picture alliance/dpa | Boris Roessler

MDR/Theo M. Lies, Oliver Leiste, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 05. August 2021 | 08:00 Uhr

3 Kommentare

Simone vor 6 Wochen

Der Grundtenor des Artikels ist meiner Meinug nach falsch. Hier klingt es so, als ob das ei prima Geschäftsmodell ist.

Letztendlich binden solche Kontrollen das Personal, dass dann für andere Aufgaben nicht zur Verfügung steht. Die Kommunen sind auch sehr sensibel was die Durchsetzung der Makenpflicht angeht. Irgendwann ist aber halt auch Schluß, wenn einem der Beamte 3 mal die Chance gegeben hat das Fehlverhalten einzustellen, dann gibt es eben das Bußgeld. Völlig zu recht!

Ob nicht bezahlte Bußgelder dann auch eingetrieben werden, das regelt jede Kommune ebenfalls selbst und durchaus unterschiedlich.

Karl-W vor 6 Wochen

Maskenverstöße: Polizisten fragen immer nach Restalkohol. Sie sind aber nicht in der Lage in vollen Fußballstadien sich das Geld dazu zu holen. Oder anders: Vereinzelte mit Abstand sind die Zielgruppe und nicht im Gewühle stehende Fußballfans.

Monazit vor 6 Wochen

Ich vermute mal, dass ein Bußgeld oft das letzte Mittel war und ein Großteil der Polizisten und der anderen Ordnungskräfte mit Augenmaß gehandelt haben. Von daher hat es wohl im Großen und Ganzen die richtigen getroffen. ;-)

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