Maßnahmen angepasst Corona-Krise: Kontaktbeschränkungen bis zum 3. Mai verlängert

Die Ministerpräsidenten haben sich mit Bundeskanzlerin Merkel auf einen Rahmen geeinigt, wie mit dem Corona-Virus in den kommenden Wochen umgegangen werden soll. Sachsen-Anhalt plant dabei eine individuelle Lösung für den Schulstart.

Reiner Haseloff
Ministerpräsident Reiner Haseloff hat am Mittwochnachmittag die nächsten Schritte für Sachsen-Anhalt in Sachen Corona-Krise bekanntgegeben. Bildrechte: imago images / Susanne Hübner

Die aktuellen Kontaktbeschränkungen werden beibehalten und bis einschließlich 3. Mai verlängert. Das geht aus dem gemeinsamen Gespräch von Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der einzelnen Bundesländer hervor. Folgende Punkte stellte Ministerpräsident Reiner Haseloff im Anschluss des Treffens für Sachsen-Anhalt in Aussicht:

  • Großveranstaltungen sind bis einschließlich bis 31. August untersagt. Davon sind auch Fußballspiele betroffen. Konkrete Regelungen, was die Größe der Veranstaltungen betrifft, sollen die Länder selbst festlegen.
  • Der generelle Schulstart ist schrittweise ab dem 4. Mai geplant. Nur für die Abschlussklassen (10. und 12. Klasse und Berufsschulen) gibt es bereits in der kommenden Woche Konsultationen für anstehende Prüfungen.
  • Hochschulen können unter besonderen Hygienemaßnahmen die Räume für praktische Aufgaben (z.B. Labore) wieder öffnen.
  • Das Tragen von Schutzmasken in den öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften wird empfohlen. Es gibt aber keine Masken-Pflicht.
  • Einzelhandel: Geschäfte von einer Größe bis zu 800 Quadratmetern dürfen ab Montag (20. April) wieder öffnen.
  • Gottesdienste dürfen noch nicht wieder stattfinden.

Ministerpräsident Reiner Haseloff betonte, dass die Abschlussklassen "kein verlorener Jahrgang" sein sollen. Deshalb würden die Schulen für sie als erstes geöffnet. Ab Mai würden dann voraussichtlich die weiteren Klassen folgen. Zu diesem Zeitpunkt sei ebenfalls geplant, Friseursalons wieder zu öffnen. Am Donnerstag will das Land eine neue Verordnung beschließen, die die mit dem Bund vereinbarten Maßnahmen für das Land Sachsen-Anhalt konkretisieren.

Die geplanten Soforthilfen sollen, so Haseloff, so schnell wie möglich auf die Konten der Antragsteller kommen. Bis zu 1.000 Anträge kämen bei der Investitionsbank jeden Tag zur Auszahlung.

Bund und Länder wollen sich nach Angaben der Bundeskanzlerin zukünftig in einem Rhythmus von zwei Wochen treffen, um jeweils über weitere Maßnahmen zu entscheiden. Das nächste Treffen wird am 30. April stattfinden.

Haseloff für Erhalt der Einschränkungen

Vor dem gemeinsamen Gespräch am Mittwochnachmittag hatte Ministerpräsident Reiner Haseloff angekündigt, dass er davon ausgehe, dass die derzeitigen Kontakt- und Ausgangsregeln verlängert würden. Er sagte MDR SACHSEN-ANHALT, es müsse klar sein, dass Menschen auch weiterhin nur mit triftigem Grund nach draußen gehen – etwa zum Arbeiten oder Einkaufen. Soziale Kontakte sollten auf ein Minimum beschränkt bleiben, um eine Ausbreitung des Virus auch weiterhin zu verhindern.

Jeder trage dazu bei, eine Situation wie in Italien oder Frankreich hierzulande zu verhindern, so Haseloff. Er hatte sich zuvor bereits für ein grundsätzlich gemeinsames Vorgehen ausgesprochen. Länderspezifische Unterschiede sollten aber möglich sein.

Empfehlungen von Leopoldina und Helmholtz

In die Entscheidungen der Politiker flossen auch Empfehlungen unterschiedlicher Institutionen ein, wie die der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina aus Halle und die der Helmholtz-Gemeinschaft. Beide hatten unterschiedliche Empfehlungen ausgesprochen. Die Leopoldina plädierte beispielsweise dafür, Grundschulen und Schüler bis zur Oberstufe möglichst bald wieder in kleinen Gruppen in den Schulen zu unterrichten. Außerdem empfahl sie eine Maskenpflicht für öffentliche Verkehrsmittel. An den Vorschlägen gab es viel Kritik in den sozialen Netzwerken.

Die Helmholtz-Gemeinschaft skizzierte in ihrem Report unterschiedliche Szenarien in der Corona-Krise. Als Fazit kam sie unter anderem zu dem Punkt, dass eine Verlängerung der Kontaktbeschränkungen sinnvoll wäre.

So war die Corona-Situation bisher

In Sachsen-Anhalt galt bisher die Regelung, dass die Kitas und Schulen bis zum 20. April geschlossen bleiben. Gleiches war für Unternehmen, wie Friseure und Gaststätten der Fall.

Spaziergänge waren möglich, aber unter den eingeschränkten Kontaktregelungen, also beispielsweise nur mit den Mitbewohnern eines Haushalts. Eine Mundschutz-Pflicht gab es bisher nicht.

Quelle: MDR/jd

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 15. April 2020 | 19:00 Uhr

44 Kommentare

BarthMartin vor 51 Wochen

Menschenverachtend und diskriminierend sind ja wohl die Tatsachen das hier Kleinkindern die Verbreitung in die Schuhe geschoben wird und jungen Familien die nicht in systemrelevantem Berufen tätig zugemutet wird das sie gefälligst ihre Kleinkinder selber betreuen sollen! Wie viele Fakten von Gegensprechern braucht es noch damit man endlich begreift was man dem Volk hier antut! Wie viele Menschen müssen noch um ihre Existenz fürchten um sogenannte "Risikogruppen" zu schützen? Warum macht man es denn nicht andersrum und schränkt die Risikogruppen deutlich ein? Wäre das gleiche was den jungen Familien grade passiert und wo die meisten Hypochonderkranken noch klatschen

Kiel_oben vor 51 Wochen

Dienstag hatten bei Lidl und Kaufland fast alle was vorm Gesicht! wenige die wißen Hartschalen - waren vllt. Mediziner - die meisten selbstgenähtes ich nur einen Schal und der Rest die grün-blauen die oft in Medien zu sehen sind

faultier vor 51 Wochen

Hören sie mal auf mit ihrer Maskenpflicht auf ,wenn sie mir sagen können wo ich eine Maske erwerben kann ,nicht für 120 Euro für zehn Stück bei Ebay ,wäre ich auch bereit so ein Ding sinnvoll zu tragen ,Wer hat den hier versagt ? Der Parteikollege von Frau Schwesig Herr Maas der Millionen von Schutzmasken verschenkt hat oder etwa nicht.

Mehr aus Sachsen-Anhalt