Nach Bund-Länder-Beratungen Haseloff macht Hoffnung auf mehr Lockerungen

Nach den Bund-Länder-Beratungen hat Ministerpräsident Haseloff Lockerungen in Sachsen-Anhalt angekündigt. Die Gespräche haben sich über Stunden bis in den späten Mittwochabend gezogen. Wie welche Lockerungen auf Landesebene umgesetzt werden, berät das Kabinett am heutigen Donnerstag.

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU)  beim Start der Corona-Impfaktion in Sachsen-Anhalt.
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) Bildrechte: dpa

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat zeitnah weitere Lockerungen des Corona-Lockdowns in Aussicht gestellt, allerdings nicht für alle Landkreise. So könnten die Kontaktbeschränkungen von derzeit einem Haushalt plus eine Person auf zwei Haushalte mit maximal fünf Personen gelockert werden, wie der CDU-Politiker nach Beratungen mit seinen Amtskolleginnen und -kollegen von Bund und Ländern in der Nacht zu Donnerstag sagte.

Einzelhändler könnten nach vorheriger Terminvereinbarung für kleinere Gruppen ihre Läden öffnen und Museen mit vorheriger Kartenbestellungen ihre Räume. Der Verabredung von Bund und Ländern zufolge könnten diese Lockerungen schon ab kommendem Montag greifen.

Gastronomie und Kunst dürfen auf zweite März-Hälfte hoffen

Zwei Wochen später könnten Cafés und Restaurants Gäste auf ihren Freisitzen bedienen, Theater und Kinos öffnen sowie Training in Gruppen zugelassen werden. Voraussetzung sei, dass ein Kreis nicht über mehrere Tage hinweg mehr als 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern und Woche aufweise, sagte Haseloff.

Ob Sachsen-Anhalt den Zeitplan so übernimmt, ließ der Regierungschef offen. Termine und Details müssten am Donnerstag erst noch bei einer Sitzung des schwarz-rot-grünen Kabinetts besprochen werden. Der Wert von 100 Neuansteckungen je 100.000 Einwohnern binnen einer Woche wird derzeit im Burgenlandkreis, im Saalekreis, in Halle, im Kreis Wittenberg sowie knapp im Salzlandkreis überschritten. Zudem würden all diese Lockerungen gestoppt oder zurückgenommen, wenn das Infektionsgeschehen im Landesschnitt drei Tage hintereinander über der 100er-Marke liegt. Er pendelt seit Wochen bei um die 90. Am Mittwoch gab das Gesundheitsministerium den Wert mit 94,86 an.

Land plädiert für mehr "click and meet"

Am Dienstag hatte Sachsen-Anhalts Landesregierung gefordert, dass es auch Handlungsspielraum für Öffnungen bei Inzidenzwerten zwischen 50 und 100 geben soll. Haseloff kündigte dabei an, mögliche Lockerungen mit Schnelltests flankieren zu wollen. Das Land werde aber schnell reagieren, wenn die Inzidenz von 100 wieder überschritten werde. Sachsen-Anhalt hatte außerdem gefordert, weitere körpernahe Dienstleistungen wieder zuzulassen. Für Textil- und Schuhgeschäfte sollte es das System "click and meet" geben. Kunden können dann mit Terminen shoppen.

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Kabinett berät über Langfristplan

Am Donnerstag will die Landesregierung den Sachsen-Anhalt-Plan 2021 besprechen und beschließen. Darüber soll am Nachmittag bei einer Pressekonferenz informiert werden, bevor sich um 17 Uhr der Landtag trifft und die Corona-Strategie der Landesregierung diskutiert. Das nächste Treffen von Bund und Ländern ist am 22. März vorgesehen. Dann sollen Pläne für Ostern gemacht werden.

MDR/Mario Köhne/dpa/lam

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 04. März 2021 | 05:00 Uhr

20 Kommentare

goffman vor 5 Wochen

Hallo Ritter Runkel,
Schön, wie Sie Ihre Beiträge von einer Kommentarspalte in die Nächste copy-pasten.
Nur: Es wird durch Wiederholung halt auch nicht wahrer.

Man kann sich anschauen, bei welcher Fallzahl welches Land welche Maßnahmen ergriffen hat, wann gelockert wurde und wie die Fallzahlen sich danach jeweils entwickelt haben. Zusammen mit einer Drittvariablenkontrolle (die Bevölkerungsdichte würde mir da einfallen) kann man das statistisch auswerten und so direkt die Wirkung von Maßnahmen nachweisen.
Und das wird auch gemacht:

Hier beispielhaft ein paar Belege, dass der Lockdown "schlimmeres verhindert" hat:
- The Efficacy of Lockdown Against COVID‑19: A Cross‑Country Panel Analysis
von Vincenzo Alfano & Salvatore Ercolano
- Lockdown During COVID-19: The Greek Success
von Dimitrios Moris & Dimitrios Schizas

goffman vor 5 Wochen

Also, was machen wir?
Diese bestimmte Bevölkerungsgruppe isolieren. Sollen sich die Senioren halt selber pflegen, Besuche gestrichen.

... Ist natürlich Quatsch.
Der beste Schutz für diese Gruppe ist natürlich, wenn auch in der anderen Bevölkerungsgruppe das Virus unter Kontrolle bleibt. Sollte es sich in der ganzen Bevölkerung unkontrolliert ausbreiten wird es auch den Weg zu Risikopatienten finden.
Zumal es ja auch bei Jüngeren nicht immer harmlos bleibt.

pit vor 5 Wochen

Lachhaft was hier abgeht !!!
Wer soetwas auf die Menschen abwälzt und der Meinung ist er bekommt zur Wahl geügend Stimmen , wird sich wohl irren.
Wer die Aussetzung der Grundrechte einfach verlängert hat für die BT Wahl den Hang aufgemacht die Leute der AfD in die Arme zu geben. Was ist aus der CDU GEWORDEN

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