Trotz großer Nachfrage Bisher erst 5.300 Auffrischungsimpfungen in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt haben die Corona-Auffrischungsimpfungen begonnen. Die Nachfrage ist groß. Bisher sind aber nur rund 5.300 Menschen zum dritten Mal gegen Corona geimpft worden. Das liegt vor allem an der Infrastruktur.

Arzt zieht eine Spritze aus einer Ampulle mit einem Covid 19 Impfstoff für die Impfung in einem Impfzentrum auf, Impfpass des Patienten liegt bereit
Bisher hat es 5.300 Auffrischungsimpfungen gegen Corona in Sachsen-Anhalt gegeben. (Symbolbild) Bildrechte: imago images/Bihlmayerfotografie

In Sachsen-Anhalt sind bis zum Wochenende rund 5.300 Menschen zum dritten Mal gegen das Coronavirus geimpft worden. Das hat das Landes-Gesundheitsministerium auf Anfrage erklärt. Die Auffrischungsimpfungen sind gerade erst gestartet. Die Nachfrage ist laut den Landkreisen und kreisfreien Städten groß. Teilweise fehlt es aber noch an mobilen Impfteams. Außerdem gibt es noch keine Empfehlungen der Ständigen Impfkommission für die Auffrischungen.

Virologe Alexander Kekulé von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg spricht in diesem Podcast über Drittimpfungen:

Ein Porträt-Foto von Virologe Alexander Kekulé. 59 min
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MDR AKTUELL Do 02.09.2021 15:45Uhr 58:39 min

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Vor allem in den noch geöffneten Impfzentren ist die Resonanz nicht besonders groß. Das berichten etwa der Salzlandkreis, das Jerichower Land oder die Stadt Halle. Besser wird hingegen das Angebot der mobilen Impfteams angenommen. Die sind aber noch nicht überall im Land unterwegs.

Warten auf mobile Impfteams

Die Rückmeldungen aus den Pflegeeinrichtungen zeige, dass der Wunsch nach Auffrischungsimpfungen groß sei, teilte der Landkreis Anhalt-Bitterfeld mit. Auch im Saalekreis sei die Nachfrage groß. Viele warten darauf, dass die Hausärzte oder die mobilen Teams in die Heime kommen.

In der kommenden Woche sollen etwa die mobilen Teams im Landkreis Anhalt-Bitterfeld und im Salzlandkreis starten. Dafür werde mit den Hilfsorganisationen und der Kassenärztlichen Vereinigung zusammengearbeitet, teilte ein Sprecher mit. Diese Kooperation hatte es auch in der Vergangenheit schon gegeben. In Dessau-Roßlau und im Landkreis Stendal starten die Impfteams erst mit der Schließung der Impfzentren Ende September.

#MDRklärt Das sollten Sie über die Corona-Auffrischungsimpfung wissen

Das sollten Sie über die Corona-Auffrischungsimpfung wissen
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Mit der Auffrischungsimpfung sollen die besonders gefährdeten Gruppen, wie ältere Menschen und Pflegbedürftige, im Herbst und Winter bestmöglich geschützt werden. Denn für sie ist das Risiko eines nachlassenden Impfschutzes am größten.
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Die berechtigten Personen sollen die Auffrischung frühestens sechs Monate nach der ersten Impfserie erhalten. Es werden nur die Präparate von Biontech/Pfizer und Moderna verwendet.
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Menschen, die bislang nur mit einem Vektorimpfstoff von Astrazeneca oder Johnson & Johnson geimpft wurden, sollen ebenfalls die Möglichkeit einer Dritt-Impfung mit einem mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer oder Moderna erhalten.
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Ob die dritte Impfung wirklich nötig ist, lässt sich nach Angaben von Experten mit der aktuellen Datengrundlage nicht eindeutig sagen. So sei laut Robert Koch-Institut (RKI) noch nicht bekannt, wie lange der Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus bzw. einer Covid-19-Erkrankung bei vollständig Geimpften anhalte.
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Die Ständige Impfkommission (Stiko) in Deutschland hat bislang keine Empfehlung für die Auffrischungsimpfung ausgesprochen. Dafür reiche die Datengrundlage bislang nicht aus, auch wenn man sich nach Angaben von Thomas Mertens, dem Chef der Stiko, intensiv mit der Frage beschäftige.
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Spätestens nach der Schließung werden die Impfstoffe schwerpunktmäßig durch die niedergelassenen Ärzte verteilt. Mit denen arbeiten den Angaben zufolge schon jetzt etliche Senioren- und Pflegeheime zusammen. Die Impfteams unterstützen dann nur noch. Sie sollen die niedergelassenen Ärzte in Regionen entlasten, in denen es nur wenige Haus- und Fachärzte gibt. Das teilte etwa der Altmarkkreis Salzwedel mit.

Bisher keine STIKO-Empfehlung

Da Anfang des Jahres nur wenig Impfstoff zur Verfügung stand, seien außerdem durch den vorgeschriebenen Abstand von sechs Monaten zur Zweitimpfung viele noch nicht impfberechtigt, erklärte ein Sprecher des Landkreises Mansfeld-Südharz. Weil es noch keine Empfehlung der Ständigen Impfkommission für Auffrischungsimpfungen gebe, bestehe ein erhöhter Aufklärungsbedarf für die Impfärzte, hieß es seitens der Stadt Halle.

MDR/Mario Köhne, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 11. September 2021 | 14:00 Uhr

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