Entlastung bei Kinderbetreuung Mehr Unterstützung für Eltern in Corona-Krise: Diese neuen Regeln gelten ab Montag

Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Grimm-Benne will Eltern in der Corona-Krise entlasten. Deshalb gelten ab Montag neue, gelockerte Regeln, die unter anderem mehr Optionen bei der Betreuung ermöglichen. Ein Überblick.

Ein ältere Dame spielt mit einem Jungen, während eine junge Frau mit ihrer Tochter auf dem Schoss an einem Laptop arbeitet.
Eltern müssen besonders in der Corona-Pandemie viel leisten: Von der Betreuung der Kinder, über Homeschooling bis hin zur Koordination mit ihrem Job. Ab Montag sollen sie mit weiteren Corona-Regeln unterstützt werden. Bildrechte: dpa

Homeschooling, ganztägige Betreuung der Kinder zu Hause – und das in Kombination mit dem eigenen Job: Auf Eltern liegt aktuell ein großer Druck und viel Verantwortung, da Schulen und Kitas weiterhin wegen der Corona-Pandemie geschlossen bleiben.

Petra Grimm-Benne (SPD), Gesundheitsministerin von Sachsen-Anhalt, will die Eltern deshalb besser unterstützen. Auf der Landespressekonferenz am Mittwoch hat sie darum neue, gelockerte Regeln angekündigt. Diese gelten ab Montag, den 25. Januar und sollen die Eltern vor allem bei der Betreuung entlasten.

Private Treffen: Kinder bis drei Jahre dürfen zusätzlich dabei sein

Aktuell dürfen sich bei privaten Treffen in der Öffentlichkeit oder zu Hause maximal nur ein Haushalt mit einer weiteren Person treffen. Diese Regel bleibt auch bestehen. Sie wird aber um den Zusatz ergänzt, dass Kinder unter drei Jahren nicht mehr bei der Personenzahl mitzählen. "Das gab innerhalb von Familien Probleme", fügt Grimm-Benne hinzu. Das bedeutet beispielsweise: Ein Baby kann von Mutter oder Vater mit zu einem Treffen mit einer weiteren Person und ihrem Kleinkind genommen werden.

Neue Betreuungs-Optionen für Kinder bis 14 Jahre

Außerdem ist es ab Montag erlaubt, Kinder bis 14 Jahre in maximal zwei Haushalten zu betreuen. Dabei sollen möglichst feste Betreuungsgruppen gebildet werden. Eltern könnten sich beim Aufpassen auf die Kinder zum Beispiel mit dem Haushalt in der Nachbarschaft abwechseln.

Wie Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) ergänzt, solle der Lockdown bis Mitte Februar verlängert werden – die zusätzlichen Kinderkrankentage würden dann nicht ausreichen. Deshalb sei diese neue Option der Nachbarschaftshilfe besonders wichtig, um trotzdem eine Betreuung für die Kinder organisieren zu können.

#MDRklärt Das müssen Eltern über die neue Corona-Verordnung wissen

Das sollten Eltern aus Sachsen-Anhalt über die neue Corona-Verordnung wissen
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Momentan gilt: Ein Haushalt darf sich nur mit einer weiteren erwachsenen, haushaltsfremden Person treffen.
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Zusatz ab Montag (25.01.2021): Kinder bis 3 Jahren zählen nicht mehr als eine haushaltsfremde Person und dürfen dann zu einem weiteren fremden Haushalt mitgenommen werden.
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Ab Montag (25.01.2021) ist es erlaubt, dass Familien einander unterstützen und Kinder bis 14 Jahren aus bis zu zwei Haushalten gemeinsam betreut werden. Dabei werde darum gebeten, möglichst feste Betreuungsgruppen zu bilden.
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Arbeitgeber sollen Homeoffice ermöglichen, wenn Job es zulässt

Was einige Familien ebenfalls bei der Betreuung unterstützen könnte: Arbeitgeber werden stärker verpflichtet, ihren Beschäftigten das Arbeiten im Homeoffice zu ermöglichen. Sofern das im jeweiligen Job machbar ist. "Wir haben im Bereich des Homeoffice noch erhebliche Potenziale, die wir heben können, um die Infektionszahlen nach unten zu bekommen", meint Haseloff. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) legte seinen Kabinetsskollegen bereits eine entsprechende Verordnung vor.

Kritik zum verpflichtenden Home-Office kommt von Hagen Mauer, Präsident der Handwerkskammer Magdeburg. Er findet die Verpflichtung samt Strafen bei Missachtung übermäßig und befürchtet, dass das für zusätzliche Belastungen und Bürokratie in den Betrieben sorgen könne.

Schrittweise Öffnung der Schulen ab 15. Februar?

Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner (CDU) gab währenddessen einen möglichen Ausblick in Sachen Schul-Öffnung. Wenn es gelinge, die Zahl der Ansteckungen deutlich herunterzufahren, sei er sehr optimistisch, dass ab dem 15. Februar "vorsichtige Öffnungsschritte" möglich seien. Fest zusagen könne er das aber noch nicht.

Bis zum 14. Februar gilt der Lockdown der verabredete Lockdown von Bund und Ländern. So lange bleiben auch Kitas und Schulen im Notbetrieb. Aktuell werden nur die Abschlussjahrgänge in Präsenz unterrichtet. Eltern, die in systemrelevanten Jobs arbeiten und eine Bestätigung ihres Arbeitgebers haben, können Kinder bis zur sechsten Klasse notbetreuen lassen.

Quelle: MDR/jd,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 20. Januar 2021 | 17:00 Uhr

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