Corona-Regeln für Sachsen-Anhalt Zehnte Eindämmungsverordnung beschlossen: Das sind die wichtigsten Punkte

Mehr Kontakte, Shopping mit Termin, Schnelltests. Und der Breitensport darf wieder ins Training im Freien einsteigen. Am Sonntag hat die Landesregierung eine neue Corona-Eindämmungsverordnung beschlossen. Das sind die wichtigsten Punkte:

Fuߟballer der Altersklasse U-10 vom SV Loschwitz trainieren auf dem Spielfeld in großen Abständen. Kommunale Sportstätten für den Vereinssport sind in Dresden seit 05. Mai  mit Einschränkungen wieder geöffnet.
Die vielleicht umfassendste Änderung in der neuen Corona-Verordnung des Landes: Kinder und Jugendliche dürfen in Gruppen von bis zu 20 Personen draußen trainieren. Bildrechte: dpa

Die Landesregierung hat am Sonntag eine neue Corona-Eindämmungsverordnung beschlossen – die bislang zehnte seit Ausbruch der Pandemie. Damit gelten seit Montagmorgen neue Corona-Regeln. So werden nach Angaben der Staatskanzlei beispielsweise die Kontaktregeln deutlich gelockert. In einigen Bereichen gehen die Lockerungen über die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz von vergangener Woche hinaus – etwa beim Breitensport.

Gruppensport im Freien wieder möglich

In Sachsen-Anhalt dürfen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ab Montag im Freien wieder gemeinsam Sport machen – in Gruppen mit bis zu 20 Personen (Betreuer inklusive), aber ohne Kontakt. Das ist die vielleicht umfassendste Änderung der neuen Verordnung.

Bedeutet: Beispielsweise Fußballvereine können auf den Trainingsplatz zurückkehren und dort kontaktlos trainieren. Für Sport bei Erwachsenen gibt es ebenfalls Lockerungen, dort dürfen ab Montag im Freien bis zu fünf Personen gemeinsam Sport machen. Das gilt auch für Rehasport.

Was wieder öffnen darf

Einzelhändler dürfen wieder Kunden in kleinen Gruppen im Laden bedienen, wenn diese vorher einen Termin gebucht haben und ihre Kontaktdaten hinterlassen. Das Tragen eines medizinschen Mund-Nasenschutzes ist jederzeit Pflicht. Zudem ist Kosmetiksalons, Massage-, Nagel- und Tattoostudios erlaubt, unter den gleichen Vorgaben ebenso zu öffnen wie Museen, Archive und Bibliotheken. Die neuen Öffnungsregeln gelten überall in Sachsen-Anhalt, unabhängig vom Infektionsgeschehen in den einzelnen Regionen.

Was noch geschlossen bleibt

Die meisten Freizeiteinrichtungen müssen nach wie vor geschlossen bleiben – etwa Frei- und Hallenbäder, Fitnessstudios, Theater, Kinos oder Spielhallen. Gleiches gilt für Gastronomiebetriebe, die weiterhin nur Außer-Haus-Verkauf anbieten dürfen. Hotels und andere Übernachtungsbetriebe dürfen nur für dienstliche Reisen genutzt werden. Für verschiedene Bereiche wurden zuletzt mögliche Öffnungstermine diskutiert. Diese hängen jedoch an der weiteren Entwicklung der Coronazahlen im Land.

Welche Kontaktbeschränkungen gelten

Von Montag an gelten teilweise deutlich großzügigere Kontaktregeln als bisher. So dürfen sich die Mitglieder eines Haushalts mit maximal fünf Menschen eines zweiten Hausstands treffen; Kinder unter 14 Jahre werden dabei nicht mitgezählt. Trauungen und Trauerfeiern sind weiterhin auf den engsten Angehörigenkreis beschränkt.

Vor wenigen Tagen hatten Bund und Länder vereinbart, dass der seit November geltende Lockdown auch dann gelockert werden kann, wenn die politisch gesetzte Zielmarke von maximal 50 Corona-Fällen je 100.000 Einwohnern und Woche überschritten wird. Voraussetzung für die Öffnungsschritte ist jedoch, dass es stabil weniger als 100 Fälle je 100.000 Einwohner und Woche gibt. Überschreitet ein Land oder ein Kreis diese Marke drei Tage hintereinander, soll die sogenannte Notbremse greifen, die eine Rückkehr zu den bisherigen strengen Lockdown-Regeln bedeutet. In Sachsen-Anhalt sollen die Kreise und Städte die entsprechenden Regeln dann mit Hilfe eigener Verfügungen umsetzen. In diesem Fall soll wieder nur eine weitere Person mit den Mitgliedern eines Haushalts zusammentreffen dürfen.

Was für Schulen gilt

Im Burgenlandkreis gilt weiterhin Notbetrieb an Schulen und Kitas. In allen anderen Landkreisen und kreisfreien Städten läuft der eingeschränkte Betrieb. Das heißt: Nur an Grundschulen und für die Abschlussklassen gibt es täglichen Präsenzunterricht. Für Grund- und Förderschüler wird dabei die Anwesenheitspflicht aufgehoben. In allen anderen Jahrgängen werden die Klassen aufgeteilt und lernen abwechselnd zu Hause und in der Schule. In Mansfeld-Südharz ist das Infektionsgeschehen inzwischen so entspannt, dass dort die Schulen am Montag in den täglichen Präsenzunterricht für alle gewechselt sind.

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Ein kostenloser Schnelltest pro Woche und Person

Einen kostenlosen Corona-Schnelltest pro Woche soll ab Montag jeder in einem Testzentrum machen lassen können. Das Personal in Schulen und Kinderbetreuung sowie alle Schülerinnen und Schüler sollen mindestens einen kostenlosen Schnelltest pro Präsenzwoche angeboten bekommen. Den Mitarbeitern von Unternehmen, die nicht im Homeoffice arbeiten, sollen die Arbeitgeber mindestens einen kostenlosen Schnelltest pro Woche ermöglichen.

Allerdings stehen die Schnelltests nicht überall schon zur Verfügung. Zur Kritik an der langsamen Beschaffung von Schnell- und Selbsttests sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), man brauche bestimmte Mengen, um die Tests flächendeckend anzubieten.

dpa, MDR/Oliver Leiste

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 08. März 2021 | 05:00 Uhr

1 Kommentar

ossi1231 vor 8 Wochen

Aber dienen Schnelltests nicht nur dazu um im „Knockismus“ (Jules Romains „Knock – oder der Triumph der Medizin“) die Zahl eingebildeter Kranker zu steigern?

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