Corona-Bedingungen Weihnachtsmarkt trotz Corona: Das sind die Pläne in Sachsen-Anhalt

Die Weihnachtsmärkte in Sachsen-Anhalt sollen trotz angespannter Corona-Lage stattfinden. Abstände, Eintrittsbeschränkungen nach 2G- oder 3G-Regel sowie Maskenbestimmungen – das sind die Pläne in Magdeburg, Halle, Quedlinburg und Stendal.

Leuchtende Buden und glänzende Lichter auf dem Weihnachtsmarkt in Halle an der Saale
Der Andrang auf dem halleschen Weihnachtsmarkt soll auf mehrere Standorte verteilt werden. Bildrechte: Thomas Ziegler/Stadt Halle

Die Weihnachtsmarkt-Veranstalter in Sachsen-Anhalt gehen mit der angespannten Corona-Situation im Land unterschiedlich um. Das haben Recherchen von MDR SACHSEN-ANHALT ergeben.

Halle plant Weihnachtsmarkt an fünf Plätzen

In Halle wurde das Konzept des Weihnachtsmarktes am Montag vorgestellt. Demnach wird ab Mittwoch aufgebaut und die Tanne aufgestellt. Beginn des Marktes ist der 23. November. In Halle wird vor allem auf Abstand gesetzt. Dabei stehen die Buden mit Kunsthandwerk, Getränken und Essen sowie die Karussells weiter auseinander als bisher und verteilen sich auf fünf Plätze.

Der Geschäftsführer des Halleschen Stadtmarketings, Mark Lange, äußerte die Hoffnung, dass die Besucher mithelfen und sich an die Abstandsregeln halten: "Wir sind an der frischen Luft, wir haben alles entzerrt. Das heißt also, alles, was wir an Vorsorge treffen konnten, haben wir getan. Und jetzt gilt es natürlich, unseren Besucherinnen und Besuchern ein bisschen Verantwortung auch in die Hände zu geben, um mitzuhelfen, dass der Weihnachtsmarkt stattfinden kann."

Trotz des größeren Abstands schloss der Hallesche Weihnachtsmarkt-Veranstalter Besucherkontrollen aus: "Was es sicherlich bei uns nicht geben kann, ist zum Beispiel 2G oder 3G zu kontrollieren. Und das natürlich einzuzäunen, ist kaum umsetzbar."

Quedlinburg mit 2G-Bereichen

Anders geht damit die Welterbestadt Quedlinburg um. Dort gibt es von Anfang an festgelegte 2G-Bereiche, und zwar auf dem Marktplatz und in den Innenhöfen, die sich an der Wochenendaktion "Advent in den Höfen" beteiligen. Dort sollen separate Einlassbändchen verteilt werden. Der Quedlinburger Weihnachtsmarkt ist vom 24. November bis zum 22. Dezember geöffnet.

Neben dem Hauptbereich auf dem Marktplatz beinhaltet er nach Angaben der Stadtverwaltung einen Märchenwald mit weihnachtlichen Ständen in der Marktstraße und im Kornmarkt. Am Mathildenbrunnen werde der Platz adventlich geschmückt. Dort sorge eine Illumination mit Figuren für vorweihnachtliche Atmosphäre. Die Stadt mahnt an, dort auf Abstand zu achten. Teil der vorweihnachtlichen Aktionen in Quedlinburg wird auch dieses Jahr ein lebendiger Adventskalender sein.

Stendal verzichtet auf Bühnenprogramm

In anderen Städten wie Stendal oder Magdeburg sind die Planungen eher wie in Halle. Stendal verzichtet aber nach Angaben der Stadtverwaltung auf ein Bühnenprogramm. Zwischen der Weihnachtsmusik sollen aus den Lautsprechern auch Hygiene-Durchsagen zu hören sein. Außerdem kündigte die Stadt zusätzliche Kontrollen an, ob die Abstände auch eingehalten werden.

Magdeburg: Lichterwelten und Weihnachtsmarkt ohne 2G oder 3G

Magdeburg startet mit seinem Weihnachtsmarkt und den Lichterwelten am 22. November. Auch hier setzen die Veranstalter darauf, dass sich Besucher verantwortungsbewusst verhalten, Abstand halten und überall dort, wo das mal nicht geht, eine Maske tragen.

Der Geschäftsführer der Gesellschaft zur Durchführung der Magdeburger Weihnachtsmärkte, Paul-Gerhard Stieger, betonte im MDR, man habe einen Markt schaffen wollen, der frei zugänglich sei. Es werde grundsätzlich keine verpflichtende 2G- oder 3G-Regelung geben. In einigen begehbaren Hütten werde das aber der Fall sein: "Das heißt, ich kann meine Weihnachtsfeier mit der Firma zum Beispiel dort unter 3G- oder 2G-Bedingungen machen, aber nicht spontan in diese Hütte reingehen."

Auch der Magdeburger Weihnachtsmarkt ist dieses Jahr weit auseinandergezogen. Stieger sagte dazu: "Die Hütten stehen auf dem Markt etwas luftiger. Das heißt, wir haben versucht, alle Freiflächen noch zu nutzen, die wir haben." Der Geschäftsführer verwies auf mehrere zusätzliche kleinere Weihnachtsmärkte wie am Hundertwasserhaus oder am Bahnhofsvorplatz.

Stieger sagte, der Weihnachtsmarkt sei wichtig für Einzelhandel und Tourismus, die vergangenes Jahr in der umsatzstärksten Zeit massiv gelitten hätten. Außerdem habe der Markt eine psychologische Komponente. So seien die Leute vor einem Jahr – als es nur die Lichterwelten gegeben habe – von der Weihnachtsstimmung begeistert gewesen: "Und wenn es dieses Jahr natürlich den Weihnachtsmarkt wieder gibt, trägt das auch so ein bisschen zum persönlichen Frieden bei."

MDR/Mathias Kessel, Christoph Dziedo, Luise Kotulla

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 08. November 2021 | 22:00 Uhr

6 Kommentare

Hajo aus NRW vor 10 Wochen

Ich bin vollständig geimpft und seit einer Woche geboostert. Mir kann voraussichtlich nicht gravierendes passieren. Ich werde auch auf den Weihnachtsmarkt gehen. Aber ich glaube noch nicht so ganz, daß er stattfinden kann/wird. Die Entwicklung der letzten Woche ist zu dynamisch. Und 2G bringt meiner Meinung nach nicht viel. Ich war Johnson&J. geimpft. Gegen die Deltavariante ist das nicht mehr ausreichend. Nach 5 Monaten schon gar nicht, aber es reicht für 2G und vermittelt psychologisch "Scheinsicherheit". Da ist die gefühlte Sicherheit problematischer als der Impfschutz. Herr Kekulé hat im MDR klar darauf hingewiesen, daß laut schwedischer Studie bei AstraZeneca die geimpften Menschen nach 4 Monaten häufiger infiziert waren als die ungeimpfte Kontrollgruppe. Grund: fehlende Vorsicht und nachlassende Wirkung. Bei Biontech bei Älteren gibt es das gleiche Problem und viele wissen nichts von der Möglichkeit des Boosters oder bekommen ihn organisatorisch nicht. Überfüllte Arztpraxen!

Nachdenker vor 10 Wochen

Es geht nicht darum, wieviel - sondern wieviel Menschen pro Quadratmeter. Der Markt in Magdeburg ist um etliche mal grösser als der in Quedlinburg. Quedlinburg hat aber mindestens zum "Advent in den Höfen" mehr Touristen als Einwohner. Wenn Sie dann noch bedenken, dass es kaum nutzbare Alternativen im Innenstadtbereich gibt und die Wege dahin fast alle durch schmale Gassen führen, sollten Sie ihre Meinung überdenken. Zu Vorcorona- Zeiten haben sie zum genannten Zeitraum für die Überquerung der ca. 100m etwa 30-45 Minuten gebraucht, um sich durch die Massen zu wühlen und Rotwein- oder Senfflecke zu vermeiden. Für die Tage außerhalb des "Advents in den Höfen" kann man den Weihnachtsmarkt nicht einfach mal von einen Tag auf den anderen verlegen, zumal es um drei verschiedene Wochenenden geht. Ich glaube, die Verantwortlichen haben sich die Entscheidung nicht leicht gemacht und m.E. richtig entschieden. Machen Sie sich doch am Besten selbst mal ein Bild davon ...

pwsksk vor 10 Wochen

Wieviel Menschen gehen in Quedlinburg auf den Weihnachtsmarkt und wieviel in Magdeburg?
Mit ein bisschen Nachdenken kann man auch darauf kommen und ein Entzerren dürfte auch in Quedlinburg möglich sein.

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