Neue Option Corona: Gastronomen und Veranstalter lehnen 2G-Regel weitgehend ab

Gastronomen und Veranstalter in Sachsen-Anhalt sehen die 2G-Regel für Gäste skeptisch. Mit dem neuen Optionsmodell haben sie die Möglichkeit, nur noch Geimpften und Genesenen den Zutritt zu erlauben und damit auf weitere Corona-Maßnahmen zu verzichten. Bisher nutzen nur wenige Betreiber die neue Regel.

Vor einer Bar in Hamburg steht ein Hinweisschild, welches auf den Einlass nach der 2G-Regel hinweist.
Auch in Sachsen-Anhalt ist es Gastronomen und Veranstaltern erlaubt, nur noch Geimpfte oder Genesene einzulassen. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Die neu eingeführte 2G-Regel wird zunächst nur von wenigen Veranstaltern und Betrieben in Sachsen-Anhalt eingesetzt. Das ergab eine stichprobenartige Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Demnach sehen viele die Option, nur Geimpfte oder Genesene einzulassen, kritisch.

Hintergrund ist, dass Sachsen-Anhalts alte Landesregierung mit der neuen Corona-Landesverordnung in dieser Woche ein 2G-Optionsmodell eingeführt hat. Das sogenannte 2G-Modell soll Gastronomen und Veranstaltern ermöglichen, künftig nur noch Geimpften und Genesenen den Einlass zu gewähren. Dafür entfallen Personenoberbegrenzungen, Abstandsregeln sowie die Maskenpflicht.

Gastronomen in Magdeburg: 2G-Regel ist realitätsfern

Matthias Nawroth von der Arbeitsgemeinschaft Magdeburger Gastronomen und Inhaber des Magdeburger "Ratskeller" hält die Neuregelung für "wenig sinnvoll". Die häufigen Umstellungen der Regelungen seien für die Gäste nicht mehr nachvollziehbar. Zudem hält er die neue Option für realitätsfern. Dafür gibt er folgendes Beispiel: "Jetzt haben Sie in Ihrem Bekanntenkreis zwei Leute, die nicht geimpft sind und wollen Geburtstag feiern. Dann schließen Sie die aus."

Ähnlich sieht das Christian Szibor, Geschäftsführer des Kultur- und Tagungszentrums "Festung Mark" in der Magdeburger Innenstadt. Er befürchtet, dass die 2G-Regelung weiter spalten könnte. "Wir sind der Meinung, Kultur soll die Gräben der Gesellschaft überbrücken und nicht vertiefen", so Szibor. Daher wolle er erstmal bei der der 3G-Regelung bleiben.

Disko-Betreiber gegen 2G-Regel

Auch der Betreiber der Disco "Schorre" in Halle will weiterhin auch negativ getestete Personen einlassen. Uwe Helm, Eventmanager des Hauses, sagte: "Wir sehen bei den Kontaktdaten, dass insbesondere die Jüngeren nicht geimpft sind." Eine 2G-Regel wäre somit aus der Sicht von Helm unwirtschaftlich.

Auch die Betreiberin der Disko "Palette" in Halle wird nicht von der 3G-Regel abweichen. Es kämen ohnehin nicht genug Leute, um das Besucher-Kontingent auszureizen.

Michael Wiecker, der in Wernigerode jedes Jahr im Herbst die "Wiesngaudi" veranstaltet, wird ebenfalls nicht auf die 2G-Option setzen. "Wir hätten auf diese Weise viele Jüngere und Ungeimpfte ausgegrenzt, die normalerweise immer unsere Gäste waren. Das will ich nicht", erklärte Wiecker. Weil aber auch die Umsetzung der 3G-Regelung und die dann geltende Maskenpflicht auf der Tanzfläche schwer zu realisieren seien, wolle er das Fest lieber ganz absagen.

Bühnen in Halle und Dessau wollen 2G anbieten

Anders will es das Steintor-Varieté in Halle handhaben. Geschäftsführer Rudenz Schramm sagte dem MDR, dass man die 2G-Regel bei Großveranstaltungen nutzen wolle. Nur so könnten bestimmte Vorführungen wieder stattfinden.

Auch das Anhaltische Theater Dessau will künftig Aufführungen nur mit der 2G-Regel anbieten. Johannes Weigand, Generalintendant des Theaters, sagte, dass das aber nicht alle Veranstaltungen betreffen werde. Zudem könne man die Option aufgrund des laufenden Verkaufs für den Oktober erst im November umsetzen. Intern werde bisher besprochen, welche Vorstellungen das betreffen soll, schließlich müssten dann auch die anwesenden Mitarbeiter entweder geimpft oder genesen sein.

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DEHOGA kritisiert Corona-Politik des Landes

Nach Bekanntgabe der neuen Corona-Regeln in Sachsen-Anhalt hatte es bereits Kritik vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Dehoga gegeben. Der Dehoga-Präsident in Sachsen-Anhalt, Michael Schmidt, nannte die 2G-Regel schwierig. Er sagte dem MDR, dass die Politik damit erneut die Unternehmer vorschiebt, ohne den Rechtsrahmen zu finden: "Ich sehe das Problem, dass wir als Unternehmer der verlängerte Arm der Regierung sind, um die Leute letztlich zum Impfen zu bewegen."

MDR/Sarah Peinelt, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 19. September 2021 | 08:00 Uhr

206 Kommentare

mattotaupa vor 5 Wochen

" ...und da diese Ansteckung bei Geimpften leichter verlaufen ... " ist das eigentlich ein argument für die impfung, der man sich allein aus trotz verweigert und dabei leider all dijenigen, welche geimpft sind, in mithaftung nimmt. sinn und zweck der impfung ist es doch das virus/die krankheit harmlos zu machen und das schafft man indem man das immunsystem darauf vorbereitet. obwohl man dies ja erkannt hat (siehe aussage) weigert sich die fraktion der virus-supporter zur impfung zu gehen. traurig.

mattotaupa vor 5 Wochen

" JEDER kann auch nach vollständiger Impfung wieder erkranken und NICHT jeder der Ungeimpften muss intensiv betreut werden" jeder mit sicherheitsgurt kann dennoch bei nem unfall sterben udn nicht jeder der gurtmuffel stirbt bei nem unfall. und? ist kein argument gegen den sicherheitsgurt im auto.

mattotaupa vor 5 Wochen

"Heute 41,0% ist sicher kein Fallen der Inzidenz" inzidenz wird pro 100.000 berechnet, prozent sind pro 100. inzidenz liegt in dänemark bei 41 und ist mit sicherheit fallend. am 01.09. lag inzidenz bei 105, nur weil gestern halt mal 40,8 berechnet wurden, ist sie dennoch fallend. in sachsen-anhalt lag inzidenz am 01.09. noch bei 16,9 und ist nun bei 39,6.

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