Cybersicherheit Cyberagentur: Werden die Ergebnisse veröffentlicht?

25. August 2023, 17:48 Uhr

2020 hat der Bund in Halle eine Cyberagentur gegründet, die herausfinden soll, wie sich die Bundesrepublik vor Hackern schützen kann. MDR AKTUELL-Hörer Peter Weigel fragt sich nun, was mit den Forschungsergebnissen der Agentur passiert und wie die Bürger und der Staat von diesen profitieren.

Lydia Jakobi, Autorin und Reporterin
Bildrechte: MDR/Karsten Möbius

Wenn man Michael Lindner fragt, was er und das Team der Cyberagentur in den letzten drei Jahren gemacht haben, dann bekommt man einen ganzen Strauß an Themen präsentiert. Sie hätten ein Forschungsprojekt zu mobilen Quantencomputern gestartet, zu Gehirn-Computer-Schnittstellen und zum maschinellen Lernen.

Aktuell seien sie in einer Forschungsphase angelangt: "Wir hatten im letzten Jahr zur kritischen Infrastruktur ein Forschungsprojekt aufgelegt und da die ersten Konzepte angefragt. Jetzt haben sich drei Forschungsverbunde durchgesetzt und da ist unter anderem die Universität Magdeburg federführend in einem Projekt", sagt Lindner.

Michael Lindner ist der Pressesprecher der bundeseigenen Agentur für Innovation in der Cybersicherheit. Bis Ende dieses Jahres hat sie 280 Millionen Euro zur Verfügung. Vor allem für Forschungsaufträge, die die Agentur zum Beispiel an Universitäten oder Start-up-Unternehmen vergibt: "Die Ergebnisse sind auf unserer Homepage, insofern sie veröffentlichbar sind, zu finden. Natürlich sind wir noch ein bisschen eingeschränkt, weil noch nicht so viele Ergebnisse vorliegen. Aber diese Vorstudien, die wir im letzten Jahr rausgebracht haben, sind schon auf der Homepage veröffentlicht."

Geheimhaltung der Forschungen

Allerdings könne man nicht jede Forschungsarbeit öffentlich machen, sagt Wolfgang Hellmich. Er ist Bundestagsabgeordneter der SPD und sitzt im Aufsichtsrat der Cyberagentur. "Wir finanzieren es aus dem Parlament heraus über den Bundeshaushalt, deshalb gehen die Eigentumsrechte an den Ergebnissen auf die Bundesregierung über. Dann wird entschieden, welche Sicherheitsrelevanz sie haben. Ob sie der Geheimhaltung unterliegen müssen oder ob sie auch öffentlich zur Verfügung gestellt werden können." Im Kern gehe es um sicherheitsrelevante Fragen für die gesamte Republik oder Institutionen der Nato und der EU, sagt Hellmich.

Der Start der Agentur sei etwas holprig verlaufen, sagt Hellmich. Noch in der Gründungsphase gab es einen personellen Wechsel an der Spitze. Es hieß, die Ministerien hätten zu viel Einfluss genommen. Doch jetzt, sagt der SPD-Politiker, sei Schwung zu spüren.

Kritik an der Cyberagentur

Trotzdem: Die Cyberagentur hat auch ihre Kritiker. Manuel Atug ist Gründer und Sprecher der unabhängigen AG KRITIS. Der IT-Sicherheitsexperte sagt, die Agentur kümmere sich zu sehr um Zukunfts-, zu wenig um Gegenwartsfragen.

Beispiel: Russische Cyberangriffe. "Wir haben zum Beispiel organisierte Kriminalität, die mit Ransomware-Erpressungen, die immer strukturierter und organisierter werden. Wir haben staatliche Akteure, die völlig frei drehen inzwischen. Das ist eine Büchse der Pandora, die man gar nicht mehr zukriegt, weil sämtliche Nachrichtendienste meinten, sie müssten im Cyberraum Krieg spielen", so Atug. Er fände eine Forschung interessant, wie man so etwas absichert und gegen solche Akteure schützt.

Die Cyberagentur plant zumindest Forschungsaufträge, die das Thema streifen: Sie will zum Beispiel herausfinden, wie man IT-Systeme vor Manipulation schützt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 24. August 2023 | 08:22 Uhr

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