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Die Polizei hat 2021 in Sachsen-Anhalt deutlich mehr Cyberstraftaten erfasst als in den Vorjahren. Der Anteil der aufgeklärten Delikte hat jedoch abgenommen. Bildrechte: imago images/photothek

Hackerattacken und DatenklauImmer mehr Cyberangriffe in Sachsen-Anhalt

von MDR

Stand: 16. Mai 2022, 09:08 Uhr

In Sachsen-Anhalt werden immer mehr Straftaten im Bereich der Cyberkriminalität erfasst. Zwischen 2017 und 2021 hat sich die Anzahl mehr als verdoppelt. Der Anteil der Fälle, die aufgeklärt werden konnten, hat dagegen deutlich abgenommen. Die Polizei rät auch Privatpersonen zur Vorsicht.

Die Anzahl der Cyberstraftaten hat in Sachsen-Anhalt deutlich zugenommen. Das zeigt die Polizeiliche Kriminalstatistik. Demnach sind im vergangenen Jahr 7.810 Fälle registriert worden. Im Vorjahr seien es noch rund 6.000 gewesen, im Jahr 2017 habe die Zahl bei 3.160 gelegen. Bundesweit seien vergangenes Jahr 146.363 Delikte erfasst worden, 12 Prozent mehr als im Vorjahr.

Nach Angaben des Landeskriminalamtes können immer weniger Cyberstraftaten aufgeklärt werden. Die Aufklärungsquote habe im vergangenen Jahr 24 Prozent betragen. Im Jahr zuvor seien es noch mehr als 31 Prozent gewesen, 2017 genau 39 Prozent. Bundesweit seien 2021 29 Prozent aller Cyberstraftaten aufgeklärt worden.

Mehr Schadprogramme und Serverangriffe

Zahlen des Bundeskriminalamtes zeigen, dass vor allem sogenannte DDoS-Attacken, also Angriffe auf Server, und Attacken mit Schadprogrammen, auch "Ransomware" genannt, zugenommen haben.

In Sachsen-Anhalt war zuletzt ein Ransomware-Angriff auf das Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen in Halle bekannt geworden. Nach aktuellem Kenntnisstand des Landeskriminalamtes sind dabei sowohl Daten verschlüsselt als auch geklaut worden.

Immer mehr Privatpersonen von Cyberkriminalität betroffen

Unter Cyberkriminaliät im weiteren Sinne fallen laut Polizei auch Straftaten, die Privatpersonen betreffen, beispielsweise Waren- und Kreditbetrug. In diesem Bereich sei die Zahl der Fälle in Sachsen-Anhalt von rund 15.400 im Jahr 2020 auf knapp 19.500 im vergangenen Jahr gestiegen.

Die Polizei rät Betroffenen, die Taten unbedingt anzuzeigen. Grundlegend sei, Betriebssysteme und Antivirensoftware auf dem aktuellsten Stand zu halten und für Accounts Passwörter zu wählen, die nicht identisch, ähnlich oder einfach sind.

Zudem rät das Landeskriminalamt, niemals Geld an Familienmitglieder oder Freunde zu überweisen, die sich telefonisch oder per Messenger melden und vorgeben, in finanzieller Not zu sein. Allein im Februar und März 2021 seien in Sachsen-Anhalt 80 solcher Taten angezeigt worden. Die Schadenssumme habe jeweils zwischen 500 und 7.000 Euro betragen.

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dpa, MDR (Maren Wilczek)

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 16. Mai 2022 | 08:00 Uhr

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