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In Sachsen-Anhalt ist die Zahl der Betrugsfälle im Netz zuletzt stark gestiegen. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Mehr als 11.000 FälleBetrug im Netz: Landeskriminalamt in Sachsen-Anhalt ermittelt immer öfter

von MDR SACHSEN-ANHALT

Stand: 24. August 2021, 10:48 Uhr

Der Angriff auf die Kreisverwaltung des Landkreises Anhalt-Bitterfeld war offenbar nur ein Fall von vielen: In Sachsen-Anhalt werden Privatpersonen, Unternehmen oder Behörden immer wieder im Netz angegriffen. Unbekannte haben es oft auf Daten abgesehen und wollen mit Betrügereien abkassieren. Die Zahl dieser Fälle stieg zuletzt beachtlich.

Das Landeskriminalamt (LKA) in Sachsen-Anhalt ermittelt immer häufiger wegen Betrugsfällen im Internet. Das teilte ein Sprecher der Behörde MDR SACHSEN-ANHALT mit. Danach stieg die Zahl der Fälle, bei denen Daten ausgespäht oder abgefangen wurden, zuletzt um mehr als ein Drittel. Voriges Jahr seien rund 36 Prozent mehr Fälle als noch 2019 festgestellt worden, hieß es. Die meisten Fälle wurden demnach im Zusammenhang mit Waren- und Warenkreditbetrug erfasst.

Mehr als 11.000 Betrugsfälle insgesamt

Auch insgesamt stieg die Zahl der Fälle von Computerbetrug: Im Vergleich zu 2019 registrierte das LKA im vergangenen Jahr einen Zuwachs von 21 Prozent. In absoluten Zahlen wurden mehr als 11.000 Fälle von Betrug im Internet festgestellt. Knapp die Hälfte der Fälle wurde aufgeklärt. Niedrigere Fallzahlen wurden dagegen im Zusammenhang mit Erpressung und der Sabotage von Computern erfasst, hieß es.

Kriminalität im Netz in Sachsen-Anhalt (Auswahl)
Straftaten(-gruppen)20192020Entwicklung
Sonstiger Waren- und Warenkreditbetrug6.3767.468+17,1 Prozent
Erpressung323155-52 Prozent
Computerbetrug insgesamt3.5204.260+21 Prozent
Datenveränderung/Computersabotage10882-24,1 Prozent
Ausspähen/Abfangen von Daten673914+35,8 Prozent

Der Trend setze sich auch im aktuellen Jahr weiter fort, teilte ein Polizeisprecher mit.

Hackerangriff auf Anhalt-Bitterfeld: Kreisverwaltung lahm gelegt

Schlagzeilen im Zusammenhang mit Internetkriminalität hatte zuletzt der Landkreis Anhalt-Bitterfeld gemacht. Dessen Kreisverwaltung in Köthen war im Juli Ziel eines Hackerangriffs geworden. Dabei hatten Unbekannte alle Daten der Verwaltung infiziert und verschlüsselt. Mehrere Server des Kreises waren mit sogenannter Ransomware infiziert worden. Einer Lösegeld-Forderung war der Kreis nach eigenen Angaben aber nicht nachgekommen. Später hatten die unbekannten Erpresser Teile des Datensatzes im Darknet veröffentlicht.

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Stattdessen werden die Computer in der Kreisverwaltung seit einigen Tagen "gesäubert", hieß es zuletzt von einem Sprecher des Landkreises. Insgesamt müssen demnach rund 1.000 PCs wieder fit gemacht werden. Die Kreisverwaltung ist in der Zwischenzeit weiter nur sehr eingeschränkt arbeitsfähig. Immerhin kann die Kfz-Zulassungsstelle seit kurzem wieder arbeiten.

Auch der Magdeburger Maschinenbauer FAM war in diesem Jahr Opfer eines Hackerangriffs geworden. Das Unternehmen hat den Fall nach Medienberichten angezeigt. Ob in diesem Fall Lösegeld gezahlt wurde, machte FAM auf Nachfrage der Mitteldeutschen Zeitung nicht öffentlivh. Digital-Experten hatten zuletzt den laschen Umgang vieler Behörden und Unternehmen kritisiert, wenn es um den Schutz der IT-Systeme geht.

Mehr zum Thema: Angriffe im Netz und wie Sie sich schützen

MDR/Simon Kremer, Luca Deutschländer

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 24. August 2021 | 05:00 Uhr

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