Corona-Tests Das müssen Eltern über die Schnelltests an Schulen und Kitas wissen

Ab Montag bietet Sachsen-Anhalt den Schülerinnen und Schülern kostenlose Schnelltests an. Dahinter steckt ein großer logistischer Aufwand. Damit der sich auch auszahlt, gilt es einiges zu beachten.

Ein Schüler testet sich selbst mit einem Corona-Schnelltest
Die Tests sollen die Schülerinnen und Schüler selbst durchführen. Bildrechte: imago images/CHROMORANGE

In fast allen Landkreisen Sachsen-Anhalts steigen die Inzidenzen. Trotzdem sollen die Kinder zur Schule gehen oder Kitas besuchen. Um die Gefahr von Ansteckungen zu verringern, bietet das Land Sachsen-Anhalt ab Montag kostenlose Schnelltest an Schulen und Kitas an. Dafür hat das Land rund eine Million Schnelltests bestellt. Die Eltern seien laut Gesundheitsministerium vorab per Brief informiert worden.

Das ist eine riesige logistische Aufgabe. Wir werden das begleiten mit Elternbriefen und mit Schulträgerbriefen, damit auch alle Bescheid wissen. Und dann geht das dann richtig los.

Petra Grimm-Benne (SPD), Gesundheitsministerin Sachsen-Anhalt

Wer testet die Schüler?

Die Kinder testen sich selbst. Bei den bestellten Tests handelt es sich um so genannte Laien-Selbsttests. Dabei wird ein Abstrich aus dem vorderen Bereich der Nase genommen. Das können laut Bildungsministerium die Kinder selbst machen, die Lehrkräfte müssten nicht extra geschult werden. Sie werden allerdings gebeten, die Schülerinnen und Schüler gegebenenfalls zu unterstützen.

Wann und wie häufig werden die Schüler getestet?

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich laut Bildungsministerium testen, wenn sie morgens in die Schule kommen. So könne gewährleistet werden, dass keine Unterrichtszeit ausfällt und dass die Lehrkräfte einen Überblick behalten, welche Kinder getestet wurden und wie die Tests ausfielen.

Das Ziel des Bildungsministerium ist es, "allen Schülerinnen und Schülern an zwei Tagen in der Woche einen SARS-CoV-2-Antigen-Schnelltest anzubieten."

Was passiert bei positiven Fällen?

Sollte ein Antigentest positiv sein, soll das betroffene Kind isoliert und die Eltern informiert werden. Danach soll das zuständige Gesundheitsamt entscheiden, wie weiter vorgegangen wird.

Wie lange reichen die Tests?

Die bisher bestellten Schnelltests dürften relativ rasch aufgebraucht sein. Dem Statistischen Landesamt Sachsen-Anhalt zufolge besuchen knapp 200.000 Schülerinnen und Schüler die allgemeinbildenden Schulen im Land. Sollten alle Kinder und Jugendlichen das Testangebot in Anspruch nehmen, wären die Tests nach etwa zweieinhalb Wochen aufgebraucht.

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Ausnahme im Harz

Die Schnelltests stehen bereits seit Donnerstag bereit, allerdings gab es zuvor in den Landkreisen Börde und Harz Probleme. Eine Sprecherin des Landkreises Harz sagte MDR SACHSEN-ANHALT, weil noch wichtige Informationen fehlten, könnten die Test noch nicht am Montag starten.

Weitere Maßnahmen an Schulen

Marco Tullner
Setzt die Präsenzpflicht aus: Marco Tullner Bildrechte: Ministerium für Bildung des Landes Sachsen-Anhalt, Ronny Hartmann

Die Schnelltests sind nur ein Baustein in der Strategie, die Infizierungen mit dem Coronavirus in Schulen so gering wie möglich zu halten. So müssen die Kinder beispielsweise weiterhin Masken tragen. Auch der Unterricht findet für die meisten Schulen im Wechselmodell statt. Die Klassen werden also geteilt und wechseln sich tage- oder wochenweise im Schulhaus ab. Erst am Montag hatte Bildungsminister Marco Tullner (CDU) die Präsenzpflicht für Schülerinnen und Schüler landesweit ausgesetzt.

Zugleich weitet Sachsen-Anhalt auch seine Impfstrategie an den Schulen aus. So bietet man jetzt auch im Landkreis Wittenberg allen Lehrerinnen und Lehrern eine Impfung gegen das Coronavirus an. Der Landkreis ist erst der zweite, in dem allen Lehrerinnen und Lehrern ein Impfangebot gemacht wird – neben dem Burgenlandkreis. Landesweit richtet sich das Angebot vorerst nur an Beschäftigte von Kitas sowie Grund- und Förderschulen.

Quelle: MDR/Max Schörm

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 22. März 2021 | 06:00 Uhr

17 Kommentare

Nelke vor 7 Wochen

Sollten nicht nach der Hainsberg-Studie flächendeckend Antikörper-Tests durchgeführt werden, um zu sehen, wieviele Menschen bereits Antikörper
entwickelt haben ? Damit könnte auch Impfstoff gespart werden, weil diese Personen derzeit keine Impfung mehr benötigen. Masken, PCR-Tests, Schnelltests, Bestelldienste, Impfstoffe. Ein Milliardenmarkt, der in den EU-Ländern langsam das Volumen der Rüstungsausgaben erreichen dürfte, zählt man die privaten Ausgaben mit...Spätestens im nächsten Jahr können Museumsführungen angeboten werden. Thema: Hier war mal ein Geschäft, dort ein Restaurant...Es war absehbar, daß nicht instant x-Millionen Schnelltests zur Verfügung stehen werden. Und ein negatives Ergebnis bringt ja auch keine "Befreiung". Demnächst ist Ostern. Diesmal dürfen auch die Erwachsenen auf die Suche gehen. Wo hat die Regierung Ihre "Privilegien" versteckt ?

Eisrnbahnfan1950 vor 7 Wochen

Es ist wirklich nicht mehr nachvollziehbar was diese Landesregierung von SA ständig vom Stapel lässt. Da werden Test bestellt und verteilt,Aber leider klappt diese Verteilung wieder mal nicht.Können sich 7-jährige selber testen?
Aber der Herr Haselhoff muss sich für die Landtagswahl im Juni profilieren und sein Schattenkabinet gleich mit .Die Gesundheitsministerin ist völlig fehl am Platz.Verspricht viel und hält nichts oder es klappt überhaupt nichts.Warum stehen wir Sachsen Anhalter auf einen der letzten Plätze beim Impfen?Weil diese Regierung unfähig ist, aber immer mit Sonderwegen glänzt.

scholul vor 7 Wochen

Also auch an unserer Schule (Gymnasium mit Internatsbetrieb) gibt es keine Informationen zu Tests für Schüler/innen. Demzufolge sind die Tests offensichtlich noch gar nicht dort angekommen. Wenn es soweit ist, ist das auch zu begrüßen. Und Gegner wird es immer geben. Nur es besteht ja keine Präsenzpflicht und wenn ein Test zum Pflichtprogramm gehört und jemand nicht will oder die Eltern das nicht wollen, kann das jeweilige Kind ja auch weiterhin den Home-Scooling-Unterricht in Anspruch nehmen. Ich verstehe hier die ganze Aufregung nicht. Es dauert eben solange es dauert - aufregen bringt nichts und kosten Lebenszeit ;o).

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