Aktionstag wegen drohender Ladenschließungen Köthener Händler machen die Schaufenster dicht

Um auf ein drohendes Ladensterben in der Fußgängerzone aufmerksam zu machen, haben Händler aus Köthen ihre Schaufenster mit Zeitungen oder Papier verhangen. Zugleich wollen sie über Angebote während des Lockdowns informieren.

Etwa 30 Innenstadthändlerinnen  und -händler in Köthen haben sich am Freitag an einem Aktionstag beteiligt, zu dem die Werbegemeinschaft der Stadt aufgerufen hatte. Sie haben ihre Schaufenster mit Zeitungen oder Papier verhangen und wollen so zeigen, wie die Innenstadt aussehen würde, wenn auch diese Läden verschwinden würden.

Eine Collage zeigt abgehangene Schaufensterscheiben in Köthen.
So könnte Köthen aussehen, wenn weitere Läden in der Innenstadt schließen. Bildrechte: MDR/ Grit Lichtblau

In den vergangenen Jahren hatten bereits zahlreiche Geschäfte geschlossen. Der zweite Lockdown spitzt die Lage noch weiter zu. Mit jedem weiteren Monat werde die Luft dünner, beklagt die Vorsitzende der Köthener Werbegemeinschaft Verena Schiffner.

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Händler brauchen Unterstützung

Dennoch gehe es nicht darum zu jammern, sondern man wolle darauf aufmerksam machen, dass die Händler auch weiter für ihre Kunden da sind, sagte Christina Lahne vom Vorstand der Werbegemeinschaft. An den Schaufenstern kleben zusätzlich grüne Plakate, auf denen die Kontaktdaten der Händler zu lesen sind. Denn die Aktion soll zugleich ein Aufruf sein, den Einzelhandel in Köthen zu unterstützen – etwa durch telefonische Bestellungen.

Die Werbegemeinschaft plant zudem, zusammen mit der Stadt, noch in diesem Jahr eine Online-Plattform für die Köthener Geschäfte aufzubauen.

Recherche/ Redaktion: MDR/Grit Lichtblau/Oliver Leiste

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 29. Januar 2021 | 08:40 Uhr

9 Kommentare

Rotti vor 11 Wochen

Das Schlimmste ist, dass die Regierung Milliarden an Euronen in Großkonzerne pumpt. Unser aller Steuergeld! Was denen da oben nicht gehört, sondern zum Wohle des deutschen Volkes verwendet werden soll, steht so über dem Bundestag. Großkonzerne, die sich Geld leihen oder Aktien ausgeben könnten. Bei den kleinen Unternehmen vor Ort kommt propagierte Hilfe zu spät oder gar nicht oder zu wenig an! Ich habe noch nirgendwo gelesen, dass sich die Unterstützungsbedingungen für Großkonzerne xmal geändert haben. Für die kleinen Leute schon! Und da ist man dann einfach bedient. Die darüber entscheiden, die bekommen ihr Geld, auch pünktlich und ohne Not.

Brigitte Schmidt vor 11 Wochen

Man darf auch nicht vergessen, wer von der Situation profitiert und wessen Umsätze und erst recht Profite steigen.

Seltsam nur, daß die üblichen Verdächtigen (ich meine hier die Lockdown-Fanatiker) eher mit Fingern (oder konkret Anzeigen, Bußgeldbescheiden) auf den kleinen Mann (natürlich auch die Frau) zeigen...

Peter Riesler vor 11 Wochen

Einfachheit von Menschen sieht man an ihren Äußerungen. Wie hier. Es interessiert also niemanden? Komisch! Der Kapitalismusfunktioniert aber nicht, wenn Menschen andere Menschen nicht ausbeuten, im besten Falle reale Geschäfte vollziehen.

Jetzt hat jeder Geschäftsmann seit einem Jahr Zeitgehabt , sein zukünftiges Leben umzuorientieren. So wie es nach der "Wende" Millionen Menschen machten, ja mussten.

Nun wird nur noch geheult. Staat, hilf bitte.

Was möchte denn der Deutsche? Die Pest, die Spanische Grippe unter den Bedingungen der damaligen Zeiten?

Jeder sollte sein Leben so einrichten, dass er auch mal ein Jahr ohne etwas auskommen kann, also Rücklagen bilden. Wenn möglich.

Ihren weiteren Aussagen zu den Nutznießern kann ich Ihnen nur zustimmem.

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