Streit um geplante Erweiterung Neues Gutachten zu möglichen Umweltgefahren durch Deponie Roitzsch

Seit Jahren wird um die Deponie in Roitzsch gestritten. Eine Bürgerinitiative und die Gemeinde befürchten Umweltschäden und fordern den Betriebsstopp. Ob von der Deponie wirklich eine Gefahr ausgeht, ist unklar. Umweltminister Willingmann hat nun ein unabhängiges Gutachten angeboten, das Klarheit bringen soll.

LTA Umwelt
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Im Streit über mögliche Gefahren der Mülldeponie in Roitzsch bei Bitterfeld soll es ein drittes Gutachten geben. Das hat Umweltminister Armin Willingmann (SPD) am Mittwoch im Ausschuss für Klimaschutz und Umwelt des Landtags angeboten, der sich mit den Deponieplänen beschäftigt.

Zwei Gutachten – zwei unterschiedliche Ansichten

Anwohner bei Protest mit Banner - keine Hochmülldeponie in Roitzsch!
Eine Bürgerinitiative kämpft seit Jahren für den Betriebsstopp der Deponie. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Bei der Anhörung von Bürgerinitiative, Deponiebetreibern und Politikern im Ausschuss war deutlich geworden, dass sich zwei bestehende Gutachten in der Frage widersprechen, ob durch die Deponie Roitzsch die Grundwasserqualität gefährdet wird – oder nicht.

Ein von der Stadt Sandersdorf-Brehna in Auftrag gegebenes Gutachten stellt diese Gefahr fest und sieht zudem Mängel im Planfeststellungsverfahren der Deponie. Ein vom Landkreis veröffentlichtes Gutachten wertet das anders. Eine Stellungnahme des Landesverwaltungsamtes steht noch aus. Diese wird Ende Januar erwartet.

Linke: Standort muss stärker geprüft werden

Hendrik Lange, Die Linke
Ausschussmitglied Hendrik Lange, Die Linke Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Linken-Ausschussmitglied Hendrik Lange erklärte im Anschluss, die zentrale Erkenntnis sei, dass der Standort wesentlich stärker untersucht werden müsse. "Die Zweifel bleiben berechtigt, inwieweit dieser Standort für Deponien geeignet ist", sagte er MDR SACHSEN-ANHALT. Auf Seiten der Behörden müsse transparent agiert werden, damit die Menschen vor Ort Vertrauen in deren Handeln hätten.

Der AfD-Abgeordnete Daniel Roi erklärte, es sei merkwürdig, dass die Stadt Sandersdorf-Brehna eine Rechtsanwaltskanzlei brauche, um an Daten von Landesbehörden zu kommen. "Das ist unglaublich", so Roi. Außerdem sagte er: "Die Landregierung ist nicht bereit, dem Wunsch des Landkreises Folge zu leisten, das Gelände ganzheitlich zu betrachten." Roi forderte, das Gutachten des Landkreises Anhalt-Bitterfeld allen zur Verfügung zu stellen. 

Monitoring zeigt keine Probleme

Von Seiten des Umweltministeriums hieß es, ein Monitoring vor Ort habe ergeben, dass es weder beim Grundwasser noch anderweitig Probleme mit der Deponie Roitzsch gebe. Mit Blick auf ein mögliches drittes Gutachten sagte Staatssekretär Steffen Eichner: "Wir gehen davon aus, dass ein neues, unabhängiges Gutachten, das vom Ministerium in Auftrag gegeben wird, von allen Parteien anerkannt wird." Der Auftrag dafür könnte Mitte 2022 erfolgen.

2009 wurde bekannt, dass die Firma GP Papenburg Entsorgung Ost GmbH in der Gemarkung Roitzsch eine bestehende Deponie erweitern und eine Hochmülldeponie errichten will. Eine Bürgerinitiative kämpft gegen die Erweiterung.

MDR (Roland Jäger, Cornelia Winkler)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 12. Januar 2022 | 19:00 Uhr

1 Kommentar

hinter-dem-Regenbogen vor 1 Wochen

# . . . . "ein Monitoring vor Ort habe ergeben, dass es weder beim Grundwasser noch anderweitig Probleme mit der Deponie Roitzsch gebe."

Ein Monitoring (ein negativ verlaufener Test), kann kein Beleg für die Sicherheit einer Deponie in der Zukunft sein. Aber um diese Sicherheit in der Zukunft geht es doch vordergründig, bei der Anlage einer Deponie - so der Bürgerwille, ausgedrückt durch das Gesetz.

Grundsätzlich handel es sich bei der Anlage einer Mülldeponie um ein von Menschenhand organisiertes Schadensereignis - Besser zu verstehen unter der Betrachtung, dass eine Mülldeponie generell ein gesellschaftliches Übel darstellt.
Hierbei werden die scheinbar unlösbaren Probleme in der Gegenwart, zu Problemen der Generationen in der Zukunft gemacht.
Hinzukommt die Werteverschiebung an Grund und Boden - ein selbstzerstörerischer Prozeß, bei dem einzig der Deponiebetreiber und die damit verbundene Logistikbranche, einen nachhaltigen Verdienst ausweisen kann.

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