Anhalt-Bitterfeld Hackerangriff: LKA rechnet mit langwierigen Ermittlungen

Vor einer Woche ist die Verwaltung des Landkreises Anhalt-Bitterfeld Ziel eines Hackerangriffs gewesen. Das Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt rechnet jetzt mit langwierigen Ermittlungen. Die Verwaltung ist seitdem praktisch handlungsunfähig, versucht aber, Unterhalts- und Wohngeldzahlungen in die Wege zu leiten.

Schild mit Adresse
Die Kreisverwaltung von Anhalt-Bitterfeld wurde durch einen Hacker-Angriff lahmgelegt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Eine Woche nach dem Hackerangriff auf die Kreisverwaltung des Landkreises Anhalt-Bitterfeld rechnet das Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt mit langwierigen Ermittlungen. LKA-Sprecher Michael Klocke sagte, man habe es mit hochgradig kriminellen Tätern zu tun. Es würde Monate dauern, die verschlüsselten Dateien der Kreisverwaltung wieder lesbar zu machen. Solange könne aber eine Kreisverwaltung nicht arbeitsunfähig bleiben.

Das Landratsamt ist am Dienstag das Ziel einer Cyber-Attacke gewesen. Kriminelle hatten Daten verschlüsselt und gestohlen. Ob ein Lösegeld in Millionenhöhe gefordert wurde, wollte Klocke weder bestätigen noch dementieren.

Landrat Grabner: Finanzschwache Familien brauchen finanzielle Unterstützung

Die Kreisverwaltung versucht, zumindest Unterhalts- und Wohngeldzahlungen in die Wege zu leiten – mit Hilfe von Banken und Sparkassen. Der neue Landrat Andy Grabner (CDU) sagte MDR SACHSEN-ANHALT, gerade finanzschwache Familien müssten jetzt schnell an ihr Geld kommen. Grabner hatte am Montag das Amt von Uwe Schulze (CDU) übernommen.

Verwaltung praktisch handlungsunfähig

Nach bekanntwerden des Angriffs wurden alle Server der Kreisverwaltung heruntergefahren, um weitere Schäden zu verhindern. Die Verwaltung ist damit praktisch arbeitsunfähig. Es können keine Dienstleistungen bearbeitet werden. Die Verwaltung ist auf elektronischem Weg überhaupt nicht zu erreichen.

Quelle: MDR/André Damm, Cornelia Winkler

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 12. Juli 2021 | 16:00 Uhr

15 Kommentare

Moewe1 vor 14 Wochen

Die Hardware ist sicher das kleinste Übel. Eine Neuinfektion muss auch ausgeschlossen werden. Vielleicht ist die Schadsoftware schon Wochen aktiv. Das ist nicht so einfach, wie am Privatrechner.

Moewe1 vor 14 Wochen

Das interpretieren Sie so. Die Frage ist, ob fahrlässig gehandelt wurde, oder das Bestmögliche mit den vorhandenen Mitteln getan wurde. Sie scheinen ein gesteigertes Interesse an rollenden Köpfen zu haben. Sind Sie involviert?

Storch Heiner vor 14 Wochen

in den 1990er Jahren wurden in der Wirtschaft täglich Bandsicherungen gefertigt. Klar dauert es länger und war ordentlich geplant und sicher verwahrt; mit 7 (für jeden Tag eine) Kassetten die dann der Reihe nach überschrieben wurden.
Damit kann im "Notfall" LAN gekappt der aktuelle Stand vom Vortag wieder hergestellt werden.

Ich kann nicht nachvollziehen das es keine Notfallpläne (die gab es Überall und lagen griffbereit in Schubladen), gibt und sich alle ziemlich albern aber ratlos Rausreden "dürfen"!

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