Alle Daten verschlüsselt Hackerangriff legt Landkreisverwaltung von Anhalt-Bitterfeld lahm

Nach einem Hackerangriff ist die Verwaltung des Kreises Anhalt-Bitterfeld arbeitsunfähig. Seit Dienstag ist die gesamte Computertechnik von einem Trojaner befallen. Nun versuchen Spezialisten, die Daten zu entschlüsseln.

Neben dem Eingang zu einem Gebäude weist ein Schild auf die Verwaltung des Landkreises Anhalt-Bitterfeld in Köthen hin.
Die Kreisverwaltung von Anhalt-Bitterfeld wurde durch einen Hackerangriff lahmgelegt. Bildrechte: MDR/Michael Rosebrock

Die Landkreisverwaltung in Anhalt-Bitterfeld ist durch einen Hackerangriff lahmgelegt worden. Wie das Landratsamt MDR SACHSEN-ANHALT bestätigte, mussten am Dienstag alle Mitarbeiter am Hauptsitz in Köthen ihre Computer herunterfahren. Grund dafür sei ein Trojanerangriff auf das Netz der Verwaltung gewesen. Betroffen seien auch die Außenstellen in Bitterfeld und Zerbst. Anfragen von Bürgern konnten nicht mehr bearbeitet werden.

Den Angaben zufolge wurden bei dem Angriff sämtliche Daten verschlüsselt, die auf dem Server gespeichert sind. Spezialisten seien dabei, die Systeme zu überprüfen. Der Landkreis will Strafanzeige erstatten und informierte das zuständige Bundesamt. Ob der Angriff möglicherweise mit der Cyberattacke auf einen US-IT-Dienstleister zusammenhängt, ist unklar. Davon waren auch deutsche IT-Dienstleister betroffen.

Verwaltung bis Ende der Woche geschlossen

Nach dem Hackerangriff bleibt die Landkreisverwaltung noch mindestens bis Ende der Woche geschlossen. Der Sprecher des Landkreises Anhalt-Bitterfeld, Uwe Pawelczyk, sagte dem MDR: "Wir können im Moment keinerlei Dienstleistung für die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises anbieten." Sei es bei der KfZ-Zulassungsstelle, beim Jugend- oder Sozialamt. Wie bald die Verwaltung wieder ans Netz komme, hänge nun davon ab, wie gefährlich der Trojaner sei, also ob er die Daten "nur" verschlüssle – oder noch weiteren Schaden anrichte.

Die rund 800 Beschäftigten wurden demnach aufgefordert, Überstunden abzubauen oder Urlaub zu nehmen.

Zuerst hatte die Mitteldeutsche Zeitung darüber berichtet.

MDR/ Oliver Leiste

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 07. Juli 2021 | 08:00 Uhr

3 Kommentare

DanielSBK vor 2 Wochen

Welche Gewerkschaft?! Beamte können nicht "streiken", die können höchstens "Remonstrieren" ! Denke auch nicht, dass die irgendeinen finzanziellen oder persönlichen Verlust erleiden werden mit so einer Vollversorgung und 5000€+x netto im Monat....

Wissen Sie überhaupt worum es hier geht?!

Es geht nicht um einen "Digitalisierungswahn" (was für ein Aluhutträger-Sprech....), sondern um hochbezahlte (vom Steuerzahler!!) Beamte die die einfachsten "Sicherheitsregeln" nicht beehrschen, dass man keine eMail-Anhänge mit "...you won 50.000$ my Friend" öffnent.... /facepalm

Das wissen sogar Fünftklässler ... peinlich... einfach nur peinlich

Der Lange vor 2 Wochen

Wenn die Verwaltung (hier: Führerscheinbehörde) nicht arbeitsfähig ist, haste eben Pech.
Wenn Du es als Bürger nicht geschafft hast, den Führerscheinzwangsumtausch rechtzeitig durchzuführen, wirste bestraft. Finde den Fehler...

Rotti vor 2 Wochen

Auf dem Rücken der Beschäftigten wird das Versagen im Digitalisierungswahn ausgetragen. Urlaub und Überstunden! Was sagt die Gewerkschaft dazu?

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