Von Zerbst nach Grönland und zurück Tausende Lachse in die Nuthe bei Zerbst gesetzt

In der Nuthe bei Zerbst im Landkreis Anhalt-Bitterfeld sollen in Zukunft wieder mehr Fische angesiedelt werden. Dafür sind am Dienstag Tausende kleine Lachse ausgesetzt worden. Im Frühjahr schwärmen sie von dort ins Meer aus und schwimmen im Idealfall irgendwann zurück in die Nuthe. Seit 2009 werden dort regelmäßig Lachse eingesetzt mit dem Ziel, sie dort dauerhaft anzusiedeln.

Ilhelm Ben Maiz, Praktikantin beim Institut für Binnenfischerei Potsdam, gibt mit einem Eimer Junglachse in das Wasser der Nuthe
Jedes Jahr werden kleine Lachse in die Nuthe ausgesetzt. Bildrechte: dpa

Bei Zerbst im Landkreis Anhalt-Bitterfeld sind am Dienstag 20.000 kleine Lachse in die Nuthe gesetzt worden. Die jungen Fische sollen zunächst in dem Nebenfluss der Elbe überwintern, im Frühjahr dann weiter ins Meer wandern und im Idealfall in die Nuthe zurückkehren, sagt Robert Wolf vom Institut für Binnenfischerei.

Junglachse schwimmen an der Nuthe in einem Aquarium
Die ausgesetzten Minilachse sind etwa so lang wie ein Finger. Bildrechte: dpa

Die Nuthe habe Potenzial für die Ansiedlung von Lachsen. "Sie hat einen direkten Elbanschluss und der Lachs kann hier wieder hochwandern, hat hier auch Laichhabitat, Kieslaichstellen, wo er Eier ablegen kann", erklärt Wolf. Die ausgesetzten Junglachse stammen demnach aus Dänemark. Die Fisch-Ansiedelung kostet dem Institut für Binnenfischerei zufolge rund 14.000 Euro. Die Ansiedlung wird laut Landwirtschaftsministerium Sachsen-Anhalt durch die Fischerei-Abgabe finanziert, die von allen Fischereischeininhabern in Sachsen-Anhalt erhoben wird.

Hoffnung auf Rückkehr der Lachse

Auf ihrer Reise werden die kleinen Lachse zu richtig großen Fischen. "Die können bis zu 1,2 Meter werden", sagt Wolf. Er hofft, dass einige Tiere irgendwann ihren Weg zurück in die Nuthe finden und mit ihnen auch andere Fische: "Der Lachs ist auch ein Zugpferd für viele andere Flussfischarten".

Eine grüne Box mit der Aufschrift "Lebende Fische" auf der Ladefläche eines Autos
Seit 2009 werden in der Nuthe regelmäßig Lachse in der Nuthe ausgesetzt. Bildrechte: MDR/Martin Krause

Seit 2009 werden regelmäßig Lachse in der Nuthe ausgesetzt mit dem Ziel, sie dauerhaft oder wieder anzusiedeln. "Der Bestand trägt sich noch nicht von selbst", erklärt Wolf. Aktuell kehren von den ausgesetzten Fischen jedes Jahr neun bis zwölf zurück. 100 bis 120 müssten es sein, damit sich der Bestand trägt. "Wir werden weiter einsetzen müssen", sagt Robert Wolf.

MDR/Fabienne von der Eltz

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 26. Oktober 2021 | 13:00 Uhr

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