Nach Cyber-Angriff Landkreis Anhalt-Bitterfeld wird von mehr Soldaten unterstützt

Rund sechs Wochen nach dem Cyber-Angriff auf den Landkreis Anhalt-Bitterfeld hat die Bundeswehr ihre Unterstützung verstärkt. Außerdem ist mittlerweile klar, wie viele Daten im Darknet veröffentlicht worden sind. Experten haben bisher keine zweite Veröffentlichung gefunden.

'Landkreis Anhalt-Bitterfeld' und 'Hauptsitz der Kreisverwaltung' steht auf dem Postkasten vor dem Gebäude der Kreisverwaltung.
Die Dienstleistungen des Kreises sind seit einem Hackerangriff stark eingeschränkt. Bildrechte: dpa

Seit dieser Woche wird der Landkreis Anhalt-Bitterfeld von weiteren Bundeswehrsoldaten unterstützt, um die IT wiederaufzubauen. Wie das Kommando Cyber- und Informationsraum mitteilt, sind seit Mittwoch sechs weitere Bundeswehrexperten im Landratsamt im Einsatz. Sie sollen die Voraussetzungen dafür schaffen, dass eine Fachfirma die Netzwerke des Landkreises Anhalt-Bitterfeld wiederaufbauen kann.

Jetzt insgesamt sieben Soldaten im Einsatz

Ein Gang im Hauptsitz der Kreisverwaltung des Landkreises Anhalt -Bitterfeld.
Leere Flure im Hauptsitz der Kreisverwaltung in Köthen. Bildrechte: dpa

Die Soldaten sollen unter anderem Festplatten formatieren. Zuvor war ein Bundeswehrsoldat in den Landkreis Anhalt-Bitterfeld abgeordnet worden. Es ist der erste Fall von Amtshilfe der Truppe in einer zivilen Behörde. Der Einsatz ist zunächst bis zum 20. August geplant. Danach soll eine zivile Firma die Aufbauarbeit übernehmen.

Daten von 92 Personen im Darknet veröffentlicht

Unterdessen hat der Landkreis MDR SACHSEN-ANHALT erklärt, dass bisher ein Datensatz im Darknet aufgetaucht ist. Bekannt sind demnach Daten von 92 Personen. Darunter sind auch gut 40 Kreistagsmitglieder. Im Darknet wurden deren Handynummern, Privatadresse und Bankdaten veröffentlicht. Die Betroffenen sind darüber informiert. Anzeichen für Versandbetrug oder Identitätsdiebstahl gibt es bisher nicht. Experten vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik beobachten das Darknet auf weitere mögliche Veröffentlichungen.

Anfang Juli hatten Unbekannte die Software des Landkreises Anhalt-Bitterfeld mit einer Schadsoftware infiziert. Alle Daten wurden verschlüsselt. Der Kreis ist in der Folge für eine Freigabe erpresst worden. Durch den Cyber-Angriff wurden auch die Kommunikation und alle Dienstleistungen lahmgelegt. Nach und nach baut der Landkreis seinen Service seitdem wieder auf.

MDR/Martin Krause, Mario Köhne

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 13. August 2021 | 06:30 Uhr

1 Kommentar

DanielSBK vor 22 Wochen

"Anfang Juli hatten Unbekannte die Software des Landkreises Anhalt-Bitterfeld mit einer Schadsoftware infiziert."

Überall kann man nachlesen, dass diese Ransomware "Evil" extra vom Endanwender aktiv gestartet und angeklickt werden muss....

"Von alleine" .... ja, nee ist klar.

Was kostet das eigentlich dem normalen 08/15 Steuerzahler???

1 Millionen Euro??? Oder noch mehr??

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