Teiche trocknen aus Feuerwehr geht Löschwasser aus

Aufgrund der Trockenheit sind nicht nur die Pegel von Flüssen und Seen niedrig. Auch Löschwasserteiche führen mitunter gefährlich wenig Wasser. In der Stadt Südliches Anhalt sind einige sogar schon ausgetrocknet. Für die Wehren ist die Situation brenzlig. Alternative Wasserquellen fehlen mancherorts.

Feuerwehrleute pumpen Wasser aus einem Löschteich im evakuierten Ort Alt Jabel.
In der Stadt Südliches Anhalt trocknen immer mehr Löschwasserteiche aus. Bildrechte: dpa

Wegen der Trockenheit kann laut dem Vorstandsvorsitzenden des Landesfeuerwehrverbands, Kai-Uwe Lohse, in den ländlichen Regionen Sachsen-Anhalts potenziell überall das Löschwasser knapp werden. Denn auf dem Land seien viele Feuerwehren auf Löschwasserteiche dringend angewiesen, sagte Lohse MDR SACHSEN-ANHALT am Dienstag.

Da Bäche und Flüsse durch die Trockenheit zurzeit sehr wenig Wasser führen würden, sei die natürliche Wasserzufuhr im Sommer oft zu gering. Die Pegel würden absinken.

In dieser Situation wird es brenzlig für die Wehren, da sie auf dem Land Hydranten oft nur bedingt nutzen können. Denn das Trinkwassernetz habe oft nicht die nötige Durchflussmenge, die zum Löschen benötigt werde, so Lohse. Schlimmstenfalls könne das Netz bei Nutzung durch die Feuerwehr daher sogar zusammenbrechen.

Im Südlichen Anhalt sind bereits Löschteiche ausgetrocknet

Akut ist das Problem aktuell in der Stadt Südliches Anhalt im Landkreis Anhalt-Bitterfeld. Immer mehr Löschwasserteiche in den zugehörigen Ortsteilen sind hier ausgetrocknet. "Es kommt kein Wasser mehr, die Schläuche liegen im Schlamm", sagt Roger Schemmel, Ortswehrleiter in Glauzig-Görzig-Fuhneland.

Brunnen würden höchstens noch als Notreserve dienen, Hydranten nicht überall ausreichend Wasser geben, so Schemmel. Die Feuerwehren verlangen zusätzliche Tanklöschfahrzeuge und auch mehr mobile und stationäre Wasserbehälter für die Bekämpfung von Bränden.

Landesfeuerwehrverband rät zu Gegenmaßnahmen

Der Chef des Landesfeuerwehrverbandes rät, Löschwasserteiche deshalb stark im Auge zu behalten und ab einem zuvor festgelegten Tiefstand sofort Gegenmaßnahmen zu ergreifen. "Wer unbedingt auf Löschteiche angewiesen ist, muss sich etwas überlegen und nötigenfalls Geld in die Hand nehmen." Die Teiche könnten beispielsweise mithilfe landwirtschaftlicher Fahrzeuge aufgefüllt werden, empfiehlt Lohse, der auch Kreisbrandmeister im Harz ist.

Andere Alternativen erfordern dagegen eher langfristige Vorsorge. Eine Variante sind laut Lohse ausreichend Tanklöschfahrzeuge im Umfeld. Das fordert auch Roger Schemmel aus dem Südlichen Anhalt – und außerdem stationäre Wasserbehälter für die Bekämpfung von Bränden. Eine weitere Maßnahme ist laut Kai-Uwe Lohse ein funktionierendes Hydrantensystem. Letzteres erfordere allerdings Investitionen und Baumaßnahmen.

In den Städten ist Löschwasserknappheit Lohse zufolge dagegen kein Problem. Hier seien die Trinkwasserleitungen ausreichend belastbar.

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MDR (Martin Krause, Daniel Salpius)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 02. August 2022 | 08:30 Uhr

2 Kommentare

Rotti vor 8 Wochen

Das ist schon irgendwie komisch. So viele himmelschreiende Probleme in Deutschland. Aber Tag für Tag werden Millionen Euro ins Ausland geschickt. Ich frage mal für einen Freund, ob uns gerade die Länder helfen, die mit dem Geld der deutschen Steuerzahler überschüttet werden?

wer auch immer vor 8 Wochen

Da sammelt man Geld für die Feuerwehr, Wasser hätte man spenden sollen.

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