Folgen des Ukraine-Krieges Steigende Spritpreise: Bus-Unternehmen hält Steuerermäßigungen für nicht ausreichend

Die Spritpreise haben sich im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt – ein Problem für Unternehmen, die viel Diesel verbrauchen, wie zum Beispiel das Busunternehmen Vetter aus Anhalt-Bitterfeld. Damit die Ticketpreise nicht erhöht werden müssen, fordert das Unternehmen nun Hilfen von Bund und Land.

Leerer Reisebus
Hohe Spritpreise belasten auch den Nahverkehr in Dessau. Bildrechte: Colourbox.de

Die gestiegenen Spritpreise sind ein Problem für viele Nahverkehrsunternehmen, darunter auch für das Unternehmen Vetter im Landkreis Anhalt-Bitterfeld. Die Lage sei ernst, sagte der kaufmännische Leiter Fabian Watzke jetzt MDR SACHSEN-ANHALT. Die zusätzlichen Kosten eins zu eins auf die Fahrpreise aufzuschlagen, sei unmöglich.

Die Landkreise hätten vereinbarte Zuschüsse bereits vorzeitig ausgezahlt. Das reiche aber nicht, so Watzke. Er hofft auf schnelle Hilfen vom Land und vom Bund. Ansonsten sei der öffentliche Busverkehr akut in Gefahr. Auch die Entscheidung vom Bund, den Dieselpreis um 14 Cent zu senken, findet Watzke gut, hält sie aber nicht für ausreichend. Es bleibe weiter ein unbezahlbares Zuschussgeschäft.

650.000 Liter Diesel im Monat

Vetter befördert nach eigenen Angaben täglich etwa 45.000 Fahrgäste in den Landkreisen Anhalt-Bitterfeld, Wittenberg und im Saalekreis, darunter auch viele Schülerinnen und Schüler im ländlichen Raum. 600 Fahrzeuge des Unternehmens mit Sitz in Salzfurtkapelle sind jeden Tag unterwegs. Sie verbrauchen dabei ca. 650.000 Liter Diesel pro Monat. Die Kraftstoffpreise haben sich im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt.

Am Mittwoch hatte Sachsen-Anhalts Verkehrsministerin Lydia Hüskens (FDP) bekräftigt, den Verkehrsunternehmen wegen der hohen Preise unter die Arme greifen zu wollen. So soll ein eigentlich für Juni geplanter Abschlag in Höhe von rund 16,8 Millionen Euro bereits jetzt ausgeschüttet werden.

Mehr zum Thema: Hohe Spritpreise

MDR (Martin Krause, Fabienne von der Eltz)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 24. März 2022 | 05:30 Uhr

3 Kommentare

ElBuffo vor 26 Wochen

Von alternativen Fortbewegungsmitteln im Linienverkehr war keine Rede. Man sollte annehmen, dass so ein Bus im Linienverkehr nicht völlig ungeplant 500km am Stück runterreist und dann die gleiche Strecke nochmal zurückfährt. Die Masse wird über Nacht im Depot und auch am Tag regelmäßig längere Zeit an vorhersehbaren Stellen rumstehen. Nur mal so als Einstieg in die Alternativen.

Jedimeister Joda vor 26 Wochen

Ja mach ich. Scheint ob des Schocks keiner mehr in der Lage zu sein einen zu schreiben. Oft hat es auch keinen Sinn einen zu schreiben. Viele Kommentare werden einfach nicht öffentlich gemacht. Warum? Wenn man mit Kritik nicht umgehen will oder kann ist es komisch. Joda

ElBuffo vor 26 Wochen

Gerade im Linienverkehr mit planbaren Strecken, Fahr- und Pausenzeiten hätten doch längst alternative Antriebsmöglichkeiten stärker gefördert werden können. Na vielleicht kommt man jetzt langsam mal in die Puschen.

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