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Haushaltskonsolidierung1,13 Euro: Stadt treibt Kleinstbeträge ein – mit höheren Kosten als Nutzen

von MDR SACHSEN-ANHALT

Stand: 20. Januar 2022, 08:56 Uhr

Einen Gebühren-Bescheid über 1,13 Euro – den bekommt aktuell so mancher, der in Raguhn-Jeßnitz lebt. Was beinahe nach einem Spaß in der Stadtverwaltung klingt, hat einen ernsten Hintergrund.

Gut 8.000 Menschen leben in Raguhn-Jeßnitz im Landkreis Anhalt-Bitterfeld – einige von ihnen bekommen aktuell Post, die Kopfschütteln bei ihnen auslöst: Denn die Stadt verschickt aktuell Gebührenbescheide, über die mitunter Kleinstbeträge eingetrieben werden sollen.

1,13 Euro für den Gewässer-Verband

Darunter sind beispielsweise Rechnungen für den Gewässer-Unterhaltungsverband. Mancher Anwohner wurde aufgefordert, den läppischen Betrag von 1,13 Euro zu bezahlen. Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT wurden insgesamt rund 3.000 solcher Briefe verschickt. Problem daran: Damit übersteigen die Kosten für Porto und Papier mitunter die Einnahmen.

Warum also der Aufwand für so wenig Ertrag? Die Antwort ist einfach: Die Stadt ist dazu verpflichtet. Wegen der leeren Stadtkasse wird der Haushalt von Raguhn-Jeßnitz aktuell konsolidiert. Das hat zur Folge, dass die Stadt gesetzlich dazu verpflichtet ist, alle Schulden einzutreiben – selbst, wenn es nur um 1,13 Euro geht.

Mehr zum Thema: Klamme Kassen in den Kommunen

MDR (Martin Krause, Luca Deutschländer)

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 20. Januar 2022 | 06:00 Uhr

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