Verherrlichung von Kriegsverbrechern Kaufland wegen Verkaufs von umstrittener Zeitschrift in der Kritik

Die Supermarktkette Kaufland steht in Sachsen-Anhalt wegen des Verkaufs einer umstrittenen und mutmaßlich rechtsextremistischen Zeitschrift in der Kritik. Der Konzern behauptet, das Magazin verkaufen zu müssen. Der Vertrieb des Magazins zähle zu den Bestandteilen der Pressefreiheit.

Supermarkt Kaufland, Logo
Kaufland verkauft Zeitschriften, die Kriegsverbrecher glorifizieren. Bildrechte: IMAGO / Michael Gstettenbauer

Die Supermaktkette Kaufland steht in der Kritik, weil unter anderem in einer Filiale in Köthen eine umstrittene und mutmaßlich rechtsextremistische Zeitschrift angeboten wird. In dem Magazin wird regelmäßig über Soldaten und Offiziere aus der NS-Zeit berichtet.

Die Zeitschrift gehört nach Informationen der Bundesregierung zum Unternehmenskomplex eines rechtsextremistischen Verlegers. In der aktuellen Ausgabe ist der wegen Kriegsverbrechen verurteilte Wehrmachtsoffizier Hermann-Bernhard Ramcke auf der Titelseite abgebildet. In den sozialen Netzwerken äußerten Nutzer Kritik an der Supermarktkette.

Anwälte prüfen das Magazin

Kaufland teilte auf Anfrage von MDR SACHSEN-ANHALT mit, dass das Unternehmen zum Verkauf der Zeitschrift verpflichtet sei. Der Vertrieb des Magazins zähle zu den Bestandteilen der Pressefreiheit. Das Zeitschriftensortiment umfasse mehr als 3.000 Titel und werde durch Großhändler bearbeitet.

Einige der verkauften Titel würden regelmäßig durch eine Anwaltskanzlei überprüft, teilte Kaufland mit. Auch das umstrittene Magazin zähle dazu. Wie viele Exemplare davon in den Kaufland-Filialen ausliegen und wo das Magazin überall verkauft wird, teilte das Unternehmen nicht mit.

Auch in der Bahnhofsbücherei in Leipzig ist es wegen der Zeitschrift bereits zu Kritik gekommen.

MDR/Simon Kremer, Max Schörm

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 03. August 2021 | 13:30 Uhr

121 Kommentare

Rotti vor 7 Wochen

Was ich selber denk und tu...
Die Gedanken sind frei!

Ich vertrete auch die gefährliche Meinung, dass Zeitungen und Zeitschriften herausgegeben werden, weil es ein Klientel gibt, dass die kauft.
Und, dann will der kapitalistische sowie böse Verleger auch noch Gewinne erzielen.
Ist das nicht allein schon schlimm genug?

Rotti vor 7 Wochen

Den Ernst Thälmann, kommunistischer Anführer der "roten Schlägerhorden"....? Na, wenn es über den was interessantes zu berichten gibt, da wird es wohl auch Leser geben.

Rotti vor 7 Wochen

Nicht jeder der gegen den Faschismus ist, der ist ein Antifaschist!
Da ist sie wieder, die sozialistische Logik. Du bist nicht dafür, da bist du dagegen!

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