E-Mobilität Aus für geplante Batteriefabrik bei Bitterfeld-Wolfen

Rückschlag für den Industriestandort Bitterfeld-Wolfen: Die für das Solar Valley bei Thalheim geplante Fabrik für Akkus von E-Autos wird nicht kommen. Der Investor zog seine Pläne zurück. Hunderte Millionen Euro sollten investiert werden und hunderte Jobs entstehen.

Aufgeschnittener Akku eines Teslas Model Y
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Der Bau einer neuen Batteriefabrik in Bitterfeld-Wolfen ist offenbar geplatzt. Das chinesisch-amerikanische Unternehmen Farasis hat seine Pläne für den Standort vorläufig zurückgestellt, wie die Mitteldeutsche Zeitung (€) am Montag zuerst berichtete. Bitterfeld-Wolfens Oberbürgermeister Armin Schenk (CDU) sagte der Zeitung, die Fabrik werde nicht wie geplant kommen. Man arbeite gemeinsam mit Farasis aber an Alternativen.

Farasis bleibt mit Bitterfeld-Wolfen im Gespräch

Der städtebauliche Vertrag für die geplante Fabrik auf einer 60 Hektar großen Fläche wurde zwischenzeitlich gekündigt, hieß es. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Montag berichtet, ist eine Ansiedlung von Farasis nicht grundsätzlich vom Tisch. Der Chef des Stabs Wirtschaftsförderung der Stadt Bitterfeld-Wolfen, Steve Bruder, wird mit den Worten zitiert, mit dem Konzern sei nun ein kleineres Projekt im Gespräch. Geplant sei in einem ersten Schritt die Produktion von Batteriemodulen auf etwa einem Drittel der ursprünglich geplanten Fläche. "Das heißt, man lässt sich die Zellen aus China liefern und produziert dann hier die Module", so Bruder. Perspektivisch sei aber denkbar, dass später auch Batteriezellen in Bitterfeld-Wolfen gefertigt werden könnten.

Eigentlich hatte Bitterfeld-Wolfen neuer Europasitz des Konzerns werden sollen. Der Batteriehersteller Farasis hatte Mitte 2019 angekündigt, im Solar Valley bei Thalheim eine Fabrik zu bauen. Im ersten Schritt sollten 600 Millionen Euro investiert werden, 600 Jobs sollten entstehen. Produktionsbeginn sollte Ende 2022 sein. Doch der Baustart wurde verschoben. Im September 2021 verließ der Europachef von Farasis, der die Ansiedlung vorangetrieben hatte, überraschend das Unternehmen.

Das Aus für die diese Pläne sei der dynamischen Entwicklung des Batteriemarkts geschuldet, ließ Farasis verlautbaren. Laut Deutscher-Presse-Agentur hängt die Entscheidung mit einem Werk in der Türkei zusammen, auf das man sich jetzt stärker konzentrieren will.

Im traditionellen Chemiepark Bitterfeld läuft hingegen aktuell der Bau einer Fabrik für Batterie-Rohstoffe. Sie soll im Herbst 2023 in Betrieb gehen.

Welches Unternehmen steckt hinter dem geplatzten Deal? Farasis wurde nach Unternehmensangaben 2002 in Kailifornien gegründet und produziert heute an mehreren Stätten in China Lithium-Ionen-Batterien, die in der Elektromobilität angewendet werden sollen. Anfang 2022 hieß es, im Nordwesten der Türkei sei der Bau einer europäischen Batteriefabrik im Gange. Farasis ist Zulieferer für Daimler.

dpa, MDR (André Plaul)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 23. Mai 2022 | 05:30 Uhr

5 Kommentare

hinter-dem-Regenbogen vor 4 Wochen

Die Batterie, genauer gesagt der Akku, soll, wenn es nach dem Willen der Energie-Experten geht, zum Energieträger der Zukunft gemacht werden.
Was diese Experten jedoch verschweigen ist die Tatsache, dass der Akku als Energieträger, aufgrund seines nicht gerade rühmlichen Wirkungsgrads, der größte Energieverschwender ist, der aber gleichzeitig die größte Rendite, infolge der ansteigendenden Energiekosten, verspricht. . . . Ertragssteigerung dadurch, dass man das Klima und die Welt retten will . . . ist doch klar, dass es da genauso viele Interessenten, wie Ein-und Abbrecher gibt. Da werden, um den Aktienkurs zu treiben, die Momente als Nachhaltigkeitsprojekte verkauft und ausser die Aktionäre, haben niemand davon ein Gewinn und schon gar nicht die Natur.

Die Rettung der Welt mutiert mal wieder zu einem Ewigkeitsmodel und nicht wenige Menschen bestreiten damit ihren Lebensunterhalt und das wiederum nicht schlecht.
--- Davos lässt grüssen ---

zeig_auch_charakter_nicht_nur_maske vor 4 Wochen

Wieder so ein Subventionsritter, der bis zuletzt versucht, die Zusagen hochzutreiben. - Stoppen wir endlich den Unfug! Kaufen wir die Batterien - wenn wir schon nicht lieber bei den wirtschaftlich vernünftigeren Verbrennungsmotoren bleiben wollen -- dort, wo ihre Herstellung künstig ist. Und sparen wir unsere Steuermilliarden, um nach dem Konkurs der "Energiewende" (in ein paar Jahren, hoffentlich nicht wieder gleich 12 Jahre) den Wiederaufbau Deutschlands finanzieren zu können!

Shantuma vor 4 Wochen

Ich denke dies ist so auch besser.

Wahrscheinlich wäre dies ein ähnliches Desaster wie die Mega-Fabrik von Tesla geworden.
Denn diese hätte nie gebaut werden dürfen, da schon vorher in der Region ein Wassermangel herrschte.
Aber die netten Dollar-Augen lassen eben den einen oder anderen Beamten und Politiker erblinden.

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