Letzter Gottesdienst Abschied von der Friedenskirche Steinfurth in Wolfen-Nord

Es ist der letzte Gottesdienst, der an diesem Sonntag in der Friedenskirche Steinfurth stattfindet – danach wird sie entwidmet. Ein Einblick, wie es für die Gläubigen vor Ort dann weitergeht.

Friedenskirche Steinfurth in Wolfen-Nord
In der DDR wurde die Friedenskirche Steinfurth gebaut, jetzt wurde sie entwidmet. Bildrechte: MDR/Marc Burgemeister

Für Ortspfarrerin Ina Killyen ist es ein emotionaler Tag: "Wie für alle Kirchen gilt auch für die Friedenskirche: Sie ist ein Ort, an dem Christentum öffentlich gelebt, Gemeinschaft mit Gott und miteinander gefeiert wurde", sagt sie. Diesen Raum aufzugeben und zu verlassen, falle schwer. Die zu DDR-Zeiten gebaute Friedenskirche Steinfurth wurde schon etwas länger nicht mehr genutzt – jetzt wird sie entwidmet. Damit wird sie für Gottesdienste und andere kirchliche Zwecke offiziell außer Dienst genommen, wie die Evangelische Landeskirche Anhalts mitteilt. Der Hintergrund: Die Gemeinden in Bobbau und Wolfen-Nord sind zusammengewachsen und werden gemeinsam ihre Gottesdienste in der Christuskirche in Bobbau feiern.

Der letzte Gottesdienst in der Friedenskirche Steinfurth

Friedenskirche Steinfurth in Wolfen-Nord
So sieht es in der Friedenskirche Steinfurth aus. Bildrechte: MDR/Marc Burgemeister

Vor der kleinen Kirche in Steinfurth wird ab 17 Uhr mit einer Andacht Abendmahl gefeiert. Eine Ausstellung zeigt Erinnerungen aus den vergangenen 45 Jahren der Kirche. Danach geht es weiter zur gemeinsamen Christuskirche – auch hier wird es eine Andacht geben.

Die Entstehung der Friedenskirche Steinfurth Die Friedenskirche wurde im Rahmen eines Sonderbauprogramms der DDR errichtet und am 11. September 1977 als eine Betonkirche mit flachem Faltdach eingeweiht. Sie hat keinen Kirchturm – den hatten die SED-Parteifunktionäre damals verboten. Der Kirchraum selbst hat 60 bis 100 Sitzplätze, der Gemeinderaum hat 30 Plätze. Außerdem gibt es darin eine Orgel und ein angrenzendes Pfarrhaus.

Das passiert mit der Orgel und dem Pfarrhaus

In der Friedenskirche befindet sich eine kleine Orgel einer Halberstädter Firma. Sie soll zukünftig in der Kirche Thurland erklingen. Die Kirchengemeinde Bobbau-Wolfen-Nord gehört mit den Kirchengemeinden Thurland, Raguhn, Jeßnitz und Priorau-Schierau zum Verbund der Kirchengemeinden an der Mulde und Fuhne. Nach Jeßnitz geht das angrenzende Pfarrhaus, da die kirchliche Stiftung "Weider'sches Legat" als Eigentümerin das Grundstück wiederbekommt.

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MDR THÜRINGEN JOURNAL Di 15.06.2021 19:00Uhr 02:14 min

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Quelle: dpa/MDR Johanna Daher

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 18. Juli 2021 | 19:00 Uhr

2 Kommentare

DermbacherIn vor 9 Wochen

Ich bin immer wieder erstaunt über Menschen, die sich angeblich für "ihre" Kirche einsetzen, aber ansonsten gegenüber jeder Religion feindlich eingestellt sind.
Wenn die Menschen in Wokfen-Nord gewollt hätten, dass die Friedensirche nicht entwidmet wird, dann hätten sie diese auch vorher zu Gottesdiensten besuchen müssen.

DermbacherIn vor 9 Wochen

Es gibt genug Initiativen, die ihre Kirche im Ort behalten wollen, und dabei ist es egal, ob die Menschen Gottesdienstbesucher sind oder nicht. Wer daran interessiert war, dem bot die gemeinsame Ausstellung von EKM und IBA Thüringen „500 Kirchen 500 Ideen. Querdenker in Thüringen 2017“ ein Forum.

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