Projekt Vom Aussterben bedrohte Großtrappe zurück im Zerbster Land

Über Jahrzehnte war die vom Aussterben bedrohte Großtrappe völlig aus dem Zerbster Land verschwunden, nun ist die Vogelart dort wieder heimisch: In einem Wiederansiedlungsprojekt sind zwei Großtrappen ausgewildert worden und sollen nun weitere Artgenossen anziehen. Vor Ort hofft man sich durch das Projekt zudem viele Besucherinnen und Besucher.

Zwei wildlebende Großtrappen-Hähne stehen auf einer Wiese.
Zwei Großtrappen sind wieder im Zerbster Land vor Ort. Bildrechte: Förderverein Großtrappenschutz e.V.

Die seltene Großtrappe ist zurück im Zerbster Land: Im Rahmen eines Wiederansiedlungsprojektes wurden zwei der vom Aussterben bedrohten Brutvögel vor Ort ausgewildert. Sie sollen als Lockvögel weitere Exemplare anlocken. Nachdem die Großtrappe seit Mitte der 1990er-Jahre völlig aus dem Zerbster Land verschwunden war, soll sie sich durch das Projekt wieder langfristig vor Ort ansiedeln.

Großtrappe wird bis zu 17 Kilo schwer

Auffällig sind die Tiere nicht zuletzt durch ihr Äußeres, schließlich sind sie die schwersten flugfähigen Vögel Europas. "Es gibt keinen, der sich in die Lüfte erheben kann und größer ist als die Großtrappe", sagt René Köhler, der das Großtrappen-Schutzprojekt im im Zerbster Land leitet. Die Männchen würden bis zu 17 Kilo schwer, was dem Gewicht eines ausgewachsenen Rehbocks entspricht. "So einen Vogel gibt es nicht nochmal in dieser Einzigartigkeit", sagt Köhler. Großtrappen seien allerdings sehr scheu und still.

Einst hatte es im Zerbster Land viele der seltenen Vögel gegeben – nicht zuletzt deshalb ist das Vorhaben im Zerbster Land durchaus bemerkenswert. "Es ist weltweit erst der zweite Versuch, eine Großtrappe in einem Gebiet anzusiedeln, in dem es sie vorher einmal gab", erklärt Projektleiter Köhler. Rund 100.000 Euro geben das Land Sachsen-Anhalt und EU für den Schutz von Großtrappen aus.

Mit viel Aufwand per Hand aufgezogen

Für das Projekt im Zerbster Land wurden Eier von wilden Großtrappen-Hennen aufgesammelt, die dann künstlich ausgebrütet und handaufgezogen worden sind. "Das ist ein großer Aufwand", sagt Köhler. Nach acht bis zehn Wochen seien die Jungvögel dann in das eigentliche Auswilderungsgebiet gekommen.

Ziel ist es, dass es in 15 Jahren im Zerbster Land eine Teilpopulation der Großtrappen gibt, die sich selbst trägt. Die Tiere könnten perspektivisch auch den Tourismus ankurbeln. Bei ähnlichen Projekten seien sogar Besucher aus dem Ausland gekommen. "Das hat enormes touristisches Potenzial", sagt René Köhler. Im Zerbster Land hofft man durch die wiederangesiedelten Großtrappen deshalb künftig auf viele Gäste.

MDR (Martin Krause, Felix Fahnert)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 19. Mai 2022 | 08:17 Uhr

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