Mit einem Container gegen Corona Weltweit erster Impfstoff-Kühlcontainer kommt aus Sachsen-Anhalt

Ein Kältetechnik-Hersteller aus Bitterfeld-Wolfen hat einen Container entwickelt, in dem Impfstoff transportiert werden kann. Er fasst rund eine halbe Million Impfdosen und kann sie tiefgekühlt lagern, auch ohne externe Stromquelle. Ab April kann der erste Container auf den Philippinen zum Einsatz kommen.

Fünf Personen stehen vor einem weißen Container
Die stellvertretende Botschafterin der Philippinen in Deutschland (Mitte) bekam am Donnerstag den Impfstoff-Kühlcontainer präsentiert, der in ihrem Land demnächst im Einsatz sein soll. Bildrechte: Wirtschaftsministerium Sachsen-Anhalt

Eine halbe Million Impfdosen bei -20°C bis -80°C lagern können und das für 24 Stunden ohne externe Stromquelle – eine Firma aus Bitterfeld-Wolfen hat einen Hightech-Container mit einzigartiger Lagermöglichkeit für Impfstoffe entwickelt. Am Donnerstag wurde der erste Container der MECOTEC Gruppe mit Sitz in Bitterfeld-Wolfen vorgestellt. Er soll ab April auf den Philippinen zum Einsatz kommen und ist weltweit einzigartig.

"Der Container ist leicht modifiziert, hat aber die Maße eines Standard-Containers und kann mit allen möglichen Transportfahrzeugen bewegt werden. Wir haben uns auf die zwei Maße 20 und 40 Fuß geeinigt, so dass er wirklich international eingesetzt werden kann", sagte Jan Hüneburg von der MECOTEC Gruppe MDR SACHSEN-ANHALT. Die stellvertretende Botschafterin der Philippinen in Deutschland, Lillibeth V. Pono, war am Donnerstag in Bitterfeld-Wolfen vor Ort und bekam den Container präsentiert. Die Philippinen sind der erste Besteller des Tiefstkühl-Containers.

Der Container

Das in den Container eingebaute Tiefst-Kühllager wird über Hochleistungs-Kälteaggregate versorgt. Im Arbeitsbereich für die Lageristen beträgt die Temperatur -20 °C. Er eignet sich besonders für Orte, an denen große Mengen von Impfstoffen gelagert werden müssen. Ein GPS-basiertes Monitoring-System sorgt für die Überwachung. Die Idee für den Container entstand im Herbst 2020.

"Pandemiebekämpfung auf den Philippinen"

Auf den Philippinen leben rund 100 Millionen Menschen auf knapp 900 Inseln verteilt. MECOTEC-Geschäftsführer und Gründer Enrico Klauer sagte: "Hier sind innovative Lösungen in Bezug auf die Lagerung und Verteilung der Corona-Impfstoffe gefragt und daher freut es uns, dass wir mit unserer Containerlösung einen Teil zur Pandemiebekämpfung in diesem Land beitragen können". Die Anforderungen an die Kältetechnik in einem Land, in dem Außentemperaturen von 40 Grad Celsius und auch eine sehr hohe Luftfeuchte herrschen, sei hoch. Trotzdem kommt der Hightech-Container laut MECOTEC 24 Stunden ohne externe Stromquelle oder Betankung der eingebauten Aggregate aus.

Das Wirtschaftsministerium von Sachsen-Anhalt hat die MECOTEC Gruppe in den vergangenen Jahren mit mehr als 400.000 Euro aus der Investitionsförderung sowie mit 60.000 Euro aus der Innovationsförderung unterstützt. Wirtschaftsminister Armin Willingmann sagte: "Die MECOTEC Gruppe zeigt mit ihrem Hightech-Container beispielhaft auf, dass sich Sachsen-Anhalt in den vergangenen Jahren zu einem innovativen, international wettbewerbsfähigen Wirtschaftsstandort entwickelt hat." Das Unternehmen kann laut seines Geschäftsführers nun die komplette Logistikkette bei Corona-Impfungen abdecken – von der Tiefst-Kühlung des Impfstoffs direkt nach seiner Herstellung bis zur Entnahme am Verteilzentrum.

MECOTEC Die MECOTEC GmbH mit Sitz in Bitterfeld-Wolfen wurde im Jahr 2000 gegründet. Sie ist bekannt als Kältespezialist für die Industrie und Weltmarktführer bei elektrischen Kältekammern für die Bereiche Medizin, Sport und Wellness. Im Juli 2020 hat das Unternehmen den Kälteanlagenentwickler Coolant mit Sitz in Zwickau übernommen. Weltweit beschäftigt die MECOTEC Gruppe rund 85 Mitarbeiter, davon mehr als 60 in Deutschland. In den kommenden fünf Jahren will das Unternehmen die Zahl seiner Mitarbeiter verdoppeln.

MDR, Luise Kotulla

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR SACHSEN-ANHALT | 25. März 2021 | 19:00 Uhr

1 Kommentar

DanielSBK am 27.03.2021

Peinlich und beschämend, dass man in Deutschland gerade einaml 9,3% der Bevölkerung geimpft hat - und hier von den Philippinen schwadroniert wird, während sich unsere Volksvertrer an einem "Ruhetag" abgearbeitet haben und es überhaupt keinen Impfstoff bei uns gibt. Gerade zu grotesk, sich da als "maker" und Mittelstands "Champion" vor dem
Blitzlichtgewitter abfeiern zu lassen! Die Impfzentren in Sachsen-Anhalt sind derweil geschlossen... Und dann auch noch 400.000€ hier und 60.000€ da aus Steuergeldern bezahlte Arbeitsplätze - sehr innovativ und nachhaltig. Während unsere Hochbetagten in den Altenheimen weiterhin wegsterben. Wahnisnn.

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