Homeoffice und Notstrukturen Landkreis Anhalt-Bitterfeld arbeitet nach Hacker-Angriff immer noch eingeschränkt

Dreieinhalb Monate nach einem Cyber-Agriff, bei dem alle Daten verschlüsselt wurden, kann der Landkreis Anhalt-Bitterfeld immer noch nicht reibungslos arbeiten. Auch zu der Hacker-Gruppe gibt es noch keine konkreteren Spuren.

Ein Briefkasten mit der Aufschrift "Landkreis Anhalt-Bitterfeld" und "Hauptsitz der Kreisverwaltung" vor einem Gebäude aus Glas 3 min
Der Landkreis Anhalt-Bitterfeld kann mehr als drei Monate nach dem Hacker-Angriff immer noch nur eingeschränkt arbeiten. Bildrechte: dpa

Nach dem Cyber-Angriff Anfang Juli, bei dem alle Computer verschlüsselt wurden, kann der Landkreis Anhalt-Bitterfeld immer noch nicht wie gewohnt arbeiten.

MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir Mi 20.10.2021 10:08Uhr 03:03 min

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Dreieinhalb Monate nach dem Hacker-Angriff arbeitet die Kreisverwaltung Anhalt-Bitterfeld immer noch in Notstrukturen. Zwar seien alle Bereiche inzwischen wieder arbeitsfähig, aber das nur begrenzt, sagte eine Sprecherin. Demnach stehen den etwa 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aktuell nur 100 Laptops zur Verfügung. Viele arbeiten daher im Homeoffice.

Keine Spuren zu Hacker-Gruppe

Es gebe zudem noch kein neues Datensystem, manche Vorgänge funktionieren daher nicht. Kfz-Zulassungen zum Beispiel sind weiterhin nur in Köthen möglich, alte DDR-Führerscheine können derzeit gar nicht umgetauscht werden. Wann die neuen Systeme installiert werden und wie sicher diese sein werden, ist ebenfalls nicht absehbar.

Auch zu der Hacker-Gruppe gibt derzeit noch keine konkreten Spuren, sagte Michael Klocke vom Landeskriminalamt. Der Name sei zwar bekannt – "pay or grieve" (auf Deutsch: bezahle oder leide). Wo die Gruppe aber sitzt, sei aber schwierig herauszufinden, da die Kommunikation im Darknet und über wechselnde Server ablaufe. Das LKA ermittelt daher auch im Ausland.

Hacker haben alle Daten verschlüsselt

Anfang Juli waren bei einem Hacker-Angriff alle Daten der Kreisverwaltung infiziert und verschlüsselt worden. Bei der Cyber-Attacke waren mehrere Server des Landkreises mit sogenannter Ransomware infiziert worden, bei der Daten verschlüsselt werden. Bei Ransomware sollen die Daten üblicherweise nach einer Geldzahlung wieder freigegeben werden.

Landrat Andy Grabner (CDU) stellte aber klar, dass man dieses nicht zahlen werde. Öffentliche Verwaltungen dürften sich nicht erpressen lassen. Oft haben solche Lösegeldforderungen eine sechs- oder siebenstellige Höhe.

MDR/André Damm, Fabienne von der Eltz

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 19. Oktober 2021 | 17:00 Uhr

1 Kommentar

ossi1231 vor 5 Wochen

Ein "toller" Disaster-Recovery-Plan ... unsere BRD die beste BRD aller Zeiten.

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