Für 135 Millionen Euro Heizkraftwerk für Papierfabrik in Sandersdorf-Brehna geplant

Die Papierfabrik in Sandersdorf-Brehna wird ein eigenes Heizkraftwerk bekommen. Energie soll auch durch Verbrennen von Resten der eigenen Produktion gewonnen werden. Der Betreiber Progroup möchte damit einen weiteren Schritt hin zu einem geschlossenen Materialkreislauf gehen.

Luftaufnahme eines riesigen Fabrikgeländes
Die hochmoderne Papierfabrik zur Inbetriebnahme im August 2020. Pro Tag werden 2.000 Tonnen Wellpappenrohpapier hergestellt. Das braucht viel Energie. Bildrechte: Progroup

Direkt neben der Papierfabrik in Sandersdorf-Brehna im Landkreis Anhalt-Bitterfeld soll ein eigenes Heizkraftwerk entstehen. Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT will der Betreiber Progroup rund 135 Millionen Euro investieren, Baubeginn soll Ende 2022 sein. "Mit Bau des Heizkraftwerks für unsere Papierfabrik erreichen wir einen weiteren wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu vollständig geschlossenen Materialkreisläufen", so der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Progroup, Maximilian Heindl.

In dem Kraftwerk sollen ausschließlich sogenannte Ersatzbrennstoffe verwendet werden. Dazu gehören nicht mehr verwertbares Papier sowie im Abfall enthaltene Fremdstoffe wie zum Beispiel Holz. Die Stoffe sollen sowohl aus der eigenen Produktion als auch aus der Region stammen und thermisch verwertet werden.

Fabrik seit einem Jahr in Betrieb

Erst vor etwas mehr als einem Jahr war die neu gebaute Papierfabrik in Betrieb genommen worden. Progroup liefert Wellpappe aus Altpapier an Verpackungshersteller, die wiederum mit diesen Verpackungen zum Beispiel Amazon beliefern. Da der Versandhandel boomt, gab es im ersten Halbjahr 2021 einen Umsatzsprung von 19 Prozent für den Standort. Das bedeutet jedoch auch, dass mehr Energie benötigt wird. Bisher stammt sie aus fossilen Brennstoffen.

Blick auf die neue Fabrik der Progroup Paper PM3 GmbH.
Wasser wird bereits eingespart, nun soll auch die Energieversorgung umweltfreundlicher werden. Bildrechte: dpa

Nach eigenen Angaben spart die Papierfabrik dank modernster Technologie momentan 170.000 Tonnen CO2 jährlich ein. Mit dem neuen Heizkraftwerk sollen ab Ende 2025 dann 80.000 Tonnen dazu kommen.

Ende November ist eine Bürgerversammlung in Sandersdorf-Brehna zum Kraftwerksbau geplant. Es gibt immer wieder Berichte über Geruchsbelästigung von der Fabrik, die laut einem MDR-Reporter aber abgenommen hat.

Das ist die Progroup Das familiengeführte Unternehmen hat seinen Sitz in Rheinland-Pfalz und ist nach eigenen Angaben einer der führenden Wellpappenrohpapier- und Wellpapphersteller in Europa. 1991 gegründet hat es heute Standorte in sechs europäischen Ländern. Dazu gehören drei Papierfabriken, elf Wellpappformatwerke, ein Logistikunternehmen und ein Kraftwerk. Für Progroup arbeiten 1.455 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der zweite Standort in Sachsen-Anhalt befindet sich in Burg.

Quelle: Progroup

MDR/André Damm

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 07. Oktober 2021 | 12:00 Uhr

2 Kommentare

ElBuffo vor 7 Wochen

Solange es nicht verbrannt wird.

hansfriederleistner vor 7 Wochen

Ist Papier CO2 frei?

Mehr aus Anhalt-Bitterfeld, Dessau-Roßlau und Wittenberg

Mehr aus Sachsen-Anhalt