Solar Valley in Thalheim Q-Cells steckt weitere 15,5 Millionen Euro in die Forschung

Das Solarunternehmen Q-Cells erhöht seine Investitionen am Standort Thalheim im Kreis Anhalt-Bitterfeld. Wie die Firma am Montag bekanntgab, sollen weitere 15,5 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung gesteckt werden. Q-Cells wird damit bis 2023 mehr als 140 Millionen Euro in das Solar Valley stecken. Und das ist nicht die einzige gute Nachricht aus Thalheim.

Der Solarzellen-Anbieter Q-Cells investiert weitere 15,5 Millionen Euro in seine globale Forschungs- und Entwicklungszentrale in Thalheim im Landkreis Anhalt-Bitterfeld. Das Geld werde in die Entwicklung von Maschinen und Anlagen der nächsten Generation der Photovoltaik-Technologie fließen, kündigte das Unternehmen am Montag an. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben im Vertrieb von Solarmodulen und -systemen Marktführer in Deutschland und Europa.

Q-Cells steckt mehr Geld in den Standort Thalheim

In diesem Jahr wolle Q-Cells neue, hocheffiziente Solarmodule auf den Markt bringen. Insgesamt investiere die Firma bis 2023 mehr als 140 Millionen Euro im so genannten Solar Valley. Im vergangenen Jahr war noch von einer Investitionssumme von 125 Millionen Euro die Rede.

In Deutschland sind laut Bundesverband Solarwirtschaft im vergangenen Jahr 184.000 neue Solarstromanlagen mit einer Leistung von rund 4,9 Gigawatt installiert worden. Rund 18 Prozent der installierten Leistung liefern nach Firmenangaben Q-Cells-Module. In Europa beschäftigt das Unternehmen demnach rund 630 Menschen, etwa 475 davon in Thalheim.

Das Solar Valley: Aufstieg, Niedergang - und neue Hoffnung

Die Thalheimer Forschungszentrale liegt im sogenannten Solar Valley, das vor 20 Jahren im einstigen Chemie-Dreieck der DDR entstanden war und als eines der größten Zentren der Solarindustrie Europas mit bis zu 3500 Arbeitsplätzen in zahlreichen Firmen galt. Dann stürzte die Konkurrenz billiger Solarmodule aus Asien das Valley in die Krise. Zahlreiche Unternehmen gingen pleite. Q-Cells wurde 2012 vom südkoreanischen Konzern Hanwha übernommen. Die Fertigung wanderte nach Asien ab, Forschung und Entwicklung blieben in Thalheim. Zehn Jahre nach der großen Krise füllt sich das Solar Valley nun wieder.

Das Wirtschaftsministerium begrüßte die Investition von Q-Cells. Das Engagement zeige beispielhaft, dass die Solarindustrie in Sachsen-Anhalt neuen Schwung aufnehme, sagte Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD). Mit Unternehmen wie Q-Cells, die im Land auch nach der Krise der Branche konsequent auf Forschung und Entwicklung setzen würden, könne es in den kommenden Jahren gelingen, Sachsen-Anhalt "weiter zu einem Land der Zukunftstechnologien zu entwickeln", sagte der Minister.

Q-Cells stellt aber auch Forderungen an die Politik

Q-Cells forderte von der Politik mehr Tempo beim Ausbau der Solarenergie. Wenn Deutschland die Pariser Klimaziele erreichen wolle, müssten die jährlichen Installationen verdreifacht werden, sagte Oliver Beckel, Direktor für öffentliche Angelegenheiten des Unternehmens. Zudem müssten "Marktbarrieren, wie die Solarsteuer auf selbst verbrauchten Solarstrom abgeschafft werden".

Am Dienstag wird außerdem eine Solarzellenfabrik des Schweizer Unternehmens Meyer Burger Technology AG in Thalheim eröffnet – symbolträchtig in den einstigen Hallen der Pleite gegangenen Solarfirma Sovello. Die dort produzierten Zellen sollen im sächsischen Freiberg zu Modulen zusammengebaut werden. An beiden Standorten sind bis zu 3.500 neue Stellen geplant.

Quelle: dpa, MDR/Gero Hirschelmann

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 17. Mai 2021 | 06:00 Uhr

2 Kommentare

Tacitus vor 18 Wochen

Der Artikel liest sich wie aus der PR-Abteilung von Q-Cells. Interessant für uns Leser wäre eine genaue Auflistung der ökonomischen Seite:
welche Steuermittel sind geflossen, wieviel kostet uns Q-Cells, wie rentabel ist die Firma etc.

Soldaten Norbert vor 18 Wochen

Q-Cells, ist dass nicht die Firma, die es nur gibt , weil die Allgemeinheit, sprich der Steuerzahler dieses fragwürdige Konzept, dank politischer Interessen finanzieren muss ?

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