Textilverwerter Soex in Bitterfeld-Wolfen: Beschäftigte legen ihre Arbeit nieder

Bei Soex in Bitterfeld-Wolfen werden täglich Tonnen von Altkleidern verarbeitet. Die Beschäftigten sollen dafür etwas mehr als der Mindestlohn erhalten. Nach einem Warnstreik im April und der Ankündigung, bis Ende September 100 Mitarbeiter in der Sortierstation zu entlassen, haben die Beschäftigte erneut ihre Arbeit niedergelegt.

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Bereits im April hatten Soex-Mitarbeitende gestreikt. (Archivbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Beim Textilverwerter Soex in Bittefeld-Wolfen haben am Dienstag viele Beschäftigte die Arbeit niedergelegt. Die Gewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie hatte rund 400 Mitarbeiter aufgerufen, sich an einem zweitägigen Warnstreik zu beteiligen. Wie Gewerkschaftssprecher Jan Melzer sagte, hat der Streik mit der Frühschicht begonnen und wird bis Mittwochabend, 22:30 Uhr, andauern.

Keine Reaktion auf Forderungen der Gewerkschaft

Mit dem erneuten Streik spitzt sich der Tarifstreit weiter zu. Die Gewerkschaft fordert für die Soex-Beschäftigten, die in Wolfen gebrauchte Kleidung sortieren und weiterverarbeiten, eine bessere Entlohnung. Angestrebt wird ein Basistarif von 13 Euro pro Stunde, außerdem die Zahlung von Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie eine betriebliche Altersvorsorge.

Im Textilsortierwerk der Firma Soex in Bitterfeld-Wolfen werden täglich, wie hier am 18.05.2001, 180 Tonnen Altkleider sortiert.
Im Textilsortierwerk der Firma Soex in Bitterfeld-Wolfen werden täglich 180 Tonnen Altkleider sortiert. Bildrechte: IMAGO

Melzer zufolge hat sich die Geschäftsführung des Unternehmens "totgestellt" und nicht auf die Lohnforderungen reagiert. Stattdessen sollen bis Ende September 100 Mitarbeiter in der Sortierstation entlassen werden. Ein Streik stoppe keine Kündigung, so Melzer. Er wolle aber höhere Abfindungen durchsetzen.

Gehälter knapp über Mindestlohn

Bereits Ende April waren rund 200 Mitarbeiter von Soex in den Warnstreik getreten. So sollte nach Gewerkschaftsangaben der Druck auf die Geschäftsführung erhöht werden. Wie die Gewerkschaft mitteilte, bekommen Mitarbeiter bei Soex Gehälter, die nur knapp über dem Mindestlohn liegen.

Am Seox-Standort in Wolfen werden Alttexilien sortiert und recycelt, nach Angaben des Unternehmens rund 11.000 Tonnen im Jahr. Die Beschäftigten im Werk arbeiten an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr. Das Sortierwerk in Wolfen gibt es seit 1998, ein Jahr später ging nach Unternehmensangaben dort auch die Sparte Recycling in Betrieb.

MDR (André Damm, Cornelia Winkler)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 09. August 2022 | 10:30 Uhr

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