Dritte Welle gebrochen Gegen schweren Corona-Verlauf: Ambulante Therapie in Dessau möglich

Am Klinikum Dessau sind ambulante Antikörper-Therapien gegen das Coronavirus möglich. Mit der Therapie können schwere Verläufe der Krankheit verhindert werden. Die Behandlung dauert lediglich zwei Stunden und muss nur einmal durchgeführt werden.

Eine Ärztin zieht ein Medikament auf eine Spritze.
Die neue Therapie hat die Arbeit am Klinikum Dessau für die Ärzte erleichtert. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Seit Anfang Mai gibt es am Klinikum Dessau eine ambulante Therapie gegen das Coronavirus. Bereits seit März wird die Therapie stationär angewandt. Professor Dr. Gerhard Behre vom Klinikum Dessau sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Diese Therapie erleichtert unsere Arbeit ganz erheblich."

Es handelt sich laut Behre um eine Antikörpertherapie. Dabei werden Antikörper gegen das Coronavirus aus dem Blutplasma von Genesenen gewonnen und diese dann Erkrankten verabreicht. "Die Antikörper verhindern, dass die Viren in die Zellen eindringen. Das Virus kann sich nicht vermehren", so Behre. Dadurch könne sich die tödliche Wirkung nicht entfalten.

PCR-Test, Überweisung und Symptome

Dr. Gehard Behre
Für Professor Dr. Gerhard Behre ist die Antikörpertherapie ein Durchbruch. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wichtig ist laut Behre, dass die Therapie frühzeitig begonnen wird: "Man muss sie machen, wenn das Virus noch nicht zu dieser großen Entzündungsreaktion im Körper geführt hat." Am besten sei eine Therapie in den ersten drei bis zehn Tagen nach einer Infektion. Wer einen positiven PCR-Test, eine Überweisung und erste Symptome verspüre, könne ins Klinikum kommen.

"Viele Patienten kommen dafür in Frage. Wir haben natürlich am Anfang mit stark gefährdeten Risikopatienten angefangen", sagt Behre weiter. Die Richtlinien des Bundesgesundheitsministeriums ließen aber mittlerweile beispielsweise auch eine Therapie für Patienten mit Herz-, Lungen- oder Krebserkrankungen zu. Die Antikörpertherapie erfolge ambulant, müsse nur einmal durchgeführt werden und dauere gut zwei Stunden.

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Dritte Welle in Dessau gebrochen

Das Besondere an der Therapie ist laut Behre, dass es die erste spezifische Behandlung gegen das Coronavirus ist. "Davor hatten wir drei Waffen gegen das Virus: Sauerstoff geben, Kortison verabreichen und verhindern, dass sich Blutgerinnsel bilden. Mehr hatte man nicht." Behre überrasche, dass man bisher fast keine Nebenwirkungen sehe. Es habe in Dessau noch keine allergischen Reaktionen gegeben: "Es ist wirklich gut verträglich. Für uns war diese Therapie hier ein Durchbruch." Man habe damit die dritte Welle in Dessau gebrochen.

Antikörper-Therapie-Station
Am Klinikum Dessau gibt es seit einigen Tagen eine Antikörper-Therapiestation. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

MDR/Frank Nowak, Fabian Frenzel

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 17. Mai 2021 | 19:00 Uhr

2 Kommentare

AlexLeipzig vor 21 Wochen

Gruselig? Behandlungserfolge sind gruselig? Befremdliche Sichtweise! Ich finde es sehr gut, hoffentlich wird dieses erfolgreiche Projekt bald flächendeckend!

Critica vor 21 Wochen

Das hört sich aber gruselig an. Geht da wirklich jemand hin?

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