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Prüfstandstechniker bereiten im Zentrum für Motoren- und Maschinenforschung Roßlau gGmbH (WTZ) einen modifizierten Dieselmotor für einen Prüflauf mit Wasserstoff vor. Bildrechte: dpa

Dessau-RoßlauForscher testen die Umrüstung von Dieselzügen auf Wasserstoff

von MDR SACHSEN-ANHALT

Stand: 31. Januar 2022, 14:31 Uhr

Forscher in Dessau-Roßlau wollen Dieselzüge für den Betrieb mit Wasserstoff und Biogas umbauen. Ein erster Motor wurde schon umgerüstet, der Einbau in einen Zug soll folgen. Wenn die Tests erfolgreich sind, könnte ab 2025 der Verkehr zwischen Dessau und Wörlitz umweltfreundlicher werden.

In Zukunft könnten Dieselzüge mit weniger umweltschädlichen Kraftstoffen fahren. Ein entsprechender Test läuft derzeit in Dessau-Roßlau. Forscher rüsten dort Dieselmotoren auf Wasserstoff und Biogas um. Ein erster umgerüsteter Dieselmotor steht aktuell auf dem Prüfstand.

Testbetrieb vorerst ohne Fahrgäste

Der nächste Schritt ist der Einbau in einen Dieselzug. Ende 2022 kommt der Zug, ein rund 15 Jahre altes Fahrzeug von der hessischen Landesbahn, nach Sachsen-Anhalt. Er fährt zunächst ohne Fahrgäste im Testbetrieb.

"Der Motor wurde zum ersten Mal im Dezember im Wasserstoffbetrieb gezündet", sagte Maschinenbauingenieur Carsten Tietze vom Wissenschaftlich-Technischen Zentrum für Motoren- und Maschinenforschung Roßlau gGmbH (WTZ).

Umrüstung einzigartig in Europa

Dirk Ottwald, Bündnismanager vom Projekt Trains an der Hochschule Anhalt in Köthen, ergänzt: "Was die Umrüstung angeht, sind wir tatsächlich in Europa einzigartig. Wasserstoffverbrennungsmotoren für Züge gibt es noch nicht."

Ist der Test erfolgreich, könnte ab 2025 der reguläre Zugverkehr zwischen Dessau und Wörlitz aufgenommen werden.

Umbau günstiger als Neukauf

Die Neupreise für übliche Triebzüge (Stand 2021) liegen den Angaben zufolge bei etwa drei bis vier Millionen Euro.

Die Umrüstung von Bestandszügen ist in jedem Fall günstiger als eine Neuanschaffung.

Dirk Ottwald | Hochschule Anhalt

Die Kosten pro Umrüstung werden auf 500.000 Euro bis eine Million Euro geschätzt und hängen von den Stückzahlen ab.

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dpa, MDR (Gero Hirschelmann)

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN-ANHALT | 31. Januar 2022 | 10:00 Uhr

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