Stiller Abschied nach 26 Jahren Karstadt in Dessau Ende Januar für immer dicht

Ende Januar ist Karstadt in Dessau Geschichte. Die Verkaufsräume sind leer, die Werbung an der Fassade des Rathaus-Centers abgebaut. In Corona-Zeiten ein stiller Abschied – nach 26 Jahren. Von der Karstadt-Schließung sind 61 weitere Filialen deutschlandweit betroffen.

Monteure auf Autokran innerhalb einer Absperrung vor Rathaus-Center
1994 war Karstadt in das Dessauer Rathaus-Center gezogen. Nun, nach 26 Jahren, zieht das Traditionsunternehmen wieder aus. Bildrechte: MDR/Martin Krause

Nach 26 Jahren zieht sich Karstadt aus Dessau-Roßlau zurück. Ende Januar läuft der Mietvertrag aus. Wegen der Corona-Beschränkungen ist das Warenhaus ohnehin seit Wochen geschlossen. Innen ist das fünfstöckige Gebäude so gut wie leer.

Nun wird das Aus der Dessauer Filiale auch nach außen sichtbar. Die Karstadt-Schriftzüge wurden in luftiger Höhe am Gebäude demontiert. Für die Monteure aus Sachsen ist die Arbeit in 30 Metern Höhe Routine. Innerhalb weniger Tage bauen sie die Schriftzüge rund um das Rathaus-Center ab. Rund vier Kilogramm wiegt einer der 80 Zentimeter großen Buchstaben.

Rathaus-Center Dessau: Karstadt baut ab

Autokran innerhalb einer Absperrung vor Rathaus-Center
Ende Januar 2021 endet nach 26 Jahren eine Tradition. Karstadt schließt seine Filiale in Dessau für immer. Bildrechte: MDR/Martin Krause
Autokran innerhalb einer Absperrung vor Rathaus-Center
Ende Januar 2021 endet nach 26 Jahren eine Tradition. Karstadt schließt seine Filiale in Dessau für immer. Bildrechte: MDR/Martin Krause
Karstadt-Eingang mit zwei Menschen davor
Der Abschied erfolgt still und leise. Wegen der Corona-Beschränkungen ist das Warenhaus bereits seit Wochen zu und öffnet nun gar nicht mehr. Bildrechte: MDR/Martin Krause
Monteure auf Autokran innerhalb einer Absperrung vor Rathaus-Center
Das Aus der Dessauer Filiale wird auch nach außen sichtbar: Die Karstadt-Schriftzüge wurden in luftiger Höhe am Gebäude demontiert. Bildrechte: MDR/Martin Krause
Zwei  Monteure tragen großes "T" von Autokran und werden dabei fotografiert
Monteure aus Sachsen führten die Arbeit in 30 Metern Höhe routiniert durch. Bildrechte: MDR/Martin Krause
Zwei Monteure tragen großes "D" von Autokran
Innerhalb weniger Tage bauen sie die Schriftzüge rund um das Rathaus-Center ab. Bildrechte: MDR/Martin Krause
Großes "D" liegt auf dem Boden mit Akkuschrauber und Putzmittel
Rund vier Kilogramm wiegt einer der 80 Zentimeter großen Buchstaben. Bildrechte: MDR/Martin Krause
Blick auf Rathaus-Center in der Dämmerung ohne "Karstadt-Logo", davor steht ein Autokran
Karstadt war seit 1994 Mieter im Dessauer Rathaus-Center, rechts mit Friedensglocke im Bild. Bildrechte: MDR/Martin Krause
Blick zwischen Alt- und Neubau auf Rathaus-Center mit Autokran davor
Die Karstadt-Filiale in Dessau ist eine von bundesweit 62, die von der Schließung betroffen sind.

Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 25. Januar 2021 | 17:40 Uhr
Bildrechte: MDR/Martin Krause
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Karstadt war seit 1994 Mieter im Rathaus-Center von Dessau. Als Grund für die Schließung hatte der Konzern eingebrochene Umsatzzahlen genannt. Die Filiale in Dessau ist eine von 62, die bundesweit geschlossen werden. Rund 60 Beschäftigte arbeiteten dort. Die Verkaufsfläche erstreckte sich über 12.000 Quadratmeter. Nun gibt es in Sachsen-Anhalt noch zwei Karstadt-Filialen: in Halle und Magdeburg.

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Recherche/Redaktion: MDR, Martin Krause, Anne Gehn-Zeller

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 25. Januar 2021 | 17:40 Uhr

2 Kommentare

Kritiker vor 10 Wochen

Bleibt am Ende nur eine FRage: Fallen hier bei Schließung auch die einzelnen Parkhausetagen weg? Wenn, dann wird wirklich die Innenstadt von Dessau zu einem Trauerspiel. Die einzige "Einkaufsmeile" wäre wohl dann nur noch die Zerbster Strasse. Mal sehen wie viele Opfer = Ladenschließungen = hier in dieser über-gebliebenen "Einkaufsmeile" durch Corona-Pandemie dieses Dessau zu einer fast "toten Stadt" (bezugnehmend auf Einkaufsmöglichkeiten) machen werden?

Kritiker vor 10 Wochen

Als ehemaliger Dessauer (bis 1981) bin ich nicht verwundert, denn nach der Wende zählt laut Markwirtschaft nur Umsatz, Gewinn und nicht wie es Menschen finanziell möglich ist, sich große Einkäufe für kleine Preise oder wie bei Karstadt in umgekehrter Form leisten zu können. (Kleiner Einkauf für hohe Preise) Also am Ende aus einem Einkaufstempel wird eine "Großblockruine". Man hat ja das Geld zur Unterhaltung auch einer solchen "Ruine" in Dessaus Finanzhaushalt im Übermaß!

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