Weitere Untersuchungen notwendig Geimpfte Dessauerin starb an Hirnvenenthrombose – Zusammenhang noch unklar

Eine Dessauer Lehrerin war nach einer Coronaimpfung mit Astrazeneca gestorben. Jetzt steht fest: Ursache für ihren Tod war eine Hirnvenenthrombose. Ein Zusammenhang mit der Impfung konnte bisher nicht hergestellt werden, so die Staatsanwaltschaft. Das abschließende Obduktionsergebnis steht noch aus.

Spritzen und das Vakzin von Astrazenca
Erste Untersuchungsergebnisse bestätigen: Eine 58-jährige Dessauerin ist nach einer Immpfung mit Astrazeneca an Hirnvenenthrombose gestorben. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Eine Dessauerin, die mit dem Impfstoff Vaxzevria von Astrazeneca gegen das Coronavirus geimpft wurde, ist an einer Hirnvenenthrombose gestorben. Das habe die Obduktion der Frau bestätigt, teilte die Dessauer Staatsanwaltschaft MDR SACHSEN-ANHALT mit.

Anfangsverdacht: Weitere Untersuchungen nötig

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Frank Pieper, betonte aber: Einen Zusammenhang mit der Impfung könne bisher nicht hergestellt werden. Er sprach von einem "Anfangsverdacht". Fest stehe bisher nur, dass die Frau an einer Hirnvenenthrombose gestorben sei. Das könne auch andere Ursachen haben. Pieper erklärte, auch Vorerkrankungen oder die Einnahme von Medikamenten hätten zur Hirnvenenhrombose führen können.

Es seien weitere rechtsmedizinische Untersuchungen nötig, so Pieper weiter. Bis zu einem abschließenden Gutachten könnten noch bis zu acht Wochen vergehen. Ob ein Strafverfahren eröffnet wird, sei noch offen.

Die 58 Jahre alte Lehrerin aus Dessau war am 19. März mit Astrazeneca geimpft worden und zehn Tage später im Städtischen Klinikum verstorben.

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Was bisher bekannt ist: Thrombosen und Impfung mit Astrazeneca

Laut PauI-Ehrlich-Institut sind bis zum 21. April bundesweit 63 Fälle einer Sinusvenenthrombose nach Impfung mit dem COVID-19- Impfstoff Vaxzevria von Astrazeneca gemeldet worden. In 34 Fällen sei zusätzlich eine Thrombozytopenie (Mangel an Blutplättchen) gemeldet worden. Sechs Frauen und sechs Männer seien nach Auftreten der Thrombose gestorben.

Mit Ausnahme von sechs Fällen seien 43 Frauen im Alter von 22 bis 59 Jahren betroffen gewesen. Allerdings seien Frauen nach den Angaben des Robert Koch-Instituts auch häufiger als Männer mit dem Impfstoff geimpft worden. Die Männer seien mit Ausnahme von zwei Fällen 20 bis 59 Jahre alt gewesen.

Insgesamt seien bis 20. April mehr als 4,7 Millionen Erstdosen und mehr als 10.000 Zweitdosen von Vaxzevria verimpft worden. In Deutschland wird der Impfstoff Vaxzevria von Astrazeneca von der Ständigen Impfkommission ausschließlich für Personen ab 60 Jahren empfohlen. Die Empfehlung beruhe auf der Analyse der aktuellen Datenlage unter Berücksichtigung der gegenwärtigen pandemischen Lage, so das Paul-Ehrlich-Institut.

Zwölf Sinusvenenthrombose bei Biontech

Auch bei Impfungen mit dem Impfstoff Comirnaty von Biontech sind zwölf Fälle einer Sinusvenenthrombose gemeldet worden. Betroffen waren sieben Frauen im Alter von 47 bis 89 Jahren und fünf Männer im Alter von 33 bis 86 Jahren. Eine 89-jährige Frau und zwei Männer im Alter von 50 und 84 Jahren seien verstorben, so das Paul-Ehrlich-Institut.

Forscher: Enge Verbindung zwischen Impfstoff und Thrombosen

Der Greifswalder Forscher Andreas Greinacher geht davon aus, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Astrazeneca-Impfstoff und den Thrombosen bei den damit geimpften Menschen gibt. Seiner Meinung nach gebe es derzeit klare Belege, dass bei einigen Menschen eine enge Verbindung zwischen dem Impfstoff und diesen Thrombosen bestehe, sagte er am 9. April bei einem virtuellen Pressegespräch. Dafür sprächen die Zahl der Fälle und das immer gleiche Muster.

Er warb trotz der seltenen Komplikationen für Impfungen: "Sie nicht zu impfen wird für viel, viel mehr Menschen das Risiko ernster Komplikationen mit sich bringen, als sie zu impfen." Er verwies in dem Zusammenhang auf seine Kollegen der Intensivstation der Greifswalder Universitätsmedizin, wo rund um die Uhr Patienten mit schweren Covid-19-Erkrankungen behandelt würden.

Quelle: MDR/Susanne Reh, Martin Paul, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 29. April 2021 | 10:30 Uhr

25 Kommentare

Aufgedeckt vor 2 Wochen

Ich finde es immer noch nicht richtig, Personen die bei einer bedingten Impfstoffzulassung keine übertriebener Euphorie an den Tag legen, so wie man es bei manchen lesen kann.

Übrigens steht beim bfarm:
"Bedingte Zulassungen unterliegen damit einer besonders engmaschigen Kontrolle, bis eine reguläre Zulassung erteilt wird. Arzneimittel mit einer bedingten Zulassung müssen entsprechend gekennzeichnet sein. Hierzu wird unter anderem das Schwarze Dreieck eingesetzt."

Warum ist nirgends dieses Schwarze Dreieck zu sehen auf den Impfdosen?

tim regenbogen vor 2 Wochen

@simone
Querdenker und AFD Lügen! Der war köstlich. Ich bitte Sie hiermit, sich nochmal meinen Kommentar durchzulesen. Und bitte, belegen sie umgehend das alle über 80 tausend Corona Toten durch das Corona Virus verstorben sind. Ich bin wirklich sowas von gespannt, auf ihre Belege. Ihr Beispiel is ja nun wirklich hanebüchen. Weiß auch nicht, wie sie bei meinem Kommentar auf die AFD kommen. Ja so sind sie, die Kommentatoren die geradezu euphorisch die Demokratie in unserem Land loben, und dabei andere Meinungen nicht gelten lassen und alle in die Rechte Ecke stellen. So Simone und jetzt schnell vor den Fernseher, die Tagesschau beginnt gleich

Simone vor 2 Wochen

Wer greift sie denn an?
Wenn sie für sich entschieden haben, dass sie lieber das Risiko von Zahnfäule eingehen, statt sich mit dieser Zahnpasta die Zähne zuputzen, dann ist das ihre Entscheidung.

Sie müssen aber nicht erwarten, dass andere so eine Entscheidung als Lösung zum Thema Zahngesundheit gut findet, sie volkswirtschaftlich für verträglich hält und ihnen abnimmt, dass sie durch Vermeidung der gefährlichen Zahnpasta irgend einen Gesundheitsvorteil erringen.

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