Impfstoff IDT Biologika füllt ab sofort Impfstoff von Astrazeneca ab

Das Pharmaunternehmen IDT Biologika aus Sachsen-Anhalt baut seine Impfstoffproduktion schneller aus als erwartetet. Ab sofort wird das Unternehmen auch den Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca abfüllen.

In Schutzanzügen sind Mitarbeiter im Werk des Impfstoffherstellers IDT Biologika in Dessau-Roߟlau in der Wirkstoffherstellung beschäftigt.
In Schutzanzügen sind Mitarbeiter im Werk des Impfstoffherstellers IDT Biologika in Dessau-Roߟlau in der Wirkstoffherstellung beschäftigt. Bildrechte: dpa

Das Pharmaunternehmen IDT Biologika aus Dessau-Roßlau steigt ab sofort in die Abfüllung des Astrazeneca-Impfstoffs ein. Firmenchef Jürgen Betzing begründete den vorzeitigen Produktionsbeginn mit kurzfristig frei gewordenen Kapazitäten. In den kommenden drei Monaten sollen in Dessau nun mindestens zehn Millionen Impfdosen des britisch-schwedischen Herstellers abgefüllt werden. Ursprünglich war der Beginn der Produktion für Anfang 2023 geplant.

Spahn begrüßt Ausweitung der Produktion

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn besuchte am Freitag gemeinsam mit Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff die Produktionsanlagen. Er begrüßte den Schritt:

Es ist wichtig, auch im eigenen Land zu produzieren. Das verringert die Abhängigkeit von anderen Ländern.

Jens Spahn Bundesgesundheitsminister

Ministerpräsident Reiner Haseloff und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zu Besuch bei IDT Biologika in Dessau-Rosslau 16. April 2021.
Ministerpräsident Reiner Haseloff und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn besuchen die Produktionsanlagen von IDT Biologika in Dessau-Rosslau. Bildrechte: MDR/André Damm

Erste Gespräche mit russischem Impfstoffhersteller

IDT Biologika füllt seit Mitte März bereits den Impfstoff des US-Pharmakonzerns Johnson & Johnson ab. Nach Angaben des Unternehmens wurden erste Chargen bereits ausgeliefert. Es gebe auch Gespräche über eine mögliche Abfüllung des russischen Imfpstoffs Sputnik V.

Es gibt Gespräche, aber das sind einfach nur Gespräche. Mehr nicht. 

Jürgen Betzing Geschäftsführer IDT Biologika

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte Anfang März das Prüfverfahren für Sputnik V begonnen. Wann mit einer Zulassung für die EU gerechnet werden kann, ist noch unklar. Aktuell begutachten EMA-Experten Produktion und Lagerung des Impfstoffs in Russland.

MDR/dpa/ges

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 16. April 2021 | 18:00 Uhr

5 Kommentare

nasowasaberauch vor 3 Wochen

Es bleibt doch jedem ab 65 selbst überlassen und solange eine Unterversorgung besteht sich damit impfen zu lassen. Unter Beachtung der anstehenden Mutationen, z.B. Variante P1 aus Brasilien, gegen die momentan kein Kraut gewachsen ist, ist der mRNA innerhalb von 4...6 Wochen modifizierbar. Für die Anpassung des Vektorimpfstoffes vergehen ca. 6 Monate. Diese Zeit werden wir nicht haben und so stufe ich die Produktion von IDTBiologika als momentan nützlich, aber in naher Zukunft als überholt ein.

na sowas 1 vor 4 Wochen

??????,momentan hilft nur impfen und da ist jeder zugelassene Impfstoff wichtig!Ob ihre Prognose stimmt wird die Zukunft zeigen und wenn nicht?
Ansonsten gebe ich Mediator recht

Mediator vor 4 Wochen

Man sollte die Kritik an den hochwirksamen Vectorimpfstoffen doch in Relation zu ihrem Nutzern sehen.

Aktuell sterben JEDEN TAG um die 300 Menschen an einer Coronafinfektion und deutlich mehr Menschen infizieren sich jeden Tag und kämpfen teilweise mit massiven Langzeitfolgen. Demgegenüber stehen wie viele Todesfälle die auf einen Vectorimpfstoff zurück zu führen sind? Ich glaube die Zahl in Deutschland über einen Zeitraum von 4 Monaten liegt bei 9.

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