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In der Kritik: Dessau-Roßlaus Oberbürgermeister Peter Kuras hat gegen Quarantäne-Anordnungen verstoßen. (Archivfoto) Bildrechte: IMAGO

ZeitungsberichtVerstoß gegen Quarantäne-Anordnung: Dessaus OB Kuras zeigt sich selbst an

von MDR SACHSEN-ANHALT

Stand: 27. März 2021, 12:30 Uhr

Er wurde in Quarantäne geschickt – und ging trotzdem einkaufen. Nun steht der Oberbürgermeister von Dessau-Roßlau, Peter Kuras, in der Kritik. Inzwischen hat sich Kuras einem Zeitungsbericht zufolge selbst angezeigt. Ihm droht eine Geldstrafe in dreistelliger Höhe.

In Dessau-Roßlau zieht der Fall um den Quarantäne-Verstoß von Oberbürgermeister Peter Kuras (FDP) Kreise. Wie die Mitteldeutsche Zeitung am Sonnabend berichtet, hat sich Kuras nun selbst beim Gesundheitsamt angezeigt. Die Anzeige werde aktuell geprüft. Die Stadt wollte unter Verweis auf das laufende Verfahren keine weiteren Angaben machen.

Einkauf trotz Quarantäne

Hintergrund der Selbst-Anzeige ist ein Quarantäne-Verstoß von Kuras. Das 62 Jahre alte Stadtoberhaupt war in dieser Woche einkaufen gegangen. Das Gesundheitsamt hatte zu diesem Zeitpunkt aber schon Quarantäne für Kuras verhängt, weil eine Rathaus-Mitarbeiterin zuvor positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Dem MZ-Bericht zufolge soll Kuras vor seinem Einkauf auch Amtsgeschäfte im Rathaus erledigt haben.

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Kuras hatte sich nach Bekanntwerden des Verstoßes in einem Brief entschuldigt. Er habe nicht gewusst, dass er trotz zweier negativer Coronatests nicht hätte einkaufen gehen dürfen. Mehrere politische Mitbewerber im Dessauer Stadtrat glauben Kuras das nicht: Der MZ sagte SPD-Fraktionschef Michael Fricke, er kaufe Kuras nicht ab, dass der die Quarantäne-Bestimmungen nicht gekannt habe. Das Verhalten des Oberbürgermeisters, der zugleich Chef des Pandemie-Stabes in Dessau ist, sei unverantwortlich. Wegen seines Verstoßes muss der Oberbürgermeister nach Recherchen von MDR SACHSEN-ANHALT voraussichtlich eine Geldstrafe in dreistelliger Höhe zahlen.

Kuras tritt im Sommer nicht wieder als Oberbürgermeister an

Ungeachtet der Angelegenheit hatte Kuras zu Beginn der Woche bekannt gegeben, im Sommer kein zweites Mal für das Amt des Stadtoberhauptes zu kandidieren. Die vergangenen Monate der Pandemie-Bewältigung hätten ihn viel Kraft gekostet, sagte Kuras. Über die Nachfolge des 62-Jährigen soll am 6. Juni entschieden werden – parallel zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.

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MDR/Michael Rosebrock, Luca Deutschländer

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 27. März 2021 | 09:00 Uhr

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