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Der Ausbau des Umweltbundesamtes in Dessau-Roßlau verzögert sich durch einen Rechtsstreit weiter. (Archivbild) Bildrechte: IMAGO / Panthermedia

Rechtsstreit sorgt für Baustopp

Drei Zentimeter fehlende Dämmwolle verzögern Bau des Umweltbundesamts in Dessau

Stand: 23. September 2021, 21:27 Uhr

In Dessau-Roßlau stoppt ein Rechtsstreit erneut den Ausbau des Umweltbundesamtes. Es geht um drei Zentimeter Steinwolle, die in der Fassade fehlen und dadurch die Energie-Bilanz des Gebäudes verschlechtern. Durch den Baustopp steigen die Kosten immer weiter. Das Landgericht Magdeburg befasst sich derzeit mit dem Fall. Sollte es keine Einigung geben, droht sogar der Rückbau.

Der Ausbau des Umweltbundesamtes in Dessau-Roßlau verzögert sich weiter. Grund ist ein Rechtsstreit zwischen Baufirma und Architektenbüro, wie die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben MDR SACHSEN-ANHALT mitteilte. Derzeit beschäftigt sich das Magdeburger Landgericht mit dem Fall.

Streitgrund sind drei Zentimeter dämmende Steinwolle. Die fehlen in der Fassade, was die Energie-Bilanz des Gebäudes deutlich verschlechtern würde. Ursprünglich war der Anbau als energetisches Vorzeigeprojekt geplant. Mit entsprechender Dämmung, Solarpaneelen und Nutzung von Erdwärme sollte das Gebäude mehr Energie produzieren, als es verbraucht.

Ohne Einigung droht Rückbau

Architektenbüro und Baufirma schieben sich nun gegenseitig die Schuld zu. Solange das Gerichtsverfahren läuft, darf auf der Baustelle nichts verändert werden. Letztlich könnte sogar ein Rückbau nötig sein.

Mit dem Bau des ökologischen Vorzeigegebäudes, in dem 110 Büroarbeitsplätze entstehen sollen, wurde 2016 begonnen. 2017 wurden Mängel festgestellt, im Februar 2018 wurde ein Baustopp verhängt.

Kosten steigen immer weiter

Die veranschlagten Baukosten in Höhe von 14,6 Millionen Euro werden sich weiter erhöhen, hieß es von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. In welchem Ausmaß, sei derzeit unklar. Allein für die Büroräume, die in der Zwischenzeit andernorts untergebracht werden müssen, würden pro Monat 13.000 Euro anfallen.

Theoretisch kann das Amt die Kosten dem jeweiligen Verlierer des Rechtsstreits in Rechnung stellen. Im Falle einer Niederlage ist es jedoch möglich, dass das Architektenbüro oder die Baufirma Insolvenz anmelden müssen. Dann würde der Staat auf den Mehrkosten sitzen bleiben.

MDR/André Damm, Fabienne von der Eltz

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 23. September 2021 | 19:00 Uhr

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