Kultur trotz Corona Anhaltisches Theater in Dessau startet Modellprojekt

Am Anhaltischen Theater in Dessau-Roßlau ist am Montag ein Modellprojekt gestartet. Sieben Tage lang soll es dort Konzert, Ballett und Oper zu erleben geben. Voraussetzung für den Besuch ist ein tagesaktueller negativer Corona-Test. Die strengen Schutzmaßnahmen scheinen einige Theatergäste vom Besuch abzuhalten.

Die Häuserfront eines alten Theaters, darauf ein Plakat mit der Aufschrift "Wir sind startklar".
Unter strengen Schutzmaßnahmen will man in Dessau sieben Tage lang Kultur möglich machen. Bildrechte: MDR/Susanne Reh

Mehr als sechs Monate war das Anhaltische Theater in Dessau-Roßlau geschlossen. Am Montagabend fand erstmals wieder eine kulturelle Veranstaltung statt. Sie war der Auftakt für eine Woche mit klassischen Konzerten, Tanz und Oper.

Strenge Auflagen

Möglich macht dies ein Modellprojekt mit hohen Auflagen. So durfte die Sieben-Tage-Inzidenz in Dessau-Roßlau zum Zeitpunkt des Starts nicht die 200er-Marke überschreiten. Das Modellprojekt darf zudem nicht länger als sieben Tage dauern. Eine lückenlose Testung des Publikums, Kontaktnachverfolgung, eine räumliche Abgrenzbarkeit und eine enge Rückkopplung an den öffentlichen Gesundheitsdienst mussten sichergestellt werden. Zugelassen sind nur einhundert Zuschauer, obwohl rund 1.000 Gäste in den Saal passen.

Tagesaktueller Test vorausgesetzt

Das Angebot gilt nur für die Einwohner von Dessau-Roßlau und nur nach vorheriger Anmeldung. "Das ist im Moment aufgrund der Kontaktnachverfolgung Bedingung", sagt Johannes Weigand, Generalintendant des Anhaltischen Theaters. Zudem müsse man einen tagesaktuellen negativen Corona-Test vorlegen. Dieser könne am Wochenende vor Ort durch das DRK durchgeführt werden oder werktags an einer der Teststellen in Dessau.

Eine Frau sitzt auf einem Stuhl, vor ihr ein Mann in Schutzanzug mit einem Corona-Test in der Hand.
Am Sonntag kann man sich vor der Veranstaltung im Theaterrestaurant testen lassen. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

Nicht ausverkauft

Bei der Auftaktveranstaltung am Montag waren nicht alle der einhundert Plätze besetzt. Viele habe die Auflage für ein negatives Testergebnis abgehalten, sagt Weigand. Wie es nach den sieben Tagen weitergeht, sei offen. Es werde neue Beratungen geben. Weigand ist dennoch zuversichtlich.

Johannes Weigand
Theaterintendant Johannes Weigand Bildrechte: dpa

Ich wünsche mir, dass wir in unserem Land jetzt so konsequent sind, dass wir bald wieder Verhältnisse haben, wo wir wirklich kontrolliert wieder spielen können. Ich denke, das ist aktuell die Stimmung bei vielen.

Johannes Weigand Generalintendant Anhaltisches Theater

Ballett im Bauhaus-Museum

Neben dem Liederabend zeigt das Anhaltische Theater in dieser Woche die Premiere von Philip Glass' Oper "Orphée" sowie "Toccata 20", eine Vorstellung des Balletts auf der Appia Stage im Bauhaus Museum.

MDR/lt

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 12. April 2021 | 19:00 Uhr

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