Impfstoff von Astrazeneca Todesfall nach Erstimpfung: Dessauer Pandemiestab ohne neue Erkenntnisse

In Dessau-Roßlau ist eine 58-jährige Frau nach einer Astrazeneca-Impfung verstorben. Seitdem waren Impfungen mit dem umstrittenen Vakzin in der Stadt ausgesetzt. Am Mittwoch hat der Pandemiestab der Stadt darüber informiert, ob es einen Zusammenhang zwischen der Impfung und dem Todesfall gibt. Bisher gibt es noch keine neuen Erkenntnisse. Eine Obduktion soll weitere Anhaltspunkte liefern. Außerdem soll der Impfstoff ab kommender Woche wieder zum Einsatz kommen.

Impfpass mit Eintrag für eine Impfung mit dem Impfstoff AstraZeneca
Mitte März ist in Dessau eine Frau kurz nach ihrer Erstimpfung mit Astrazeneca gestorben. Bildrechte: IMAGO / Martin Bäuml Fotodesign

Zum Tod einer 58-Jährigen in Dessau-Roßlau kurz nach deren Corona-Impfung gibt es noch keine neuen Erkentnisse. Wie im Pandemiestab der Stadt mitgeteilt wurde, soll die Frau obduziert werden. Das Ergebnis würde frühenstens kommende Woche vorliegen.

Nach Angaben der Stadtverwaltung hatte die 58-Jährige am 19. März eine Erstimpfung mit dem Vakzin von Astrazeneca erhalten. Die Frau sei kurz danach gestorben. Der seit einer Woche geltende Stopp der Impfungen mit Astrazeneca in Dessau-Roßau wird dagegen wieder aufgehoben. Von der Stadt hieß, der Impfstoff soll ab kommender Woche wieder zum Einsatz kommen.

Die Stadt hatte nach dem Todesfall angekündigt zunächst auf weitere Impfungen mit Astrazeneca verzichten zu wollen. In den vergangenen Tagen wurde geprüft, ob es einen Zusammenhang zwischen ihrem Tod und der Verabreichung des Impfstoffs gibt.

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Deutschlandweit wurden nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums bislang 31 Fälle gemeldet, in denen nach Impfungen mit Astrazeneca schwere Hirnthrombosen auftraten – fast alle bei Frauen unter 60. Neun der Fälle verliefen tödlich. Die Behörden hatten zwischenzeitlich entschieden, den Astrazeneca-Wirkstoff vorerst nur noch bei Menschen ab 60 Jahren uneingeschränkt einzusetzen.

Am Mittwoch gab die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) die Empfehlung, mit dem Astrazeneca-Impfstoff weiter zu verfahren, wie bisher. Damit könnte er an alle Altersgruppen verimpft werden. Allerdings sieht die EMA einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca und sehr selten auftretenden Thrombosen bei Geimpften. Dass er Blutgerinnsel auslösen könnte, solle in den Beipackzettel aufgenommen werden.

Die Corona-Lage in der Doppelstadt bleibt unterdessen angespannt. Sorgen bereitet eine neue Infektionswelle in einem Dessauer Altenpflegeheim. Betroffen ist auch eine Kindertagesstätte. Dort mussten zwei Kindergruppen in Quarantäne geschickt werden.

MDR/André Damm, Thomas Tasler

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | MDR SACHSEN-ANHALT | 07. April 2021 | 14:30 Uhr

5 Kommentare

husar vor 24 Wochen

Es sterben jeden Tag Hundert und noch viel mehr und haben vorher nichts gemacht, wen es trifft, den trifft es eben. Das ist nun mal im Leben so, manch andern geht es ebenso.

Querdenker vor 24 Wochen

Zitat: "Die Behörden entschieden inzwischen, den Astrazeneca-Wirkstoff vorerst nur noch bei Menschen ab 60 Jahren uneingeschränkt einzusetzen."

Das war finde überfällig. In Norwegen* trat die schwere Nebenwirkung sogar bei etwa 1 zu 25.000 auf. Norwegen ist ein Land, wo recht genau hingeschaut wird.

*siehe „sciencemag A rare clotting disorder may cloud the world’s hopes for AstraZeneca’s COVID-19 vaccine“

AlexLeipzig vor 24 Wochen

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