Hausdurchsuchung in Dessau Ermittlungen gegen drei Syrer wegen Terrorverdachts

Drei Männer syrischer Herkunft sind am Wochenende festgenommen worden. Der Vorwurf: Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat. Einer von ihnen ist in Dessau-Roßlau gemeldet. Sie sollen versucht haben, kiloweise Chemikalien zu kaufen. Bei der Wohnungsdurchsuchung in Dessau wurden unter anderem zehn Kilogramm Schwarzpulver gefunden.

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Das Bundeskriminalamt und die Generalstaatsanwaltschaft Naumburg ermittelt. (Symbolbild) Bildrechte: imago images / Christian Schroedter

Das Bundeskriminalamt und die Staatsschutzabteilung der Generalstaatsanwaltschaft Naumburg ermitteln nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT gegen drei Männer syrischer Herkunft wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat (§ 89a StGB). Die Männer im Alter von 33, 36 und 40 Jahren sollen schon im Januar versucht haben, kiloweise Chemikalien zu kaufen, die für die Herstellung von Sprengsätzen geeignet gewesen wären.

Bei den Syrern handelt es sich um drei Brüder. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau hat die zuständige Richterin am Amtsgericht am Wochenende die Haftbefehle gegen die Männer erlassen. Einer der Männer wurde in Hessen festgenommen, die zwei weiteren Beschuldigten in Dänemark.

Zehn Kilogramm Schwarzpulver sowie Zündschnüre gefunden

Bei der Durchsuchung einer Wohnung in Dessau am Wochenende wurden unter anderem zehn Kilo Schwarzpulver sowie Zündschnüre gefunden. Einer der Männer sei in Dessau gemeldet. Das sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft, Klaus Tewes. Vermutlich sei die Wohnung als Ankaufswohnung genutzt worden, so Tewes.

Das Bundeskriminalamt war auf das Trio aufmerksam geworden, nachdem einer der Brüder in Polen eine Lieferung über fünf Kilogramm Aluminiumpulver und Schwefel nach Dessau-Roßlau bestellt hatte. Der dort lebende Bruder hat sich nach dpa-Informationen auch in der Vergangenheit häufiger bei seiner Familie in Dänemark aufgehalten.

Was die drei Männer konkret vorhatten, wissen die Ermittler noch nicht.

Wegen extremistischer Gesinnung aufgefallen

Bei einem Bruder fand die Polizei nach dpa-Informationen das Bild der Fahne der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf dem Handy. Die Polizisten hätten zudem eine Koran-Ausgabe gefunden, in der bestimmte Stellen markiert gewesen seien, die auf eine extremistische Gesinnung schließen lassen könnten.

Die Eltern der Brüder leben den Informationen zufolge in Dänemark. Die Familie soll sich mindestens seit 2005 in Europa aufhalten und bereits früher wegen extremistischer Gesinnung aufgefallen sein. Ein sogenannter Gefahrenabwehrvorgang, der dazu über mehrere Jahre lief, soll allerdings keine konkreten Hinweise auf terroristische Aktivitäten zutage gefördert haben.

Das Strafmaß für die genannten Taten liegt zwischen sechs Monaten und zehn Jahren. In minder schweren Fällen bei drei Monaten bis zu fünf Jahren. Die Staatsanwaltschaft Naumburg wies darauf hin, dass für die Beschuldigten bis zur rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung gelte.

MDR, Karsten Kiesant, Martin Paul, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 11. Februar 2021 | 15:00 Uhr

76 Kommentare

SZ Rentner vor 8 Wochen

@ Janes
Was hat das ihrer MEINUNG nach hirnlose Urteil eines Weimarer Amtsrichters mit der Vorbereitung eines islamischen Terroranschlages oder mit der Schariajustiz in islamischen Staaten zu tun?
Wer von uns beiden das größere Problem hat sei dahingestellt aber echt Mist wenn die Argumente knapp werden und man zu soetwas was sie da gerade praktiziert haben greifen muß.

Eulenspiegel vor 8 Wochen

Hallo Matthi
Woher wissen sie das e sich da um Asylanten handelt?
Aus dem Artikel wissen wir nur das es sich da um Syrer handelt die aber mindestens seit 2005 in Europa sind. Sie waren also z.Z. der großen Flüchtlingswelle schon mindestens 10 Jahre in Europa.
Nur gut das sie keine Vorurteile haben.

Eulenspiegel vor 8 Wochen

Hallo Matthi
Woher wissen sie das e sich da um Asylanten handelt?
Aus dem Artikel wissen wir nur das es sich da um Syrer handelt die aber mindestens seit 2005 in Europa sind. Sie waren also z.Z. der großen Flüchtlingswelle schon mindestens 10 Jahre in Europa.
Nur gut das sie keine Vorurteile haben.

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