Stadtteil Rodleben Wolf in Dessau: Stadt sieht keinen Handlungsbedarf

Ein Wolf hat in Dessau in direkter Nähe zum Wohnviertel Rodleben mutmaßlich mehrere Schafe gerissen. Anwohner und Jäger sind besorgt. Die Stadt sieht aber keinen weiteren Handlungsbedarf, nachdem Sachverständige vom Wolfskompetenzzentrum Spuren gesichert und die Lage eingeschätzt haben sollen.

Wolf in einem Gehege mit anderen Wölfen
Ein Wolf hatte in Dessau unweit der Stadt mehrere Schafe gerissen. Bildrechte: MDR/Estha Taddigs

Nach einem mutmaßlichen Wolfsriss in Dessau in direkter Nähe zu einem Wohnviertel hat die Stadt mitgeteilt, dass sie keinen Grund zum Handeln sehe. In der Nähe von Brambach und Rodleben war Mitte Mai ein Wolfsrudel aus vier Tieren gesichtet sowie mehrere Schafe gerissen worden.

Umweltamt: Keine Gefahr für Menschen

Das Umweltamt teilte mit, die Tiere würden für Menschen keine Gefahr darstellen. Fälle, in denen sich Wölfe Menschen gegenüber auffällig verhalten haben, seien in Deutschland sehr selten, heißt es weiter in einer schriftlichen Stellungnahme der Stadt.

Probleme gäbe es bisher nur bei Nutztieren. Dann sei Einzelfallbetrachtung durch Experten vorzunehmen. In Rodleben hätten Sachverständige des Wolfskompetenzzentrums Iden Spuren gesichert und den Tierhalter beraten.

Kreisjägermeister: Wölfe haben Scheu vor Menschen verloren

Dessau-Roßlaus Kreisjägermeister Michael Mitsching hatte MDR SACHSEN-ANHALT nach dem mutmaßlichen Schafsriss Mitte des Monats gesagt, das Problem sei, dass die Wildtiere jede Scheu vor den Menschen verloren hätten. Er sagte, man wolle den Wolf nicht ausrotten oder töten, ihm aber seine Grenzen aufzeigen. Mitsching hatte die Politik zum Handeln aufgefordert.

Der Wolf müsse in das Jagdrecht geholt werden mit entsprechender Jagdzeit und Quote. Man dürfe nicht vergessen, dass der Wolf ein gefährliches Raubtier sei. Er müsse wieder lernen, sich vom Menschen fern zu halten, bevor vielleicht doch ein Unglück geschieht.

In Sachsen-Anhalt leben nach Behörden-Angaben rund 150 Wölfe.

MDR (Susanne Reh,Julia Heundorf)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 25. Mai 2022 | 06:30 Uhr

12 Kommentare

chris_u vor 4 Wochen

Im Artikel liest sich das so, das das UBA das Wolfskompetenzzentrum zitiert. MDR zitiert hingehen den Jäger.
Was ich bemängele ist halt immer das Geschmäckle, Überschriften wie "Wölfe reißen offenbar mehrere Tiere" sollen was errreichen ? Ängste schüren ?

Die vom aktuellen Beitrag ist auch nicht viel besser: "Wolf in Dessau: Stadt sieht keinen Handlungsbedarf"
Alle Experten sind sich einig das es auch keinen Handlungsbedarf gibt. Hier wird aber impliziert das die Stadt Dessau trotz eines Problems nicht handeln will.

chris_u vor 4 Wochen

Das wird nicht passieren, in anderen Europäischen Ländern sind Wölfe seit Jahrzehnten heimisch da werden auch nicht ständig Jogger gefressen. Verletzungen durch Wildschweine gibt es dagegen öfter und es stört keinen.

MDR-Team vor 4 Wochen

Das stimmt so nicht. Wir beziehen auch das Wolfskompetenzzentrum in unsere Recherchen ein. Siehe dem im Artikel erwähnten Fall in Rodleben.

Hier waren wir zum Beispiel vor Ort in Iden: https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/thema-wolf-wolfskompetenzzentrum-iden-100.html

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