Untersuchungen an Elbe und Mulde Keine Mückenplage in Sachsen-Anhalt erwartet

Der Sommer ist traditionell auch Mückenzeit. Und in diesem Jahr war es bisher auch relativ nass – prima Bedingungen für die Insekten also. Trotzdem droht keine Plage, glauben Experten. Das zeigen Untersuchungen in den Elb- und Muldeauen.

Mücke
Sachsen-Anhalt droht in diesem Jahr keine Mückenplage, glauben Experten. (Symbolbild) Bildrechte: Colourbox.de

In Anhalt und Wittenberg ist in diesem Frühsommer nach Ansicht von Experten nicht mit einer Mückenplage zu rechnen. Bei Probenentnahmen in Elb- und Muldeauen konnten Insektenforscher vom Dessauer Naturkundemuseum nur eine geringe Zahl an Mückenlarven nachweisen. In einem Liter Wasser seien weniger als fünf Larven entdeckt worden, sagte Timm Karisch vom Dessauer Naturkundemuseum MDR Sachsen-Anhalt. In schlimmen Mückenjahren seien es hunderte Insektenlarven pro Liter.

Mancherorts könnte es Mücken-Hotspots geben

Obwohl es im Frühjahr relativ nass war, lasse die allgemeine Trockenheit in den klassischen Brutstätten der Mücken eine intensive Ausbreitung nicht zu. Regional begrenzt können die stechenden Insekten dennoch durchaus gehäuft auftreten. Voraussetzung sei für die gängigen Mückenarten stehendes Wasser. Regentonnen, Gartenteiche, aber auch kleinste Wassermengen in Pfützen, vollgelaufenen Blumenschalen und anderen Behältern würden die Mückenausbreitung begünstigen, so der Dessauer Wissenschaftler.

Etwa vier Wochen vergehen, bis nach der Eiablage auf der Wasseroberfläche die jungen Insekten schlüpfen. Karisch empfiehlt, Wasser in offenen Gefäßen regelmäßig auszukippen, um lokalen Mückenplagen Einhalt zu gebieten.

#MDRklärt Darum wird es in Sachsen-Anhalt dieses Jahr keine Mückenplage geben

Darum wird es in Sachsen-Anhalt dieses Jahr keine Mückenplage geben
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Eine weibliche Mücke benötigt Blut zum Überleben und Wasser, um darin ihre Larven auszusetzen.
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Zwar hat es im Mai viel geregnet, aber für Insektenforscher*innen vom Dessauer Naturkundemuseum nicht genug, damit sich dauerhafte stehende Gewässer bilden konnten.
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Das Expertenteam kontrollierte seit dem Frühjahr entlang der Elb- und Muldeauen die Anzahl der Mückenlarven.
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Hunderte Mückenlarven auf einen Liter Wasser bedeutet eine Mückenplage. Die Experten fanden dieses Jahr jeweils weniger als fünf Larven auf einen Liter.
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Regional begrenzt können dennoch Mückenhotspots auftreten. Stehende Gewässer, wie Regentonnen, Gartenteiche, große Pfützen und Blumenschalen, begünstigen das Ausbreiten.
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Die Experten empfehlen, Wasser in offenen Gefäßen regelmäßig auszukippen, damit die Mücken keine Chance haben zu schlüpfen.
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Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir
08.06.2021 | 08:10 Uhr

Quelle: MDR/Maximilian Fürstenberg
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MDR JUMP Di 01.06.2021 05:20Uhr 01:29 min

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MDR/Oliver Leiste

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 08. Juni 2021 | 08:15 Uhr

3 Kommentare

Basil Disco vor 1 Wochen

Ich fische die Larven regelmäßig aus der Regentonne ab und verfüttere sie an meine Aquarienfische. Bestes Futter aus biologischem Anbau und weniger Mücken, also eine win-win-Situation (außer für die Mücken, aber das wäre ja auch win-win-win).

W.Merseburger vor 1 Wochen

Die Mücken müssen wohl in des Saalekreis ausgewandert sein. Sie haben mich die letzten beiden späten Nachmittagen bei Pflanzen im Garten regelrecht zerstochen!

hansfriederleistner vor 1 Wochen

Ich habe einige Zeit am Oberrhein gewohnt. Das beste Mittel, die Wohnung vor Mücken zu schützen, war eine Tomatenpflanze auf dem Balkon.

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