Nach Hackerangriff Katastrophenfall ausgerufen: Landkreis Anhalt-Bitterfeld auch nächste Woche nicht arbeitsfähig

Der Landkreis Anhalt-Bitterfeld hat nach einem Hackerangriff den Katastrophenfall ausgerufen. Die Kreisverwaltung ist auch in der kommenden Woche nicht arbeitsfähig, wie sie mitgeteilt hat. Nach MDR-Informationen gibt es eine Lösegeldforderung gegen den Kreis. Derzeit können keine Dienstleistungen für die Bürger angeboten werden.

Neben dem Eingang zu einem Gebäude weist ein Schild auf die Verwaltung des Landkreises Anhalt-Bitterfeld in Köthen hin.
Kein Publikumsverkehr: Die Kreisverwaltung Anhalt-Bitterfeld ist nicht arbeitsfähig. Bildrechte: MDR/Michael Rosebrock

Das Landratsamt Anhalt-Bitterfeld hat am Freitag den Katastrophenfalls ausgerufen. Die Verwaltung ist nach einer Cyberattacke weiter massiv eingeschränkt. "Wir sind nicht in der Lage, Dienstleistungen anzubieten", sagte ein Kreissprecher am Freitag. Das werde noch die komplette kommende Woche so bleiben. Die Auswirkungen des schweren Angriffs ließen sich nicht schnell beheben.

Kriminelle haben Daten verschlüsselt und gestohlen. Nach MDR-Informationen liegt eine Lösegeldforderung der Täter vor.

Was bedeutet Katastrophenfall? In diesem Katastrophenschutzfall koordiniert ein Stab unter Leitung des Landrats die Zusammenarbeit der Behörden und die Abwehrmaßnahmen. Dort wird auch entschieden, ob Amtshilfe von anderen Dienststellen angefordert werden muss.

Auch am Wochenende wird nach Lösungen gesucht

Es werde auch am Wochenende nach Lösungen gesucht. Mit Bürgerinnen und Bürgern vereinbarte Termine für Dienstleistungen könnten vorerst nicht eingehalten werden, der Landkreis sei auch nicht in der Lage, neue Termine zu vergeben.

Der Katastrophenschutzstab wird im Amt für Brand-, Katastrophenschutz und Rettungsdienst (BKR) in der Richard-Schütze-Straße 6, 06749 Bitterfeld-Wolfen, eingerichtet.

Keine Kfz-Zulassung möglich

Das Landratsamt ist nach eigenen Angaben Ziel eines Hackerangriffs geworden. Es seien Daten und Programme verschlüsselt und die Technik im Amt damit lahmgelegt worden. Das Landratsamt kann deshalb vorerst keine Dienstleistungen für die Bürger erbringen, zum Beispiel bei der Autozulassung. Betroffen sind den Angaben zufolge insgesamt 800 Mitarbeiter an den Standorten Köthen, Zerbst und Bitterfeld. Experten des Landeskriminalamts und der Polizeiinspektion Dessau-Roßlau ermitteln in dem Fall.

So definiert das BKA "Cyber-Crime" Die Ermittler unterscheiden zwischen Cyber-Crime im engeren Sinne und im weiteren Sinne. Bei Cyber-Crime im engeren Sinne handelt es sich um Straftaten, die sich gegen das Internet, Datennetze oder Datensysteme richten. Dazu zählen Spam-Mails oder Schadsoftware wie zum Beispiel Trojaner, die unerkannt auf Computern landen. Unter Cyber-Crime im weiteren Sinne versteht das BKA Straftaten in der analogen Welt, die mit Hilfe von Informationstechnologie begangen werden. Als Beispiel nennen die Ermittler den Drogenhandel.

MDR/Mario Köhne, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 09. Juli 2021 | 12:30 Uhr

15 Kommentare

ule vor 14 Wochen

Auch ein Hacker, also kein Häcker, verfolgt mit seinen Produkten ein Interesse.
IT-Sicherheit ist mittlerweile zu einem atraktiven und von Wachstum geprägten Geschäftsmodell verkommen. Bis zu 5 Milliarden Euro werden damit jährlich umgesetzt. Um diesen Markt weiter voranzutreiben, wächst auch der Bedarf an Schadsoftware.
Es sind nicht gelangweilte Programmierer, die sich hinter derlei kreierte Software verstecken, sondern knallharte Geschäftsleute.

Um diesen Markt trocken zu legen, ist es an der Zeit, darüber nachzudenken, innerhalb des Internet Grenzen zu schaffen - Grenzen die sich z.B. erst mit einer Art "Zollgebühr" und identifizierungscode dann öffnen.
Beispiel: Es kann nicht sein, dass ein in Amerika ansässiges Unternehmen, hier in Deutschland Handel betreibt, ohne dafür eine Steuer zu entrichten.

Bedauerlicherweise wird das Internet alleinig von Privat-Personen und Unternehmen, aber auch von Betrügern und Terroristen beherrscht.

Die Politik schaut lediglich von Außen zu.

InformatJonas vor 14 Wochen

Also was man hier wieder für Kommentare liest, ist echt witzig.
Alle die hier irgendwas geschrieben haben, sollte wohl besser erst einmal in der IT-Sicherheit gearbeitet haben, um zu wissen, welche Arbeit eigentlich dahinter steckt.
Jeder kann von einem Hackergriff (nicht Häckerangriff) betroffen sein.
Auch eine Behörde. Man muss einen solchen Angriff nicht sofort merken. Es kann auch Tage oder gar Wochen später erst auffallen. Aber das muss ich ja den Kommentar-Schreibenden nicht mitteilen. IHR WISST JA SOWIESO ALLES BESSER.

@MDR: Bitte prüft die Kommentare gründlicher. So entstehen auch gerne weitere Theorien.

ule vor 14 Wochen

Rohstoffhandel in der Zukunft > Datenklau, Datencrash und Datenhandel,

Jederman, Hans und Franz soll ein I-Phone besitzen, Jeder soll mindestens 100 APP's herunterladen, wer shopping machen will, das geht kaum noch ohne Handphongerät, geschweige denn in den Urlaub fahren . . . . Selbst bei den Schülern in den Schulen wird das Gehirn auf irgendwelche APP's abgerichtet (Buzzard APP).

Mit einfachen worten, da tun sich neue Betätigungsfelder auf und wo etwas zu holen ist, dann sind die Haifische nicht mehr weit.

Wie sicher also sind die (meine) Daten oder soll man besser Fragen, wieviel Wert steckt in den Daten.

Es muß ein Gesetz verabschiedet werden, welches ähnlich wie ein Impressum, auf die Ursprünge einer jeden APP hinweist.
Bis heute weiss z.B. niemand, wer die LUCA-APP erschaffen hat und wieviel Geld damit schon transferiert wurde.
Und der Öffentlich rechtliche Rundfunk macht auch noch kostenlos Werbung für solch ein Produkt

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