Anwohner beklagen sich Streit um neue Windräder bei Gräfenhainichen

Geplante neue Windräder in Gräfenhainichen sorgen für Ärger bei den Anwohnern einer Nachbargemeinde. Sie beklagen fehlende Mitsprache und Entschädigung.

Rapsfeld vor Windpark
Die Anwohner in Burgkemnitz im Landkreis Anhalt-Bitterfeld bemängeln fehlende Mitsprache bei den neuen Windrädern. (Symbolfoto) Bildrechte: IMAGO / Westend61

In den Landkreisen Wittenberg und Anhalt-Bitterfeld gibt es Streit um neue Windräder. Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT laufen derzeit Planungen, den Windpark in Zschornewitz zu modernisieren.

Demnach werden die neuen Windanlagen in dem Stadtteil von Gräfenhainichen im Landkreis Wittenberg deutlich größer und höher. Das sorgt für Unmut in Burgkemnitz in der Gemeinde Muldestausee. Der kleine Ort im Nachbarkreis Anhalt-Bitterfeld liegt dichter am Windpark als Zschornewitz selbst.

Touristen könnten durch Windpark ausbleiben

Mehrere Anwohner sagten MDR SACHSEN-ANHALT, sie fühlten sich durch die Windräder auf einer rund 100 Meter hohen Halde beeinträchtigt. Diese hohen Windräder passten nicht ins Landschaftsbild. Man sehe sie, man höre sie und nachts blinkten sie.

Peter Gunia vom Heimat- und Naturverein Burgkemnitz am Rand der Dübener Heide fürchtet, dass nach dem Ausbau des Windparks auch die Touristen wegbleiben könnten. "Es ist der Nachteil, dass wir kaum ein richtiges Mitspracherecht haben in Burgkemnitz. Der zweite Nachteil ist: Für unsere Burgkemnitzer, die eigentlich die am meisten Geschädigten sind, für die bleibt nichts übrig. Und das ist nicht in Ordnung."

Entschädigung nur für Zschornewitz

Zschornewitz wird dagegen nach Angaben von Ortsbürgermeisterin Martina Schön (SPD) für den Ausbau des Windparks mit etwa 200.000 Euro entschädigt. Deshalb hat sich auch der Ortschaftsrat Burgkemnitz gegen die neuen Windräder ausgesprochen. Energiewende müsse gerecht zugehen.

MDR/Martin Krause, Fabian Frenzel

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 28. September 2021 | 15:00 Uhr

7 Kommentare

ElBuffo vor 2 Wochen

Hm, also wenn der Windpark auf Gemeindegebiet von Zschornewitz liegt, dann kann im Grunde keine andere Gemeinde näher dran sein. Aber natürlich kann darüber nachgedacht werden, ab welcher Entfernung und welcher Beeinträchtigung jemand zu beteilligen/zu entschädigen ist. Im konkreten Fall melde ich mal ganz leise Zweifel an. Was man da hört und mit viel gutem Willen sieht, ist lächerlich gegenüber den Anwohnern von Durchgangsstraßen. Da bekommt auch keiner Entschädigungen. Die Leute in Burgkemmnitz haben Jahrzehnte zwischen zwei riesigen Braunkohlekraftwerken gelebt. Deren Verschwieden dürfte eine sehr große Entschädigung gewesen sein.

Eulenspiegel vor 2 Wochen

 „Der kleine Ort im Nachbarkreis Anhalt-Bitterfeld liegt dichter am Windpark als Zschornewitz selbst.“
 Also ich denke vielleicht wäre es gerechter wenn bei Mitsprache und Entschädigung die tatsächliche Entfernung zum Windrad eine größere Rolle spielen würde. So das nicht nur die Gemeindegrenzen darüber entscheiden wer ein Recht auf Mitsprache und Entschädigung hat.

AlexLeipzig vor 2 Wochen

Ich glaube auch, daß hier der Preis hochgetrieben werden soll. Allerdings fände ich tatsächlich richtig, wenn umliegende Gemeinden von den Windparks auch direkt profitieren, z.B. in Form vergünstigter Strompreise oder entsprechende regelmäßige Abgabe vom Betreiber in die Gemeindekasse. Das würde wahrscheinlich die Akzeptanz der Windparks erhöhen (und bringt in manchen Gegenden vielleicht mehr Geld in die Kasse als vereinzelter Tourismus).

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