Modernisierung Bauarbeiten: Wittenberg muss auf einige ICE verzichten

Die Lutherstadt Wittenberg wird bis zum Sommer vorübergehend von weniger ICE-Zügen angefahren. Da an der Ausbaustrecke Leipzig-Berlin gebaut wird, werden einige Schnellzüge umgeleitet. Im Regionalverkehr wird es teilweise zu Behinderungen kommen.

Leere Gleise am Hauptbahnhof der Lutherstadt Wittenberg
Manche ICE-Züge werden einen Bogen um die Lutherstadt Wittenberg fahren. Der Hauptbahnhof war 2017 Bahnhof des Jahres des Schienenbündnisses Allianz pro Schiene. Bildrechte: Deutsche Bahn AG / Christian Gahl

Bahnreisende in Anhalt und Wittenberg müssen sich ab Montag auf längere Fahrzeiten einstellen. Wie die Deutsche Bahn mitteilte, steht ein weiterer Modernisierungsschritt der Bahntrasse Leipzig-Berlin an. Bis zum 19. Mai werden daher einige Züge etwa 45 Minuten länger unterwegs sein, hieß es. Es komme zu Umleitungen zwischen Berlin und Bitterfeld. Dann werde die Lutherstadt Wittenberg nicht angefahren. Zwischen 23. Mai und 6. Juni soll es erneut ähnliche Einschränkungen geben.

Ziel: Künftig bessere Fernsteuerung der Züge

Betroffen sind laut Bahn einzelne Züge der ICE-Linien 18 und 28 zwischen Hamburg-Berlin-München sowie im Einzelfall auch IC-Züge auf der Verbindung.

Im Regionalverkehr sollen die Auswirkungen hingegen gering bleiben. Nach Bahn-Informationen wird die RegionalExpress-Linie 3 zwischen Lutherstadt Wittenberg und Stralsund an einzelnen Tagen in den Abendstunden abschnittsweise unterbrochen und durch Busse ersetzt.

Änderungen am Fahrplan sind laut Bahn bereits per App, Online oder in der Auskunft am Automaten hinterlegt. Reisende sollten sich vorab über ihre geplante Verbindung informieren.

Blick auf die Saale-Elster-Talbrücke mit ICE-Trasse bei Halle
Fahren ohne Signale mit ETCS: Zwischen Halle und Erfurt geht das seit Inbetriebnahme der Neubaustrecke. Bildrechte: MDR/André Plaul

Was wird gebaut? Hintergrund ist der Ausbau des Verkehrssystems zur elektronischen Zugsteuerung aus der Ferne. Die Strecke Leipzig-Berlin wird mit dem neuen europäischen Zugkontrollsystem ETCS ausgerüstet. Es ermöglicht Zügen ein Fahren per Display statt mit Signalen. Der neue Standard löst nach und nach die über 20 in Europa vertretenen Systeme dieser Art ab.

Gebaut wird im brandenburgischen Jüterbog. Dort müssen Kabel verlegt und Gleisquerungen gebaut werden, also Übergänge. Teilweise werden dafür Gleise gesperrt. Außerdem steht laut Bahn eine neue Stromversorgung für das elektronische Stellwerk in Jüterbog an.

Ähnliche Arbeiten für den Ausbau des ETCS-Systems gab es zu Ostern bereits am Bahnknoten Halle.

MDR (André Plaul)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 09. Mai 2022 | 07:30 Uhr

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