300 Menschen von Evakuierung betroffen Blindgänger in Wittenberg erfolgreich entschärft

In Wittenberg wurden am Freitag zwei Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Rund 300 Menschen konnten in ihre Wohnungen zurück. Zeitweise war die Bundesstraße 187 und eine angrenzende Bahnstrecke gesperrt. Die Bomben lagen in der Nähe des Finanzamts und des Berufsschulzentrums. Das Berufsschulzentrum blieb am Freitag geschlossen.

Krater aus Erde nach der Entschärfung einer Bombe
Wittenberg: Gleich zwei Blindgänger waren bei Untersuchungen eines Baugebietes entdeckt worden. Am Freitag wurden sie erfolgreich entschärft. Bildrechte: MDR/Daniel Tautz

Die beiden Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg in der Lutherstadt Wittenberg sind am Freitagmittag unschädlich gemacht worden. Das hat die Polizeiinspektion Dessau-Roßlau auf Twitter geschrieben. Demnach ist es den Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes gelungen, eine amerikanische 125-Kilogramm-Bombe zu entschärfen. Außerdem wurde eine Flugabwehrgranate gesprengt.

Mehr als 300 Menschen evakuiert

Auf einer Straße vor der Einsatzhalle des Technischen Hilfswerks in Wittenberg steht ein Schild mit der Aufschrift -Einsatz-.
Auch das Technische Hilfswerk hat bei dem Einsatz geholfen. Bildrechte: MDR/Daniel Tautz

Wie Alexander Baumbach vom Landkreis Wittenberg MDR SACHSEN-ANHALT mitteilte, konnte die Sperrung der Bundessstraße 187 wieder aufgehoben werden. Außerdem rollen auf der Bahnstrecke Wittenberg-Jessen wieder Züge. Mehr als 300 Wittenberger konnten in ihre Wohnungen zurückkehren.

Die Blindgänger lagen etwa 80 Jahre lang im Erdreich unweit des Wittenberger Berufschulzentrums. Sie waren am Donnerstag entdeckt worden. Experten machten den Fund, als sie ein Baugrundstück für eine neue Wohnsiedlung untersuchten.

Bombenfund auch in Braunsbedra

Erst vergangene Woche war in Braunsbedra ein mehrere tonnenschwerer Blindgänger entdeckt und entschärft worden. Das Gebiet um Leuna, aber auch andere Städte in Sachsen-Anhalt waren Ziel alliierter Bomber, da Panzer und Kampfflugzeuge hier stationiert waren.

1944 Wie die Bombenangriffe auf Leuna den Zweiten Weltkrieg mitentschieden haben

Für die Angriffskriege der Nazis war Leuna eine Schlüsselposition. Dort wurde ein Großteil des Treibstoffs für die Panzer und Flugzeuge produziert. Das machte die Leuna-Werke zum Ziel alliierter Bomber.

Wie Bombenangriffe auf Leuna den Zweiten Weltkrieg mitentschieden haben
Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk
Wie Bombenangriffe auf Leuna den Zweiten Weltkrieg mitentschieden haben
Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk
Am 12. Mai 1944 erreichen 500 amerikanische Bomber Leuna. Über 100 Menschen sterben bei dem Angriff.
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Ziel des Angriffs: Die Leuna-Werke Produktionsausfall: 270.000 Tonnen Flugbenzin
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Der Plan: Stehen die Leuna-Werke still, stehen Deutsche Panzer und Flugzeuge still.
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Weitere Angriffe auf das Werk folgen. Die Treibstoffproduktion bricht ein.
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Nur jedes fünfte Flugzeug der Wehrmacht kann betankt werden.
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Blick auf das im 2. Weltkrieg stark zerstörte Industriegebiet von Magdeburg.
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Dieses Thema im Programm:
MDR FERNSEHEN | Unsere Städte | 04. Februar 2020 | 22:05 Uhr

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MDR/André Damm, Matthias Lindner, Karin Roxer, Max Schörm, Anne Gehn-Zeller

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 19. November 2021 | 13:30 Uhr

9 Kommentare

Bernd_wb vor 9 Wochen

Werter Beobachter, wenn schon beobachten dann richtig!!! Bei dem Gebiet wo die Bombe gefunden wurde handelt es sich um die ehem. Arado Flugzeugwerke. Zwar auch nicht besser als Chemie zu Kriegszwecken aber ...

DER Beobachter vor 9 Wochen

Da gabs doch dieses Propagandatriptychon von Schmitz-Wiedenbrück: Bauern, Arbeiter, Soldaten - mit der Dreieinigkeit der Waffengattungen im Mittelteil des Triptychons...

DER Beobachter vor 9 Wochen

Ja, die konzentrierte mitteldeutsche Chemieindustrie. Künstlich belebt im und in Vorbereitung des 1.Weltkriegs, dann wieder der des 2.Weltkriegs. Logisch künstlich wiederbelebt in den Zeiten der Teilung... Die mitteldeutschen Chemieanlagen waren übrigens stets auch besser verteidigt und stets mit dem Vorrücken der Front und damit der Bomber- und Begleitjägerreichweiten mindestens als Ausweichziele definiert...

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